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Leichte Körperverletzung ich sehe es als Notwehr


| 16.12.2010 08:55 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Guten Tag,

zum Fall.
Ich wurde angezeigt wegen vorsätzlicher leichter Körperverletzung. Zu meiner Person ich bin 22 Jahre alt und leider in meiner Jugend schon des öfteren Straffällig geworden im Zusammenhang mit Körperverletzungen ( Sozialstunden, Bußgelder ) .
In diesem konkreten Fall sehe ich es aber nicht als Körperverletzung sondern als Notwehr .
Schilderung :
Auf einer Party war der Geschädigte extrem betrunken und agressiv. Er provozierte mich den ganzen Abend über mit Aussagen zu meiner Kleidung und meinem Äußeren. Ich lies mich aber nicht darauf ein und Stand über diesen Aussagen.
Ich stand dann mit einem Freund vor dem Lokal als diese Person auch rauskam und sofort wieder anfing zu pöbeln. Ich lies mich auf eine Dikskussion ein in der er mich immer wieder beledigte und mir letzten Endes ins Gesicht fasste mit einer schlagenden Bewegung ( nicht stark, stellen sie sich vor er schuppste mich weg mit der Hand in meinem Gesicht ). Meine Reaktion darauf war ein Faustschlag in sein Gesicht. Der Geschädigte Schlug zurück und wir waren dann im "Clinch". Mein Freund ging dazwischen um zu Schlichten, der Geschädigte griff daraufhin meinen Freund mit einem Faustschlag an. Es ging hin und her . Der Geschädigte wollte einfach keine Ruhe geben wir waren zu 3. draussen, sodass wir beide bezeugen können wie der Geschädigte immer weiter eskalierte.
Dieser 120 Kilomann stürmte immer wieder auf mich zu obwohl ich mich schon deeskalierend entfernte und auf ihn einredete, um mich zu schützen Schlug ich ihn, da er mit geballter Faust und wild schreiend auf mich zu rannte. Er ging dann irgendwann ins Lokal um verstärken zu holen, als sich dann draussen eine Menschenmenge befand gab er immer noch keine Ruhe und schrie das er eine scharfe Waffe zuhause habe und wisse wo ich wohne und meine Familie töten wolle und äußerte die schlimmsten Beleidigungen. Eine Gruppe von mehreren Personen musste ihn davon abhalten wieder auf mich bzw. meinen Freund zu zustürmen. Wir entfernten uns dann vom Ort des Geschehens und fuhren nach Hause , da der Abend für uns gelaufen war.
Die herbeigerufene Polizei kam als wir schon weg waren. Auch die Beamten müssen bemerkt haben wie ausser Rand und Band die Person gewesen ist. Er erstellte in seinem Rausch natürlich eine Anzeige gegen mich und meinen Freund. Es gibt mehrere Zeugen die aussagen können wie betrunken der Geschädigte war der im übrigen Bekannt ist für Alkohol, Drogen und Gewaltexzesse. Er hat keine bleibenden Schäden davon getragen und wurde auch nicht im Krankenhaus behandelt, er hat stark aus der Nase geblutet. Aber ich habe auch diverese Schläge von ihm am Anfang der Eskalation abbekommen.
Meine Frage lautet an Sie nun , soll ich eine Aussage machen und auf Notwehr plädieren, wäre diese von Erfolg gekrönt? Soll ich nichts sagen? Wie hoch sehen sie die Chance, dass es zu einer Verhandlung kommt gerade auch im Hinblick auf meine Vorstrafen aus der Jugendzeit?!

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Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt beantworten und vorab darauf hinweisen, dass dieses Forum nur geeignet ist, einen groben Abriss über die rechtliche Lage zu erteilen und kein tiefgründiges Mandantengespräch ersetzen kann, insbesondere das Weglassen wesentlicher Angaben kann das Ergebnis der Beantwortung beeinflussen.

Den objektiven Tatbestand der Körperverletzung haben Sie dem Schlag ins Gesicht des Geschädigten erfüllt. Fraglich ist hierbei, ob Sie hier rechtswidrig gehandelt haben oder aber Ihr Verhalten durch Notwehr gem. § 32 StGB gedeckt gewesen war. Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden. Voraussetzung ist demnach zunächst eine so genannte Notwehrlage. Diese setzt einen unmittelbar bevorstehenden oder noch nicht abgeschlossenen Angriff voraus. Ein Angriff ist hier bei jeder einzelnen Attacke auf Sie zu sehen, nicht aber der gesamte Sachverhalt in einem Komplex. Aus Ihren Sachverhaltsschilderungen geht lediglich hervor, dass ein unmittelbar bevorstehende Angriff nur dann vorlag, als der potentiell Geschädigte mit geballter Faust und wild schreiend auf Sie zuging. In dem Zeitpunkt, als Sie den Geschädigten schlugen, kann durchaus von der Abwehr eines unmittelbar bevorstehenden Angriffes ausgegangen werden. Soweit eine andere Person beabsichtigt, Sie zu schlagen, Sie daraufhin zur Abwehr des Angriffes auch einen Schlag ausführen, so dürfte dies als geeignetes Mittel anzusehen sein, sich ihr Verhalten damit auch als verhältnismäßig darstellen.

Problematisch dürfte im vorliegenden Fall jedoch sein, dass der gesamte Sachverhalt komplexer war. Offensichtlich hat es mehrere Angriffe und auch Rangeleien gegeben. Unklar ist, welche Schlag von Ihnen tatsächlich zu den Verletzungen des Geschädigten geführt haben. Eine abschließende Beurteilung des vorliegenden Sachverhaltes ist jedoch nur nach Einsicht in die behördliche Ermittlungsakte möglich. Tatsache ist, dass die Notwehr nach §32 StGB keine Rangelei oder Prügelei rechtfertigt, auch wenn Sie vorab massiv beleidigt wurden.

Sie sollten sich jedoch in jedem Fall darauf berufen, aus Notwehr gehandelt zu haben. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie den Sachverhalt derart schildern, dass Sie nicht erst nach erfolgtem Schlag durch den Geschädigten selbst zugeschlagen haben, denn in solch einem Zeitpunkt wäre der Angriff bereits beendet gewesen, so dass ihr eigenes Verhalten nicht mehr als Notwehr gewertet werden kann.

Da sich aus Ihren Sachverhaltsangaben mindestens zwei Zeitpunkte einer Strafbarkeit wegen Körperverletzung ergeben, rate ich Ihnen an, zunächst die Aussage zu verweigern, den Sachverhalt unter Einsichtnahme der Ermittlungsakte zunächst durch einen Anwalt prüfen zu lassen und sich sodann durch einen Anwalt zur Sache selbst einzulassen. Haben Sie erst einmal eine für sie nachteilige Äußerung im Rahmen des Ermittlungsverfahrens getätigt, so kann diese im Wege des Urkundenbeweises durch Verlesung des Protokolls gegen Sie verwandt werden. Da Sie wohl bereits einschlägig strafrechtlich in Erscheinung getreten sind, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit im vorliegenden Falle zu einer Hauptverhandlung kommen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen vorerst behilflich sein konnte und verbleibe
Bewertung des Fragestellers 16.12.2010 | 16:37


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