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Kundenreferenzliste auf Website


04.12.2008 21:28 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich bin Werbetexter und möchte eine neue Website ins Netz stellen. Im Kreativbereich sind Referenzen unerlässlich. Ich möchte deshalb Projekte in der Form aufführen:

- „Texterstellung einer Imagebroschüre für Unternehmen A“
- „Konzeption einer Anzeigenkampagne für Unternehmen B“

Die Unternehmen für die ich texte sind zum Teil sehr renommiert und ich möchte ungern auf eine Nennung verzichten. Nun ist es so, das ich mich nicht direkt mit diesen Unternehmen in einem Vertragsverhältnis befinde, sondern von Werbeagenturen beauftragt werde, deren Kunden diese Unternehmen sind.

Dabei stellen sich für mich folgende Fragen:

1) Darf ich eine solche Liste ins Netz stellen, auch ohne die Agenturen bzw. Unternehmen um Erlaubnis zu fragen.
Zur Erläuterung: meine neue Seite richtet sich eher an Unternehmen als an Agenturen und ich würde die Agenturen nur ungern darauf stoßen, dass ich mich mit meinem Angebot nun direkt an Unternehmen wende.

2) Wenn nicht korrekt, was wäre die konkrete Rechtsfolge? Ich bin bereit, hier ein gewisses Risiko einzugehen.

3) Könnte es passieren, dass ich für jede genannte Firma eine einzelne Abmahnung bekomme, also z.B. 20 Abmahnungen bei 20 genannten Unternehmen? Das wäre dann auch für mich zu viel des Guten.

4) Behalte ich eigentlich die Urheberschaft an meinen Texten? Ich habe mit den Agenturen in dieser Hinsicht nichts vereinbart. Bedeutet das, dass nur das einfache Nutzungsrecht übertragen wird. Auch die Agenturen werden i.d.R. das einfache Nutzungsrecht an die Unternehmen übertragen, so sehen es die meisten AGB vor.

5) Neben dieser Liste, die wie gesagt auf meiner Website publiziert wird, möchte ich ein „Referenzbooklet erstellen“, das ich Interessenten als pdf auf Anforderung elektronisch zusenden möchte. Das Ganze soll so aussehen, dass ich ein Bild, z.B. das Titelbild einer Broschüre, die ich getextet habe, in verkleinerter (aber doch erkennbarer) Form zeige und darunter dann ein oder zwei Seiten Textprobe aus der betreffenden Broschüre. Frage: Ist das juristisch unbedenklich? Wenn nicht, was wären hier die Rechtsfolgen. Falls das nicht juristisch unbedenklich ist, in welcher Form wäre unbedenklich?

Danke für Ihre Hilfe!
04.12.2008 | 22:40

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und gemäß der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

1.) Hierzu ist sich die Rechtsprechung noch nicht einig, die vorherrschende Richtung beurteilt eine solche Liste ohne Zustimmung der aufgelisteten Firmen als widerrechtlich.

2.) Sie könnten auf Unterlassen in Anspruch genommen werden, also abgemahnt werden.

3.) Ja, das kann durchaus passieren.

4.) Wenn Sie nur ein einfaches Nutzungsrecht übertragen, behalten Sie ebenfalls das Nutzungsrecht an den Texten, können die Nutzungsrechte also auch an andere Verkaufen. Wenn nichts vereinbart wird, wird stets nur das einfache Urheberrecht übertragen. Das Urheberrecht bleibt stets bei Ihnen, jedoch können Sie dieses nur nutzen, wenn Sie auch das Nutzungsrecht haben.

5.) Wenn Sie das einfache Nutzungsrecht an den Texten haben, können Sie diese Texte durchaus in Booklets verwenden. Die Broschüre allerdings können Sie nicht verwenden, da Sie keine Nutzungsrechte an diesen haben. Wenn Sie es dennoch tun, können Sie abgemahnt werden.
Es ist nur unbedenklich, wenn Sie sich die Erlaubnis zur Verwendung geben lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2008 | 16:44

Danke, Herr Weber, für Ihre Antwort, auch wenn sie nicht in meinem Sinne ist. Ihre Berliner Kollegen sehen das Ganze übrigens nicht ganz so restriktiv und plädieren für eine konkludente Veröffentlichungserlaubnis, wenn dem keine Geheimhaltungsvereinbarungen entgegenstehen, wenn ich das richtig interpretiere:

http://www.karstenundschubert.de/deutsch/rechtsgebiete/wettbewerbsrecht/werbung-mit-referenzen/

Aber Sie sagten ja schon, das sei die Rechtsprechung sich noch nicht einig.


Kurze Nachfrage: Mir ist noch nicht ganz klar, wie das Kostenrisiko einzuschätzen ist, wenn man eine solche Liste trotzdem ins Netz stellt, wie es ja auch fast alle machen.

Können Sie ein Worst-Case-Szenario entwerfen? Also wer kann weshalb abmahnen (Marken oder Namensverletzung) , wie teuer kann das maximal werden etc? Da der Abmahnende nicht wissen kann, ob die Erlaubnis von den Unternehmen vorliegt oder nicht und überdies die Rechtlage nicht eindeutig ist, muss doch das Risiko als relativ gering einzuschätzen sein oder wie sehen Sie das?

Danke für Ihre Hilfe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2008 | 17:15

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Abmahnung erfolgt stets im Auftrag des Inhabers der Marken- bzw. Namensrechte. Dementsprechend wird der Abmahnende stets wissen, ob eine Erlaubnis vorliegt. Die Kosten einer einzelnen Abmahnung richtet sich stets nach dem Wert und damit nach dem Bekanntheitsgrad des Namens bzw. der Marke und fängt bei knapp € 500 ohne obere Grenze an.
Das Risiko ist also durchaus beachtlich.

Davon unabhängig ist auf einer nicht-rechtlichen Ebene zu beachten, daß einige Firmen ein unautorisiertes Erscheinen in einer solchen Referenzliste nicht witzig finden und dies bei zukünftigen Auftragsvergaben beachten.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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