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Kündigung / Schlichtung


26.12.2014 21:21 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung: Ist ein Schlichtungsausschuss eingerichtet, ist dieser vor einer Kündigungsschutzklage eines Auszubildenden anzurufen.


Hallo,

meine Azubi ist nimmt sich ständig Krank und gibt die Krankmeldung immer sehr spät ab, sodass man gar nicht weiß, wie lange er ausfällt. Sogar für seine Hochzeit hat er sich Krank gemeldet und privat gefeiert.

Trotz Abmahnung hat er es wieder gemacht einfach ein SMS zu schicken, er sei Krank. Aber wie lange, das wird nicht gesagt. Ich habe Ihn daraufhin die fristlose Kündigung gegeben, weil ich dieses Sachverhalt schon ein mal abgemahnt hatte.
Der Kündigungsgrund ist hier verspätet abgegenbene Krankmeldungen.

Er hat die Rechtmäßigkeit des Kündigungs durch Anwalt anfechten lassen und ein Schlichtung beantragen lassen. In den Anwaltsbrief geht auch hervor, dass ein weitere Zusammenarbeit nicht zumutbar ist. Dabei bezieht er sich auf ein vertrauliches Vieraugengespräch zwischen uns.

Strebt er ein Kündigungsprozess an? Was kann in so ein Fall passieren? Kommt es zum vergleich zwischen die Parteien? Was, wenn ich Ihn weiter beschäftige? Ich will ein Prozess auf jedem Fall verhindern.

Vielen Dank für ihre Antwort im voraus.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragesteller,

nach § 111 Abs. 2 Arbeitsgerichtsgesetz (ArbGG) muss im Vorfeld eines Kündigungsschutzprozesses eines Auszubildenden ein Schlichtungsverfahren vor dem zuständigen Ausschuss stattfinden, wenn ein solcher eingerichtet ist. Insofern ist dieser Antrag in der Tat der erste Schritt zur Klage.

Das Verfahren vor dem Schlichtungsausschuss sieht folgendermaßen aus: Es gibt zunächst einen Schlichtungstermin, in welchem versucht wird eine gütliche Einigung zu erzielen (etwa Aufhebung des Ausbildungsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung). Ob es tatsächlich zu einer Einigung kommen wird, liegt an Ihnen und an Ihrem ehemaligen Auszubildenden. Die Erfolgsquote ist jedoch recht hoch.

Gelingt eine gütliche Einigung nicht, so fällt der Schlichtungsausschuss einen Schlichtungsspruch. Dieser kann dann binnen einer Woche von beiden Seiten anerkannt werden. Wird er nicht anerkannt, kann binnen weiterer zwei Wochen von Ihrem ehemaligen Auszubildenden Klage zum Arbeitsgericht erhoben werden.

Ob es soweit kommen wird, kann ich leider nicht voraussagen. Ebenso kann ich nicht die Erfolgschancen für Schlichtungsverfahren und eventuellem Gerichtsverfahren einschätzen. Hierfür wäre die Kenntnis des genauen Sachverhalts, sowie des Ausbildungsvertrages (insbesondere Probezeit), Abmahnungen und Kündigungsschreiben erforderlich.

Wenn Sie selbst Ihre Erfolgschancen aber schon als sehr gering ansehen, können Sie selbstverständlich auch Ihren ehemaligen Azubi weiterbeschäftigen. Das Schlichtungsverfahren würde damit, zumindest weitestgehend, gegenstandslos werden. Es kann dann lediglich sein, dass noch ausstehender Lohn für die Zeit der Nichtbeschäftigung verlangt wird.

Ich hoffe ich konnte einen kleinen Überblick geben und verbleibe


mit freundlichen Grüßen
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