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Lesen von Mails in fremdem EMail-Account


| 13.12.2014 09:37 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Der Vorsitzende eines Tierschutzvereins bat mich seinen Email-Accont von Spams zu reinigen. Dafür gab er mir das Passwort für seinen EMail-Account. Später loggte er sich dann bei mir Daheim, von meinem Computer, in seinen Account ein und las seine Mails. Als er fertig war schloss er seinen Account nicht, sondern fuhr den Computer einfach herunter. Später kam es zu einem ernsthaften Zerwüfnis zwischen dem Vorsitzenden und mir (Vereinsmitglied und Administrator der Vereinshomepage). Nun loggte ich mich, mit den von ihm auf meinem Computer gespeicherten Zugangsdaten, in sein Account ein und las seine Emails. Dabei stellte ich mehrere Verstösse von Vorstandsseite gegen das Vereinsrecht fest. Mit einem Punkt konfrontiere ich den Vorsitzenden. Daraufhin betrieb er meinen Vereinsausschuss (noch schwebend) und drohte mit Strafanzeige. Hinweis, ich wies den Vorsitzenden mehrmals daruf hin, sein Passwort zu ändern, was nicht erfolgte.
Frage, habe ich mich strafbar gemacht? Darf ich die erlangten Kenntnisse verwenden?
Danke im Voraus für Ihre Antwort.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine Strafbarkeit für das Lesen der E-Mails dürfte hier nicht vorliegen.

§ 202 StGB (Verletzung des Briefgeheimnisses) umfasst nach herrschender Meinung keine E-Mails.

§ 202a StGB (Ausspähen von Daten) dürfte hier nicht einschlägig sein, da Ihnen das Passwort ja mitgeteilt bzw. auf Ihrem Computer eingespeichert wurde, Sie also keine Zugangssicherung umgangen haben.

Man könnte hier ggf. an eine Strafbarkeit gemäß § 202b StGB (Abfangen von Daten) denken. Da Sie die E-Mails aber erst lesen, nachdem sie beim Empfänger im Postfach angekommen sind (also nach abgeschlossener Datenübermittlung), dürfte auch ein Abfangen von Daten zu verneinen sein. Zudem könnte man hier an ein tatbestandsausschließendes Einverständnis denken, da der Vorsitzende trotz der entsprechenden Hinweise das Passwort nicht geändert hat.

Bei begründetem Verdacht auf eine Straftat oder zumindest einer schwerwiegende Verletzung der Vereinsinteressen wäre eine Nutzung der erlangten Erkenntnisse (z.B. Weiterleitung an die Staatsanwaltschaft) denkbar, wobei aber hierfür irrelevante Bestandteile der E-Mails (die z.B. die Privat- oder Intimsphäre des Absenders oder Empfängers betreffen) entfernt werden sollten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 13.12.2014 | 11:54


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