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Kundenliste verpachtet?


13.12.2016 11:49 |
Preis: 98,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo!

Ich habe Folgendes mit einem Bekannten vollzogen:
Ich produziere Teigwaren, die ich auch an meine Kunden auslieferte.

Um meine Umsätze zu steigern ging ich mit einem Bekannten ein Geschäft ein. Ich verteibe nun meine Ware direkt auf Rechnung an ihn und er darf befristet meine Kundenkontakte nutzen, um die Ware auf seine eigene Rechnung die Kunden weiter zu verkaufen. Da er letztlich mein einziger Kunde ist, habe ich dadurch nichts mehr mit Forderungsausfällen, Lieferungen usw. am Hut.

Können Sie mir sagen, um was für eine Vertragsart es sich zwischen mir und meinem Bekannten handelt und ob unsere mündliche Vereinbarung grundsätzlich reicht?

Freundliche Grüße

Nicole
Eingrenzung vom Fragesteller
13.12.2016 | 12:08
13.12.2016 | 13:02

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich könnte es sich hier tatsächlich, wie Ihr Steuerberater meint, um die Unternehmenspacht handeln.
Allerdings handelt es sich meines Erachtens eher um ein Gemisch aus Subunternehmervertrag, da Sie ja quasi für den Bekannten produzieren und gleichzeitiger Überlassung Ihrer Kundendaten an Ihn.

Im Rahmen einer Unternehmenspacht wird der Betrieb als Ganzes dem Pächter zur Nutzung gegen Zahlung auf Zeit überlassen.
Sie haben hier ja eigentlich nicht Ihren kompletten Betrieb als Ganzes überlassen, sondern betreiben Ihr Geschäft ja unter dem eigenen Namen weiter. Geändert hat sich lediglich, dass Sie als Subunternehmer für einen Käufer handeln, der dann weiterverkauft an Ihre "früheren" Kunden.

Sie sollten hier, auch wenn nicht zwingend notwendig, schriftliche Vereinbarungen schließen. Zunächst einen Vertrag über die Modalitäten der Lieferung an Ihren Bekannten. Und sodann einen Vertrag, mit dem Sie die Kundendaten schützen für den Fall, dass die Gescäftsbeziehung mit Ihrem Bekannten in die Brüche geht, eine Art Kundenschutzklausel/ Wettbewerbsklausel.

Sie müssen bedenken, dass Ihr Bekannter nunmehr gegenüber Ihren Kunden als Vertragspartner auftritt, nicht mehr Sie.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

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