Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
464.269
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Lärmbelästigung durch Mieter über uns


21.04.2011 13:31 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack



Guten Tag,

wir wohnen seit 13 Jahren in einem Mietshaus mit insgesamt 8 Mietwohnungen.

Vor ca. 2 Jahren fand in der Dachwohnung über uns ein Mieterwechsel statt. Der bisherige Mieter war bei uns nicht wahrzunehmen.

Beim Mieterwechsel entschloss sich der Vermieter, die Dachwohnung mit Laminat auszulegen. Als die neue Mieterin, zu diesem Zeitpunkt alleinerziehend mit 4 jähriger Tochter) einzog, wurde es auf einmal sehr laut über uns. Jedes Geräusch und jeder Schritt ist bei uns zu hören. Anfangs dachten wir, dass sei Einzugslärm. Als der Geräuschpegel nach drei Monaten nicht besser wurde, haben wir unsere neue Mitbewohnerin freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass es sehr laut ist und sie gebeten, auf dem Laminat Hausschuhe zu tragen, weil bei uns jeder Schritt klingt, als würde eine Horde Elefanten durch die Wohnung trampeln. Des Weiteren haben wir sie darauf aufmerksam gemacht, dass es auch sehr nett wäre, Filz unter die Stuhlbeine zu kleben, denn jedes Stuhlrücken klingt bei uns wie ein Erdbeben. Der Geräuschpegel hat anfangs leicht abgenommen, nach einigen Wochen war aber wieder die alte Lautstärke da. Es hat allerdings noch einige Wochen gedauert, bis Filz unter die Stühle geklebt wurde.

Wir haben nach einiger Zeit die Mieterin nochmals angesprochen und sie freundlich gebeten, darauf zu achten, dass das Kind am Wochenende nicht von morgens 6.45 Uhr bis abends 21.00 Uhr ohne Unterbrechung durch die Wohnung tobt, rennt und von den Möbeln springt. Auch hier war wieder nur eine kurzzeitige Besserung spürbar.

Nach ca. einem ¾ Jahr haben wir uns an unseren Vermieter gewandt und die Vorkommnisse geschildert. Aussage des Vermieters war, dass sich die Mieterin in einem Mietshaus anzupassen habe und auch die Ruhezeiten einzuhalten sind. Der Vermieter hat sich telefonisch mit der Mieterin in Verbindung gesetzt und darauhingewiesen, dass sie nicht allein im Haus wohnt und Rücksichtnahme zu einem normalen Verhalten in einem Mietshaus gehört. Auch dies hatte nur kurzfristigen Erfolg.

Das Kind tobt wochentags wenn wir abends um ca. 18.00 Uhr nach Hause kommen bis 20.30 Uhr oder länger ohne Unterbrechung über uns durch die Wohnung. Es wird gehüpft, Ball gespielt und von den Möbeln gesprungen, dass bei uns der Glastisch vibriert.

Am Wochenende fängt das Toben um kurz vor 7.00 Uhr und in der Früh an. Wenn das Kind nicht tobt, wird sonntags morgens um 8.00 Uhr gestaubsaugt oder um 13.30 Uhr der Hausputz erledigt. Es werden Gegenstände hin und her geschoben und ca. 45 Minuten gestaubsaugt.

Es ist bei uns so laut, dass man nicht mal in Ruhe ein Buch lesen kann ohne andauerndes Poltern von oben drüber zu hören.

Wir haben ebenfalls Laminat in der Wohnung und unsere „Untermieter" gefragt, ob wir auch so laut sind und wenn ja, dass uns das sehr unangenehm wäre. Unsere „Untermieter" haben uns versichert, dass so gut wie keine Geräusche von uns wahrzunehmen sind. Im Übrigen herrscht zwischen allen anderen Mietparteien ein gutes und rücksichtvolles Nachbarschaftsverhältnis. Falls mal bei Mitmietern eine Feier statfindet, werden die anderen Mieter darüber informiert und ist kein Problem für den Rest der Mietgemeinschaft.

Bei der Mieterin über uns wird samstags nachmittags Kindergeburtstag oder ähnliches mit 10 tobenden Kindern gefeiert und man hält es nicht für nötig, die anderen Mitbewohner darüber zu informieren.

Wir haben auf Anraten unseres Vermieters ein Lärmprotokoll über 3 Monate erstellt und dieses vor ca. 6 Wochen an den Vermieter weitergeleitet. Kommentar des Vermieters war, dass die Lärmbelästigung sich tatsächlich über sehr lange Zeiträume erstreckt und keine Ruhezeiten eingehalten werden. Eigentlich war der Vermieter uns gegenüber bisher sehr verständnisvoll und wollte die Mieterin nocheinmal ansprechen. Eine Veränderung haben wir bisher leider nicht wahrgenommen.

Nachdem wiederholte Versuche bei Mieterin und Vermieter keine Verbesserung gebracht haben, würden wir gerne wissen, wie die sich die rechtliche Situation für uns darstellt. Müssen wir hinnehmen, dass wir so gut wie keine ruhige Minute mehr in unserer Wohnung verbringen können? Können wir die Miete mindern?

Ein Auszug kommt für uns nicht in Frage, da wir uns ansonsten im Haus und in der Umgebung sehr wohl fühlen.

Wir hoffen, wir konnten den Sachverhalt ausführlich genug schildern.

Vielen Dank für eine schnelle Beantwortung.

Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes beantworte ich die Frage gerne wie folgt:

Sie haben gegen den Vermieter einen Anspruch, daß sich die Mietsache in einem vertragsgemäßen Zustand befindet.

Dies folgt aus dem Wortlaut des § 535 BGB:

„Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten."

Zu dem vorgenannten vertragsgemäßen Zustand gehört auch ein Störungsschutz, der den Schutz vor Lärmbelästigungen durch andere Mieter miteinbezieht.

Mit anderen Worten: Sie haben einen Anspruch gegenüber Ihrem Vermieter, daß dieser dauernde und übermäßige Lärmbelästigungen durch andere Mieter verhindert bzw. abstellt.

Wenn er auf Ihre Beschwerde hin untätig bleibt, haben Sie das Recht die Miete entsprechend zu mindern.

Ich empfehle Ihnen daher folgendes Vorgehen:

Setzen Sie in einem Brief – am Besten per Einschreiben- Ihrem Vermieter eine letzte Frist zur Beseitigung des übermäßigen Lärms und kündigen Sie in dem Schreiben gleichzeitig an, daß Sie für den Fall der fortgesetzten Lärmbelästigung die Miete um den Betrag X mindern werden.


Ich möchte Sie noch einmal darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben und eine vollständige und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann.
Das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung ergeben.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung bieten und stehe Ihnen für eine persönliche Rechtsberatung auch über die Direktanfrage gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de


Nachfrage vom Fragesteller 21.04.2011 | 14:38

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Wie hoch ist der übliche Prozent-Satz für eine Mitminderung solcher Art?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.04.2011 | 14:49

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne möchte ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Dies ist natürlich im eine Frage des Einzelfalls, insbesondere der Häufigkeit, Dauer und Intensität der Lärmbelästigung.

Ohne genauere Kenntnis würde ich in einem solchen Fall zwischen 10% und 20% der Bruttomiete schätzen.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 56647 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle Antwort, genau auf den Punkt ohne Schnörkel, jederzeit gerne wieder ! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
sehr schnelle und klare Bewertung des Sachverhalts ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hallo Herr Greenawalt, vielen Dank für Ihre rasche, ausführliche und sehr informative Antwort, die schon mal ein wenig Licht ins Dunkel gebracht hat. Wir stehen aktuell weiter im Gespräch und ich hoffe, mich ggf. die Tage nochmals ... ...
FRAGESTELLER