Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.406
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Lohnfortzahlung nach Kündigung


24.12.2015 22:29 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Hans-Jochen Boehncke


Zusammenfassung: Es gibt über den 31.12.2015 hinaus keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle. Der Arbeitgeber ist lediglich verpflichtet, für die Zeit des tatsächlich bestehenden Beschäftigungsverhältnisses Lohnfortzahlung zu leisten. Es ist zu unterscheiden, ob die AU vor oder während der Arbeitslosigkeit eintritt


Hallo,
Ich wurde Betriebsbedingt zum 31.12. gekündigt.
Leider bin ich erkrankt und würde mich umgehend krankmelden wollen ( also innerhalb einer versicherten Anstellung)Meine Frage: erhalte ich von meinem jetzigen AG eine Lohnfortzahlung für 6 Wochen über den 31.12. hinweg? Ich habe mich bereits zum 1.1. arbeitslos gemeldet und Rutsche aus der PKVin die GKV. Zu welchem Prozentsatz wird von welcher Kasse nach den 6 Wochen gezahlt? Muss ich nach den 6 Wochen erneut ALG beantragen?
Vielen Dank für Ihre Hilfe

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es ist bedauerlich, dass Sie betriebsbedingt gekündigt wurden. Leider ist Ihr Fall deutlich schwieriger, als Sie es gegenwärtig wohl erkennen. Ich darf daher einige rechtliche Grundgedanken in den folgenden Punkten benennen, welche Ihnen helfen sollen, sich für die kommenden Tage zutreffend zu entscheiden:

1.
Nein, es gibt über den 31.12.2015 hinaus keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle. Der Arbeitgeber ist lediglich verpflichtet, für die Zeit des tatsächlich bestehenden Beschäftigungsverhältnisses diese Lohnfortzahlung zu leisten.

2.
Sie werden im Internet schnell Quellen finden, welche Ihnen eingehend erläutern, worin der Unterschied zwischen einer Arbeitsunfähigkeit noch während der Beschäftigung oder im Laufe der Arbeitslosigkeit bei Bezug von ALG I besteht.

Sind Sie gegenwärtig AU (Arbeitsunfähig) und besteht dieses nach dem 31.12.2015 auch noch am 04.01.2016, also dem ersten Werktag zur persönlichen Arbeitslosmeldung, sind Sie nicht für die Agentur für Arbeit vermittelbar. Sie erhalten keine Leistungen der Agentur für Arbeit. Sie werden auch nicht in der GKV pflichtversichert. Ihre Ansprüche gegenüber der Agentur für Arbeit ruhen, so lange Sie AU sind. Der Arbeitgeber zahlt ab dem 31.12.2015 keine Lohnfortzahlung. Da Sie privat KV sind, ist zu fragen, ob Sie dort eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen haben. Nur diese würde in diesem Falle für Sie die vertraglich vereinbarte Leistung erbringen. Da es gar nicht erst zu einem Bezug von ALG I kommen kann (mangels Vermittelbarkeit), bleibt dieser gesamte Zeitraum für Sie weiterhin nach Erlangung der Arbeitsfähigkeit sowie der erneuten persönlichen Arbeitslosmeldung zum Bezug für ALG I erhalten.

3.
Anders wäre es, wenn Sie am 04.01.2016 arbeitsfähig wären, denn dann haben Sie Anspruch auf ALG I und wechseln in die gesetzliche KV, was jedoch aktiv von Ihnen betrieben werden muss. Würden Sie dann während des Bezuges von ALG I erkranken, erhalten Sie zunächst für 6 Wochen ALG I und erst danach Krankengeld von der GKV. Der An­spruch auf Leis­tungs­fort­zah­lung bei Ar­beits­lo­sen­geld folgt aus § 146 SGB III. Während die­ser Zeit ruht der An­spruch auf Kran­ken­geld (§ 49 Abs.1 Nr.3a SGB V).

Nach den 6 Wochen gilt, dass der Kran­ken­geld­be­zug für diese Zeit einsetzt, max. für 78 Wochen, der An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld gem. § 156 Abs.1 Nr.2 SGB III dagegen ruht. Ab­wei­chend von § 47 Abs.1 Satz 1 SGB V, wo­nach das Kran­ken­geld 70 % des zu­letzt er­ziel­ten re­gelmäßigen Ar­beits­ent­gelts beträgt, sieht § 47b SGB V ei­ne Fest­set­zung des Kran­ken­gel­des auf den Be­trag des Ar­beits­lo­sen­gel­des vor, den der Ver­si­cher­te zu­letzt be­zo­gen hat.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Jochen Boehncke
Fachanwalt für Arbeitsrecht
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Rasche und kompetente Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr umfassende und hilfreiche ausfuehrungen, vielen dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare verständliche Antwort - und besonders sehr zeitnah. Danke! ...
FRAGESTELLER