Vermieter tretet die Forderung im 50%-Verfahren an Inkasso-1 ab.
Vergleich über 8000 DM + 400 DM Gebühr abgeschlossen mit Inkasso1 im Jahr 2001. Zu zahlen in Raten von 100 DM.
Lastschriftverfahren wird vereinbart. Alle Raten werden über mein Konto abgebucht.
Geschäfte von Inkasso1 werden von Inkasso2 im Jahre 2006 übernommen. Zahlungen werden ab dann lücklos an Inkasso2 geleistet.
Im Juli 2008 finde ich leider die Vergleichsvereinbarung nicht mehr und gehe ich irrtümlicherweise davon aus, dass die Forderung mit insgesamt gezahlten 4200€ mehr als erledigt ist. Ich habe geglaubt, es wären nur 8000 DM zu zahlen gewesen - vergaß die 400 DM Gebühr.
Nach meiner Rechnung stelle ich mit entsetzen fest, dass ich zuviel gezahlt habe und setze ein Schreiben an die Inkasso2 auf und fordere, die Ratenzahlung einzustellen, da die Forderung mehr als getilgt ist.
Ich höre 3 Monate nichts mehr von Inkasso2 und glaube, dass Einsicht vorhanden ist. Auch wurden keine Zahlungen mehr abgebucht.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist mir nicht bewußt, dass ich nur 4200€ gezahlt habe aber inklusive Gebühren 4300€ zu zahlen sind (2 letzte Ratenzahlungen).
Oktober 2008 erhalte ich eine Kontopfändung. Vergleich wurde von Inkasso2 aufgelöst weil keine Raten gezahlt wurden. Alle bisherigen Zahlungen werden laut Titel rückwirkend auf 11% Zinsen + Gebühren angerechnet. Restbetrag ist also nicht mehr "nur" 100€, sondern 4300€.
Ich wende mich umgehend an Inkasso2 und biete an, meinen Irrtum wieder gut zu machen in Höhe einer rückwirkenden Zinsennachzahlung mit 5% über Basissatz. Inkasso lehnt ab und verlangt 2200€, was viel zu hoch für mich ist.
Laut Gericht hat Inkasso2 mich angeblich an die fehlende Zahlung rechtzeitig erinnert (2 Wochen nach MEINEM Schreiben). Ich habe dieses Schreiben nie erhalten. (Super-Schachzug von Inkasso2, muss ich hier erwähnen).
Ich gehe zu Inkasso, weil nach Tabelle nur 40€ zu pfänden ist und unterschreibe eine Ratenzahlungsvereinbarung, damit ich ein Schreiben erhalte für meine Bank, mit der ich die Pfändung ruhen lassen kann.
Schuldnerberater, Anwalt etct.... keine Einigung. Inkasso will ca. 3000 Euro. Ich war zwar in Irrtum, sehe aber nicht ein, nachdem ich 85 von 87 Raten immer pünktlich gezahlt habe, so abgestraft zu werden, als könnte ich die Zahlung nicht einhalten.
Mein Anwalt hat nach 6 Monaten nicht einmal die Unterlagen durchgelesen. Nehme die Papiere und klage vor Gericht gegen die Kontopfändung.
In der Kontopfändung steht allerdings noch der ursprüngliche Gläubiger samt Anschrift, weil der damalige Titel weder von Inkasso1 noch von Inkasso2 umgeschrieben worden ist. Also setzt das Gericht die Klageschrift gegen die Hausverwaltung auf, obwohl diese die Forderung bereits 2001 abgetreten hat
Gericht, weist die Klage ab, weil der Beklagte - zurecht - abstreitet, eine Pfänädung gegen mich erwirkt zu haben.
Klage wird erneut eingereicht, diesmal gegen Inkasso2.
Gerichtstermin anfang 2012. Richter sagt, Klage wäre nicht schlüssig weil in der Klageschrift der ursprüngliche Titel enthalten ist, also eigentlich gegen Hausverwaltung geklagt werden müsse. (Hier verliere ich fast die Nerven). Der Vorsitzende meint, er könnte mit der Klage nichts anfangen, hat aber zur Güteverhandlung eingeladen.
Güteverhandlung geht in die Hose. Inkasso2 redet kein Wort. Richter scheint mich nicht besonders zu mögen (vielleicht weil ich ohne RA erscheine??) und liest mir die obligatorische Vorgehensweise vor (Forderung könne rückwirkend verzinst werden usw.).
Ich werde gefragt, ob das Gericht ein Urteil fällen soll? Ich sage ja, weil ich sonst keine Wahl habe. Zahlen muss ich so oder so. Verfahren war sowieso ein Parallelverfahren... gerade mal 10 Minuten Zeit. Überhaupt keine Zeit, um "in Güte zu verhandeln".
am 18.Jan. wurde Urteil erlassen. Ich habe gesamte Forderung zu zahlen, rückwirkend. Also insgesamt - mit Gebühren usw. - 4500 € + Gerichtskosten. Zur Berechnung der Gerichtskosten hat der Vorsitzende nicht einmal die 2500 aus dem Pfändungsbeschluss, sondern die wiederaufgelebten 4500 genommen. (Er mochte mich besonders).
Ich möchte Berufung einlegen. Hierzu bräuchte ich Hilfe, wie ich die Sache angehen soll. Eine andere Wahl bleibt mir eh nicht. Zahlen muss ich so oder so.... Mein Gefühl sagt mir, dass hier eine Ungerechtigkeit passiert. Man steckt mich mit Schuldnern in die selbe Schublade, die sich mutwillig nicht an Vereinbarungen halten. Selbst bei Mördern wird unterschieden, ob mutwillig oder im Affekt. Nur bei mir wird einfach nur objektiv vorgegangen.
Mir geht es hierbei nicht einmal um das Geld - auch wenn es für mich als Alleinverdiener und Familienvater viel ist. Dennoch liege ich über der Grenze und bekomme keine Hilfe.
Wie auch immer. Ich vermisse das "RECHT", wie es im Wort "GERECHTIGKEIT" vorkommt... nicht im Wort "RECHTHABEREI".
ENDE:
PS: Mittlerweile habe ich eine Kopie vom angeblichen Erinnerungs-/Korrekturschreiben der Inkasso, in der auf meinen Irrtum hingewiesen wird. Da drin wird ja nicht einmal erwähnt, wie hoch die Restforderung überhaupt ist. Es steht lediglich drin, dass ich weiter zahlen soll.
