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Ladendiebstahl - vom Detektiv verfolgt


06.11.2006 14:31 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Kugler




Mir ist am Samstag folgendes passiert: ich war mit meiner Schwester in einem großen Buchladen unterwegs. Ich war dort schon häufiger und habe dort gestohlen. Ich habe das immer auf die gleiche Art und Weise gemacht: Ich habe in den Kinderwagen sämtliche Sachen reingelegt, bin dann mit dem Aufzug nach unten gefahren, habe in diesem Augenblick (im Aufzug) eine Jacke, Tasche o. ä. auf die Ware gelegt und bedeckt und bin ohne Bezahlen aus dem Geschäft gegangen. Das ging auch immer gut. Diesen Samstag wollte ich auf die gleiche Art und Weise verfahren. Mir ist aber ein Mann aufgefallen, dieser war immer in meiner Nähe. Ich habe dann quasi abgeklärt, ob es ein Detektiv ist. Wir haben uns am Aufzug angestellt, er lief die Treppe nach oben usw. Es war klar ersichtlich, dass es einer ist. Wir also alles wieder ausgeladen und irgendwo hingelegt. Zwei Kleinigkeiten habe ich dann doch noch bezahlt. Wir waren dann schon erleichtert und sind langsam Richtung Auto gelaufen. Als wir dann die Kinder und den Kinderwagen eingeladen hatten, ist uns ein Mann aufgefallen, der auf der anderen Straßenseite stand und uns nicht aus den Augen ließ. Beim Wegfahren war dann plötzlich der Detektiv aus dem Laden wieder und hat sich hinter einer Telefonzelle versteckt. Ich hatte an diesem Tag aber wie gesagt nichts gestohlen. Jetzt habe ich die Befürchtung, dass es von den "letzten Einsätzen" Videoaufnahmen gibt und der Täter durch meine Autonummer (ist allerdings auf meinen Mann zugelassen) mit der Polizei auf mich zukommen wird??? Es können mich, wenn überhaupt,nur Aufnahmen im Aufzug überführen. Im Aufzug ist aber kein Hinweis von wegen Videoüberwachung oder so. Besteht jetzt die Möglichkeit, dass der Detektiv mit dem KFZ-Kennzeichen und Aufnahmen zur Polizei geht und ich anzezeigt werden kann? Darf die Polizei die Wohnung durchsuchen? Würden Aufnahmen als Beweis gelten, wenn nirgendwo in dem Geschäft darauf hingewiesen wird, dass Videoüberwachung besteht? Oder mache ich mich jetzt nur verrückt! Ich bin in der Richtung schon mehrmals aufgefallen und wurde bisher immer zu Geldstrafen verurteilt, war aber noch nie persönlich deshalb vor Gericht und bin aufgrund der Strafhöhe auch nicht vorbestraft. Wie soll ich reagieren, wenn die Polizei an der Haustür steht?
Ich hoffe, ich habe nicht zu kompliziert geschrieben!
Vielen Dank für die Antwort!
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 191 weitere Antworten zum Thema:
06.11.2006 | 16:30

Antwort

von

Rechtsanwalt Sascha Kugler
29 Bewertungen
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

in Anbetracht Ihres Einsatzes und des geschilderten Sachverhalt beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Die Überführung von Ladendieben mittels Videoüberwachung ist zulässig und wird bei Beachtung bestimmter Voraussetzungen auch vor Gericht als rechtmäßig akzeptiert.

Dies entschied das Bayerische Oberste Landesgericht am 24. Januar 2002 (AZ: 2 St RR 8/02) und lehnte eine entsprechende Revision gegen ein Urteil des Landgerichts Coburg ab.

Hierzu wurde festgehalten, dass in einem Kaufhaus zu Beweis- und Überwachungszwecken gefertigte Videoaufnahmen in der Regel keinen Verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht beinhalten, sofern Besucher beim Betreten der Verkaufsräume auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht werden.

So können für jedermann deutlich sichtbare Schilder an den Eingängen auf die Videoüberwachung hinweisen, wodurch die Besucher die Möglichkeit haben, den Besuch des Kaufhauses zu unterlassen, um sich der Überwachung nicht auszusetzen.

Ihre Schilderungen bzgl. des potentiellen Kaufhausdetektives sind sehr vage Vermutungen. Ich würde Ihnen raten, zunächst einmal abzuwarten.

Sollte die Polizei wahrhaftig vor Ihrer Tür stehen, sind Sie zu keiner Aussage verpflichtet. Für weitere Informationen lade ich Sie herzlich auf meine Homepage ein. Unter Rubrik Strafrecht erhalten Sie weitere Informationen zu diesem Thema.

Selbstverständlich stehe ich Ihnen auch für eine Rückfrage gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Kugler

Zum Abschluss möchte ich Sie noch auf Folgendes ausdrücklich hinweisen:

Diese Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich diese Auskunft lediglich auf die Informationen, die mir Rahmen der Sachverhaltsschilderung zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine umfassende verbindliche Beratung unerlässlich. Deshalb weise ich Sie ausdrücklich daraufhin, dass diese Leistung nicht im Rahmen der Online-Beratung erbracht werden kann.


Sascha Kugler, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.11.2006 | 19:46

Hallo H. RA Kugler,
vielen Dank für Ihre Antwort. Klar ist mir noch nicht folgendes: Wenn in dem Geschäft nicht sichtbar zu sehen ist, also kein Hinweis angebracht ist, dass Videoüberwachung stattfindet, könnten dann Videobänder als Beweis zugelassen werden? Und: Wir haben uns so verdächtig verhalten, als wir die Sachen wieder aus dem Wagen geholt und weggepackt haben, ist nicht auch "versuchter Diebstahl" strafbar? Aber da hätte uns der Detektiv gleich festhalten müssen, oder? Wie oft kommt es eigentlich vor, dass man, ich sage mal, wegen "einfachem Ladendiebstahl" ins Gefängnis kommt? Ich weiß, Sie können mir jetzt keine genaue Zahl nennen, aber ist das überhaupt üblich? Ich meine, Erpressung, Raub usw. sind doch meinem Empfinden nach "schlimmere" Vergehen oder sehe ich das falsch?
Vielen Dank nochmals!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.11.2006 | 12:29

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

zunächst möchte ich mich für Ihre Nachfrage bedanken.

Sollte in dem Geschäft wahrhaftig kein Schild erkennbar angebracht sein, so wird sich erst in einer Prüfung im weiteren Verfahren entscheiden, ob das Video als Beweismittel zulässig ist. Ohne Hinweis besteht jedoch die Möglichkeit, dass das Video als Beweismittel nicht zugelassen wird.

Ein versuchter Diebstahl ist ebenfalls unter Strafe gestellt, vgl. § 242 Abs. 2 StGB. Allerdings sind Sie möglicherweise strafbefreiend vom Versuch zurückgetreten, in dem Sie die Ware freiwillig zurückgelegt haben. Um dies beurteilen zu können, bedarf es jedoch einer detaillierteren Schilderung des Sachverhalts.

Ich weiß nicht, inwiefern Sie bereits durch andere Straftaten vorbelastet sind. Aber es ist eher unwahrscheinlich, dass Sie wegen eines Ladendiebstahls ins Gefängnis müssen. Es sei denn, sie sind auf Bewährung und haben bereits mehrfache Vorstrafen wegen Ladendiebstahls.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Kugler

Rechtsanwalt
Sascha Kugler
Alte Jakobstr. 85/86
10179 Berlin

Tel: +49 30 2345663-0
Fax: +49 30 234566336
www.ra-kugler.de
kontakt@ra-kugler.de
Skype ID: RechtsanwaltKugler

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Sascha Kugler
Berlin

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