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Ladendiebstahl (Ermittlungsverfahren)


| 06.10.2005 13:59 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger


| in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 08.06.2005 wurde ich von einem Kaufhausdetektiv beim Ladendiebstahl erwischt. (Wert der Gegenstände ca. 13eur) Zuvor habe ich in einem anderen Geschäft ein Kleidungsstück im Wert von ca. 7eur gestohlen, welches anscheinend in dem Drogeriemarkt indem ich erwischt wurde Alarm auslöste.Daraufhin durchsuchte das Personal meinen Rucksack indem sich sehr viele Gegenstände befanden (ich meine damit nichts gestohlenes, sondern Sportsachen, Bücher..) u.a. auch ein paar Socken und ein Armband.(Diesen Rucksack nehme ich immer zum Sporttraining mit und hatte dies Dinge noch in der Tasche liegen, da ich öfters bei meinem Freund übernachte und an diesem Tag auf dem heimweg war) Die später eintreffende Polizei nahm mir diese Sachen ab, nachdem die Drogeriemarktsleiterin behauptete ich hätte diese gestohlen. (Diese Artikel gibt es nicht im oben genannten Drogeriemarkt und ich wusste auch nicht, dass Detektiv und Personal mich nicht durchsuchen dürfen.)
Weiterhin fuhr die Polizei zu mir nach Hause , da ich meinen Personalausweiss vergessen hatte und betrat meine Wohnung bzw. behauptete man habe das Recht dazu. Den Ausweis zeigte ich sodann vor.
Ich kreuzte an keine Angaben machen zu wollen und einen Anwalt zu beauftragen,da ich sehr verwirrt war. Nun habe ich einen Brief der Staatsanwaltschaft plus Anhörungsbogen bekommen.
Betreff: Ermittlungsverfahren Tatvorwurf: Diebstahl
Darin steht es käme ein Vergehen nach §263StgB in Betracht. Anstelle einer Vorladung zur Vernehmung möchte man mir Gelegenheit geben mich schriftlich zu äussern.
Dass ich die Angaben zur Person machen muss weiss ich. (§111 wird genannt)
Weiterhin steht im Brief "wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen werde ich bei Gericht gegen Sie den Erlass eines Strafbefehls beantragen, um Ihnen eine Hauptverhandlung vor Gericht zu ersparen." Weiterhin steht dort auch"abschliessend weise ich daraufhin, dass beabsichtigt ist, das Verfahren gemäß 153Abs.1 der Strafprozessordnung einzustellen. Die am 08.06. bei der Polizei sichergestellten Bekleidungsgegenstände unterliegen §74StgB der Einziehung, weil sie diese durch eine rechtswidrige Tat erworben haben. Sofern mir binnen 2 Wochen ab Erhalt dieses Schreibens keine gegenteilige Erklärung zugeht, nehme ich an, dass sie einer aussergerichtlichen Einziehung der gegenstände (Rückgabe an geschädigte) zustimmen."
Weietrhin soll ich ankreuzen ob ich die mir vorgeworfenen Tat zugebe.
Mein Frage ist nun, wie ich auf dieses Schreiben antworten soll.
Da mir die ganze Sache sehr peinlich ist und leid tut mäöchte ich es hintermichbringen. Allerdings ärgert es mich, dass man mir Armband und Socken abnahm. Würde allerdings auf diese Sachen verzichten um die SAche schnell hintermichzubringen. Was passiert wenn ich die Tat nun zugebe? Dann gebe ich ja somit auch einen Diebstahl in 2 weiteren Geschäften zu (wgn Socken und Armband--We´rt insg. ca.8eur)? Können diese mich dann anzeigen? Erhöht sich meine Strafe? Ich bin Studentin und verdiene momentan 800Eur netto.
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 191 weitere Antworten zum Thema:
06.10.2005 | 14:15

Antwort

von

Rechtsanwalt Stefan Steininger
373 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Zunächst einmal währe eine Einstellung nach § 153 StPO wünschenswert. Dabei wird wegen geringer Schuld das Verfahren eingestellt.

Hierzu wird eine geständige Einlassung hilfreich sein.

Abschließend lässt sich Ihre Situation in diesem Forum nicht beurteilen (s. „Hilfe“).

Nach Ihrer Schilderung gehe ich jedoch davon aus, dass Sie sich hier sinnvoller weise geständig hinsichtlich des einen Diebstahls einlassen. Der Einziehung sollten Sie auch im Hinblick auf den Wert) nicht entgegentreten.

Natürlich ist der Umstand der anderen Waren problematisch. Eine andere Anzeige halte ich aber für unwahrscheinlich. Denn ein konkreter Tatvorwurf dürfe Ihnen kaum noch zu machen sein.

Wenn Sie keinen Kollegen vor Ort beauftragen wollen, sollten Sie mit der Staatsanwaltschaft kooperieren und die Tat zugeben. Zeigen Sie bei Ihrer Stellungnahme Reue. Dies wird sich positiv auswirken.

Nicht ganz klar ist in diesem Zusammenhang aber der Hinweis auf § 263 StGB. Hierbei handelt es sich nicht um Diebstahl, sondern um Betrug. Dies wäre zum Beispiel gegeben, wenn Sie sich eine Leistung verschaffen, ohne diese Zahlen zu wollen. Hier sollten Sie nochmals bei der Staatsanwaltschaft nachfragen.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 06.10.2005 | 14:56

Vielen Dank für ihre schnelle Antwort. Natürlich möchte ich die tat im Drogeriemarkt nicht abstreiten und werde dies auch zugeben und mich entschuldigen.
Ich habe zwischenzeitlich bei der Staatsanwaltschaft angerufen und man sagte mir es handle sich bloß um einen Schreibfehler beim §263StGB.
Weiterhin möchte ein Bekleidungsgeschäft Anzeige gegen mich erstatten (oder hat dies schon getan), da man unzweifelhaft festgestellt hätte, dass die anderen Bekleidungsgegenstände aus deren Sortiment stammen. Ich könne mich schriftlich dazu äussern. Was passiert nun, wenn ich nur den Diebstahl im Drogeriemarkt zugebe bei dem der Kaufhausdetektiv mich ertappte, jedoch nicht den der anderen Gegenstände (wovon auch nur einer im Wert von ca.4eur gestohlen war-ich aber keine Kassenbons habe)? Wäre es vorteilhafter einfach alles was mir vorgeworfen wird zuzugeben? Zudem kreuzte ich damals bei der Polizei an, dass ich einen Anwalt einschalte. (ich war verwirrt und wusste nicht was richtig ist.) Daher ginge man eh davon aus, dass ich alles zugebe (so die Staatsanwaltschaft)? Mir ist jetzt absolut nicht klar, wie ich mich am sinnvollsten verhalten soll. Wenn es besser für mich ist gebe ich meinetwegen auch zu alles gestohlen zu haben (auch die Sachen, die ich nicht gestohlen habe), denn einen Kassenbon der Socken habe ich wie gesagt nicht mehr und das Armband war ein Geschenk (diese Person könnte ich zur Not benennen).

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.10.2005 | 18:02

Sie sind trotz Angab natürlich nicht verpflichtet, einen Anwalt einzuschalten.

Natürlich müssen Sie nichts zugeben, was Sie nicht getan haben. Schildern Sie die Situation wahrheitsgemäß und benennen Sie den Schenker.

Den einen Diebstahl, den Sie begangen haben, geben Sie zu.

Im Zweifel sollten ie einen Kollgen vor Ort (ggf. über Beratungshilfe - Info beim Amtsgericht) einschalten.

Bewertung des Fragestellers 2009-03-12 | 19:37


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ANTWORT VON
Rechtsanwalt Stefan Steininger
Murr

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