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Frage geschrieben am 10.10.2006 21:19:00

LADENDIEBSTAHL+VORSTRAFE

Rechtsgebiet: Strafrecht | Einsatz: € *** | Status: Beantwortet | Aufrufe: 4673
sehr geehrter damen und herren,
innerhalb von 6 monaten habe ich beim entwenden eines buches unter €50 zum 2. mal von einem ladendetektiv angezeigt worden ohne polizeianwesenheit.
bei dem 1. fall war €800 die erste strafe beim entwenden von zwei paar manschettenknopfe für € 98.
- gibt es eine polizeivorladung?
- gibt es eine hausdurchsuchung?
- gilt diese dann als eine vorstrafe?
- wie geht es weiter bzw. was erwartet mich im schlimmsten fall?
- gibt es eine verhandlung?
- muss ich einen anwalt konsultieren?


Hinweis:
Achtung Archiv!
Diese Antwort ist vom 11.10.2006 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.
Antwort geschrieben am 11.10.2006 10:32:07
Rechtsanwalt Thilo Wagner
Poll-Vingster-Straße 105, 51105 Köln, Tel: 022146023314, Fax: 022146023322
Verkehrsrecht, Familienrecht, Erbrecht, Ordnungswidrigkeitenrecht
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Sehr geehrter Fragesteller,

bitte beachten Sie zunächst, dass aufgrund der wenigen Sachverhaltsangaben nur eine erste Einschätzung zur Sach- und Rechtslage abgegeben werden kann. Diese allgemeine Bewertung dient jedoch durchaus als sinnvolle Orientierung in dem weiteren Verfahren. Für eine detaillierte Auskunft ist die direkte Beauftragung und Befragung eines Rechtsanwaltes unentbehrlich. Es ist zudem möglich, dass bisher nicht bekannte Tatsachen die rechtliche und tatsächliche Würdigung des von Ihnen beschriebenen Falles ändern. Unter Berücksichtigung des von Ihnen beschriebenen Sachverhalts und des von Ihnen eingestellten Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

1.) Zur Frage Ihrer Vernehmung als Beschuldigter:

In dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren ist die Vernehmung des Beschuldigten regelmäßig unerlässlich. Sie werden somit mit einer Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung rechnen müssen. Bitte beachten Sie jedoch, dass Ihnen als Beschuldigter ein Aussageverweigerungsrecht zusteht und sie bei einfachen Sachverhalten (wie hier) auch schriftlich zum Tatvorwurf Stellung nehmen können. Unter diesen Gesichtpunkten ist das Erscheinen zur Beschuldigtenvernehmung vermeidbar.

2.) Hausdurchsuchung:

Eine Hausdurchsuchung ist bei dem von Ihnen beschrieben Sachverhalt nicht zu erwarten.

3.) Vorstrafe:

Die bloße Durchführung eines Ermittlungsverfahren ist nicht als Vorstrafe zu werten.

4.) Verfahrensaussicht und 5.) Straferwartung:

Eine genaue Prognose des Verfahrensverlaufes ist aufgrund der wenigen Sachverhaltsangaben nur sehr vage möglich. Im günstigsten Fall wird das gegen Sie geführte Verfahren eingestellt. Im negativsten Fall dürfte eine Verurteilung wegen Diebstahls, strafbar gemäß § 242 Strafgesetzbuch (StGB), zu erwarten sein. Ein Diebstahl kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. Auch der Versuch ist strafbar. Der Diebstahl und die Unterschlagung geringwertiger Sachen wird zudem regelmäßig nur auf Antrag verfolgt. Aufgrund Ihrer nur einmaligen Vorbelastung ist in Ihrem Fall eine erhöhte Geldstrafe wahrscheinlich.

6.) Beauftragung eines Rechtsanwaltes

Ich rate Ihnen unbedingt, einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen. In dem von Ihnen beschriebenen Fall dürften sich die hierfür zu erbringenden Rechtsanwaltsgebühren im überschaubaren Rahmen halten. In Hinblick auf den bei einer versierten Strafverteidigung regelmäßig zu erwartenden erheblich günstigeren Verfahrensausgang (z.B. durch Verfahrenseinstellung oder geringere Strafe), lohnt sich diese Investition in Ihre Rechte.

Ich hoffe, dass Ich Ihnen mit dieser Antwort eine erste Orientierung geben konnte.

Bei Nachfragen können Sie mir am schnellsten direkt eine E-Mail an tw@wagnerhalbe.de senden. Sie erhalten zeitnah eine kostenfreie Rückantwort.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Thilo Wagner
Wagner Halbe Rechtsanwälte - Köln
www.wagnerhalbe.de

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