Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.814
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

MPU- Keine Chance?


12.12.2010 08:15 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Sehr geehrte Anwälte,
ich bin ehrlich gesagt sehr überrascht, dass in einem "rechtlich korrekten" Staat so etwas möglich ist... deswegen bitte ich sie um die Hilfe und Aufklärung, wie so etwas zustande kommen kann und was nun zu tun ist.
Geschichte:
Die Ex von meinem Mann hat aus Rachegründen Polizei angerufen. Sie hat gewusst, dass er mit den Freunden über die Nacht feiern war. Sie rief also an und sagte, er ist mit dem Auto in dem Zustand gefahren.
Die Polizei kam und nahm ihm den Führerschein...
Damals hat er nicht reagiert und keine Widersprüche oder Erklärungen eingereicht, dass er nicht gefahren ist... Damals gemessene Werte waren natürlich umhauend... Auf die Situation von damals ist keiner stolz, aber sie ändern kann ja auch keiner...
Mittlerweile sind 7 Jahre vergangen. Mein Mann ist Vater von 3 Kindern geworden, wir haben ein Haus gebaut...usw... Die Sünden von damals bleiben aber immer noch hängen...
Jetzt war er schon zum 4. Mal bei MPU... die fiel aber schon wieder negativ aus. Medizinisch gesehen ist alles super... alle 4 mal war alles i.O.
Psychologisch aber hat man aber immer irgendetwas, was den Gutachter veranlasst, das Gutachten negativ ausfallen zu lassen..
Mein Mann trinkt mittlerweile schon seit Jahren überhaupt kein Alkohol... Er schichtet aber auch eine 6-Tage-Woche... so, dass es gar nicht möglich wäre, irgendwie durchgehend zu saufen... Jedoch bei den Psychologen bleibt er wegen der Werte von damals als fast schon Alkoholiker hängen.
Wir haben schon EtG-Werte für ein halbes Jahr... Haarproben... die Bescheinigung der Hausärztin vorgelegt, dass mein Mann keine Alkoholprobleme hat usw... Nix nutzt...
Deswegen meine Frage: Sollen wir jetzt unsere Versuche einstellen und die Zeit einfach laufen lassen, weil in 10 Jahren eh alles gelöscht ist, 7 haben wir schon überstanden... weil man mit einem hohen Wert grundsätzlich keine Chance auf die positive Ergebnisse hat... Oder gibt es doch irgendwelche Möglichkeit, dieses Problem zu regeln???
Für eine große Therapie oder Selbsthilfegruppe haben wir dabei keine Zeit, denn erstens muss der Mann arbeiten, ansonsten müssen wir ja hungern... (ich bin im Mutterschutz, das bringt kein Geld rein)... und zweitens hat er das nicht nötig, weil er ja nichts trinkt und auf gar keinen Fall ist er abhängig oder so etwas ähnliches... Er ist ein ganz normaler Familienmensch, der niedergemacht wird...
Was die Familie deswegen durchmacht, muss ich wohl nicht schildern... Wir wohnen auf dem Land und überall, wohin man muss, muss man eben mit dem Auto fahren... Wo der Mann ruhig überall hinkommen könnte, fahre ich mit 3 Kindern... dass das ganz schön heftig ist, brauche ich wohl keinem erklären... jede kleine Maßnahme wird zur globalen Aktion...
Darf man so etwas überhaupt gelten lassen? Oder muss man sich einen Anwalt nehmen und stur am Ball bleiben? Es graust mich wirklich, wenn ich denke, dass das eventuell eine normale Vergehensweise ist und die anderen genauso etwas mitmachen müssen wie wir...
Mit freundlichen Grüßen
...

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Ich gehe aufgrund Ihrer Schilderung zunächst davon aus, dass Ihrem Mann seinerzeit der Führerschein entzogen wurde. Da Sie allerdings nichts von einem Strafverfahren erwähnen, ist davon auszugehen, dass Ihrem Mann der Führerschein nicht wegen einer Straftat, sondern aufgrund vermuteter Nichteignung gemäß § 3 StVG in Verbindung mit der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) entzogen worden ist.

Auf dieser Grundlage bestand seinerzeit zunächst für die Fahrerlaubnisbehörde die Möglichkeit zur Entziehung des Führerscheins wegen Nichteignung entsprechend Ihrer Schilderung wohl aufgrund Verdachts von Alkoholmissbrauch oder –abhängigkeit. Zur Prüfung dieses Verdachts erfolgt dann regelmäßig wie von Ihnen aufgezeigt die Anordnung einer MPU zur Feststellung, ob eine Eignung des Fahrers besteht oder nicht. Ihre bisherigen MPUs ergaben insoweit scheinbar bislang nur die Nichteignung, wobei nicht ganz klar ist, aus welchen einzelnen Gründen – wohl psychologischer Natur – dies festgestellt wurde.

Jedenfalls ist nach den entsprechenden Begutachtungsleitlinien für die Durchführung von MPUs normalerweiose der Nachweis zu führen, dass eine Entwöhnungsbehandlung von über einem Jahr stattgefunden hat, nachgewiesen durch regelmäßige ärztliche Untersuchungen. Soweit dies noch nicht erfolgt ist, wäre in Ihrem Fall ein solches weiteres Vorgehen erst einmal angezeigt. Sofern die Abstinenz bereits ausreichend belegt werden kann und es sich tatsächlich um irgendwelche psychologischen Zusammenhänge handelt, wäre ferner ein Vorbereitungskurs auf die nächste MPU zu empfehlen. Gerade bezüglich der dort jeweils erfragten psychologischen Hintergründe – wobei dies in der Regel die Fähigkeit zur Trennung von Alkoholkonsum und Fahrverhalten betrifft – gibt es entsprechende Angebote von Schulungen, welche Sie bzw. Ihren Mann auch gerade auf den psychologischen Teil der MPU entsprechend vorbereiten können.

Diese entsprechenden Schritte sind notwendig, um einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis erfolgversprechend stellen zu können. Denn dafür muss Ihr Mann seine Fahreignung bzw. deren Wiedererlangeung entsprechend nachweisen. Ob dabei jedoch eine weitere MPU zwingend angeordnet werden muss, richtet sich nach dem früheren Grund bei der Entziehung der Fahrerlaubnis. Nur wenn dies seinerzeit wegen Alkoholabhängigkeit erfolgte, muss beim Antrag auf Neuerteilung des Führerscheins immer wieder eine weitere MPU gefordert werden. Anderenfalls kann die Wiederherstellung der Fahreignung durch einfache Vorlage einer Teilnahmebescheinigung an einem Rehabilitationskurs nachgewiesen werden, sofern die zuletzt erfolgte MPU eine solche Kursteilnahme ohne das Erfordernis einer weiteren Begutachtung festgelegt hat und die Zustimmung der Fahrerlaubnisbehörde hierfür vorliegt.

Um die genaue Vorgehensweise in Ihrem Fall entsprechend den voraufgezeigten Möglichkeiten festlegen zu können, sollte zunächst der genaue Grund für die damalige Entziehung geprüft werden. Hier können Sie natürlich einen Rechtsanwalt vor Ort zunächst eine Überprüfung durchführen lassen, danach könnten mit diesem die weiteren erforderlichen Schritte abgestimmt werden. Sofern es allerdings nicht mehr um den erforderlichen Abstinenznachweis, sondern nur noch um psychologische Gründe geht, weshalb die bisherigen MPUs negativ ausgefallen sind, wäre in jedem Fall ein entsprechender psychologischer Vorbereitungskurs zu empfehlen, bevor Ihr Mann an einer erneuten MPU zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis teilnimmt. Solche Vorbereitungskurse sind in der Regel sehr effizient und führen dann zumeist auch zu dem gewünschten Erfolg der Erlangung einer positiven MPU und damit einer zeitnahen Wiedererteilung des Führerscheins.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Ansonsten wünsche ich noch einen schönen Sonntag und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.12.2010 | 09:29

Wir wohnen von der Stelle sehr weit weg, wo solche Kurse veranstaltet werden... Auch wenn mein Mann eine Chance hätte, so oft frei zu bekommen, wie er das für die Kurse braucht, dann müsste jemand meinen Mann dahinfahren... Keine Chance also, das irgendwie zu organisieren..
Außerdem haben wir verschiedene Beratungsangebote der Psychologen an den MPU-Stellen in Anspruch genommen, das hat nicht geholfen... Keiner will etwas mit eigenem Namen unterschreiben, was nicht verständlich ist. Und nicht verständlich ist die Tatsache: Wie mein Mann damals mit so einem Promillewert (2,7) fahren konnte, was er ja nicht tat...
(Führerschein ist wegen des Missbrauchs entzogen worden...)
1. Nachweise der Abstinenz hat er für länger als ein Jahr;
2. Fragen beantwortet er korrekt: Das schreiben auch die Psychologen, dass er an seinem Fehlverhalten gut gearbeitet hat und erkennt seine Fehler wohl gut.
Jedoch beantwortet jeder Psychologe die Frage der Beamten, ob es zu erwarten sei, dass er wieder betrunken Auto fahren wird: JA, es ist zu erwarten, dass er das tut...
Einem normalen Sterblichen kommt das als gewöhnliche Geldmacherei vor...
Was muss ich beachten, wenn ich die Zeit ablaufen lassen will? Reicht nur den Antrag zurückzuziehen und warten, oder muss etwas noch beachtet werden?
Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.12.2010 | 09:38

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

gern beantworte ich Ihre Nachfrage noch wie folgt:

Wenn Sie nur die Zeit ablaufen lassen wollen, müsste der Antrag auf Neuerteilung des Führerscheins erst einmal zurückgezogen und dann zu gegebener Zeit erst wieder neu gestellt werden. Denn nach § 11 Abs. 8 FeV kann die Führerscheinstelle bei Nichtbeibringung eines weiteren MPU-Gutachtens auf die Ungeeignetheit schließen,in diesem Fall also dann die Fahrerlaubniserteilung weiterhin versagen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Joschko
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58398 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Trotz für mich ungünstiger Prognose war die Antwort sehr hilfreich und verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach Spitze! Sehr kompetent... Immer wieder...! ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Vielen Dank für Ihre Einschätzung meiner Situation. Ihre Beurteilung hat mir sehr geholfen. Der Vermieter (Wohngenossenschaft) ist stark zurück gerudert. Wir entfernen nur noch Tapteten in einem Raum anstatt in 3 Räumen :-) ...
FRAGESTELLER