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Lehrerin wird mit Audioaufnahme aus Unterricht konfrontiert


| 18.12.2008 10:30 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Liebe Rechtsanwältin,
lieber Rechtsanwalt,

meine Frau und ich benötigen für folgend geschilderten Fall eine juritische Klärung.
Meine Frau ist als Lehrerin tätig. Vor einigen Monaten kam eine neue Schülerin in ihre Klasse, in der meine Frau als Klassenlehrerin tätig ist. Die Eltern der Schülerin haben von Anfang an ein sehr auffälliges Verhalten an den Tag gelegt, z.B. Anrufe an den privaten Telefonanschluß, in dessen Gesprächsverlauf meine Frau immer mal wieder persönlich angegriffen wurde. Aus unerfindlichen Gründen "erfindet" die Schülerin immer mal wieder Geschichten/Begebenheiten (z.B. Schülerin wird angeblich von meiner Frau gezwungen, mit einem Füller zu schreiben), die sich im Unterricht zugetragen haben sollen. Diese Geschichten werden von den Eltern immer sofort geglaubt, und umgehend wird meine Frau angezählt. Wenn sich dann im Nachhinein die Geschichten als "Lügenmärchen" entpuppen, sind die Eltern immer kleinlaut und entschuldigen sich umfangreich, nur um beim nächsten Mal erneut loszupoltern.
Meine Frau hat die Situation immer sehr professionel gehandhabt, sie hat fortlaufend ihre zwei direkten Vorgesetzten informiert (die auch nach wie vor voll hinter ihr stehen), und auch trotz der genannten Probleme immer (in Beisein ihrer Vorgesetzten) den Dialog mit den Eltern gesucht. Auch hegt sie keinen Groll gegen die Schülerin - die beständigen Anschuldigungen seitens der Eltern sowie deren aufbrausendes Wesen sind das hauptsächliche Problem.
Die Beziehung ist also vorbelastet, nun hat beim letzten gemeinsamen Gespräch (Eltern, meine Frau, ihr Vorgesetzter) der Vater eine Bombe platzen lassen. Er habe angeblich in seinem Besitz eine Audioaufnahme, angefertigt von seiner Tochter während des Unterrichts, welche belegt, wie meine Frau seine Tochter über 1.5 Stunden hinweg immer wieder ausschimpfen würde. Meine Frau und ihr Vorgesetzter waren angesicht dieser Information sehr überrascht. Die Art und Weise, in welcher der Vater diese Information ausgespielt hat, ruft nun bei meiner Frau Gefühle der Drohung und Erpressung, sowie der Versuch einer Verleumdung vor ihrem Vorgesetzten hervor, obgleich sich meine Frau sicher ist, dass diese Aufnahme nicht derartig furchtbar sein kann wie vom Vater suggeriert. Meine Frau ist sich sicher, die Schülerin hin und wieder ermahnt zu haben, aber nicht 1.5 Stunden am Stück, und nicht in Form des "Ausschimpfens", sondern nur im Rahmen eines normalen Unterrichts, wie bei anderen Schülern auch.
Die Aufnahme wurde nicht vorgespielt und ist meiner Frau und ihrem Vorgesetzten unbekannt.
Unsere Fragen lautet nun: Welchen juristischen Status hat diese Aufnahme, da diese mitten im Unterricht, ohne Wissen meiner Frau, von der Schülerin erzeugt wurde? Kann dem Vater das weitere "Drohen" mit dieser Aufnahme untersagt werden? Können ev. sogar juristische Gegenmaßnahmen unternommen werden, um dem Vater eindeutig klar zu machen, dass hier eine Grenze überschritten wurde, die im Vertrauensverhältnis Schüler-Eltern-Lehrer nicht überschritten werden darf?

Wir bedanken uns für die Beantwortung der Fragen und verbleiben bis dahin mit freundlichen Grüßen.
Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Die Schülerin hat sich nach Ihrer Schilderung der Verletzung des vertraulichen Wortes nach § 201_StGB strafbar gemacht. Dazu genügt die Anfertigung einer Tonaufnahme des nichtöffentlich gesprochene Wort eines Dritten ohne dessen Einwilligung. Eine solche Tat wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

2.
Der Vater hat sich nach Ihrer Schilderung ebenfalls der Verletzung des vertraulichen Wortes nach § 201_StGB strafbar gemacht. Dies erfolgte dadurch, indem er das aufgenommene nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen im Wortlaut oder seinem wesentlichen Inhalt nach öffentlich mitgeteilt hat.

3.
Darüber hinaus haben sich wohl beide der Verleumdung nach § 187_StGB strafbar gemacht, da sie wider besseres Wissens unwahre Tatsachen behauptet oder verbreitet haben. Verleumdung wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe

4.
Sie können daher sowohl den Vater als auch die Tochter anzeigen.

5.
Desweiteren können Sie gegen die Tochter und den Vater auf Unterlassung der in dem Gespräch gemachten und unwahren Behauptungen klagen. Dazu rate ich Ihnen jedoch einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit Ihrer Vertretung zu beauftragen.
Gerne steht Ihnen unsere Kanzlei dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet wird. Auch eine größere örtliche Entfernung steht einer Mandatsübernahme nicht im Wege, da die Kommunikation auch gut über Telefon, EMail, Post und Fax erfolgen kann.

6.
Grundsätzlich sind die durch Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes gem. § 201_StGB in strafbarer Weise gewonnene Beweise gerichtlich unverwertbar. Wobei unter besonderen Umständen eine gerichtliche Verwertung gerechtfertigt sein kann. Diese besonderen Umstände sehe ich in Ihrem Falle, nach Ihrer Schilderung, allerdings nicht gegeben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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Bewertung des Fragestellers 20.12.2008 | 20:39


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