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Kündigung wg. wiederholten Stürzen im Betrieb


08.12.2012 17:08 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Arbeitsverhältniss besteht seit 1981 ohne Unterbrechung beim selben AG
Ich bin 1950 geboren.
Ich bin 2008 im Betrieb aus unerfindlichen Gründen gefallen und habe mir den Oberarm gebrochen.

Dieses Jahr bin ich 2 mal gefallen und habe mich im Gesicht verletzt.

Sonst ist nie etwas gewesen seit 30 Jahren.

Habe jetzt die Kündigung bekommen mit folgendem Wortlaut:

Sehr geehrte Frau.....

" mit Bedauern haben wir davon Kenntnis genommen, das Sie am 26.11.2012 zum wiederholten Male an Ihrem Arbeitsplatz, ohne äussere EInflüsse gefallen sind.
Wir sind zu dem ENtschluss gekommen, dass wir im zuge unserer Fürsorgepflicht und auch zu Ihrem Selbstschutz, Sie nicht mehr an Ihrem Arbeitsplatz einsetzen können.

Hiermit kündigen wir das Arbeitsverhältniss fristgemäß zum

30.Juni 2013

Ab sofort sind Sie unter Anrechnung bestehender Urlaubsansprüche , von der Arbeit freigestellt.

Mit freundlichen Grüßen"


Das ist der genaue Wortlaut.

Nach 30 Jahren einfach so das will ich nicht akzeptieren.

Wie soll es jetzt weitergehen ich bin 62 Jahre alt und werde garantiert nix mehr finden.


Wie schätzen Sie die Möglichkeit der Kündigungsschutzklage ( über 50 ANgestellte)
um auf eine Abfindung zu kommen.

WIe verhalte ich mich weiter.


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Sehr geehrte Fragestellerin,


Ihre Frage möchte ich gemäß Ihrer Sachverhaltsdarstellung gerne wie folgt beantworten:

Sie sollten umgehend einen ortsansässigen Kollegen kontaktieren, um die Option der Kündigungsschutzklage konkret zu erörtern, da ich aus Ihren Angaben grundsätzlich gute Erfolgsaussichten für eine entsprechende Klage erkennen mag. Natürlich sind grundsätzlich alle Umstände hierbei zu berücksichtigen, was in diesem Rahmen stets schwierig ist.
Nach Ihren Angaben fallen Sie grds. unter die besonderen Kündigungsschutzregeln des KSchG, da Ihr Arbeitgeber mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt. Die Kündigung muss grds. sozial gerechtfertigt sein, d.h. es muss ein vertretbarer Kündigungsgrund vorliegen. Eine betriebsbedingte Kündigung ist nicht ersichtlich, sodass letztlich als Kündigungsgründe verhaltens- oder personenbedingte Umstände gegeben sein müssten. Eine durch Unfall (Arbeitsunfall) bedingte, zeitlich offenbar begrenzte Arbeitsunfähigkeit allein rechtfertigt insoweit eine Kündigung aus Krankheit grundsätzlich nicht. Hier müssen immer auch weitere Umstände hinzutreten, z.B. eine zeitlich nicht absehbare und bzw. nicht prognostizierbare Heilung. Eine verhaltensbedingte Kündigung, die ggf. darauf gestützt werden könnte, dass Sie ggf. Unfallverhütungsvorschriften o.ä. Anweisungen nicht befolgt haben und hieraus wiederholt Unfälle am Arbeitplatz und daraus resultierend (längere) Arbeitsunfähigkeiten resultierten, ist nach Ihrer Schilderung ebenfalls nicht ersichtlich. Des weiteren wäre ein vertragswidriges Verhalten (Nichtbeachtung von Unfallverhütungsvorschriften) dieser Art auch letztlich abmahnungsfähig und -erforderlich gewesen, so dass eine entsprechende Abmahnung mit der Inaussichtstellung einer Kündigung im Wiederholungsfall erforderlich sein sollte, um eine entsprechende Kündigung wirksam durchführen zu können. Eine solche m. E. erforderliche Abmahnung liegt nach Ihren Angaben ebenfalls nicht vor. Aus diesen Gründen, die lediglich eine erste Einschätzung der Rechtslage darstellen können, empfehle ich die umgehende Kontaktaufnahme mit einem Arbeitsrechtler vor Ort, da für die Erhebung der Kündigungsschutzklage eine 3-Wochenfrist ab Zugang der Kündigung (§ 4 KSchG) läuft. Sofern es im Betrieb einen Betriebsrat gibt, können/ sollten Sie sich zusätzlich an diesen wenden (Kündigungseinspruch) mit der Maßgabe, dass dieser ggf. noch eine Verständigung mit dem Arbeitgeber herbeiführen kann.
Ein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung gibt es in dem Sinne nicht. §§ 9, 10 KSchG machen eine Abfindung möglich, wenn das Arbeitsgericht feststellt, dass das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht aufgelöst wurde, die weitere Zusammenarbeit aber unzumutbar erscheint, sodass das Arbeitsverhältnis auf Antrag aufgelöst wird. Die Höhe der Abfiindung würde sich dann nach § 10 KSchG richten. Auch ist eine Abfindung im Rahmen eines Vergleichs (gerichtlich oder außergerichtlich) denkbar.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung verschaffen. Hinweisen möchte ich noch darauf, dass diese Plattform nur eine erste rechtliche Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts leisten kann. Eine umfassende Rechtsberatung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden.


Mit freundlichen Grüßen,

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