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Kündigung! Abfindung


27.11.2014 06:24 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes Kromer


Zusammenfassung: Zur Abfindungshöhe bei veranlasster Eigenkündigung.


Hallo!

Ich bin gelernter Karosseriebauer (25 Jahre alt) und arbeite seit 1,5 Jahren bei einer Firma, die Autoteile produziert (ca. 900 Mitarbeiter). Nun möchte die Geschäftsführung ca. 200 Leute entlassen und hat ein Angebot unterbreitet, dass bis zu 31.11.2014 gilt: wer freiwillig zum 31.12.2014 kündigt, erhält eine Abfindung von 7500€ brutto, natürlich das Gehalt für Dezember und es entfallen alle Minusstunden (in meinem Fall 80 Stunden, da in den letzten Monaten die Geschäftslage schwierig war und wir weniger gearbeitet haben). Wenn nicht genügend Personal freiwillig geht, besteht wohl die Gefahr von Kündigungen nach Sozialplan für 2015 - dann sieht es für mich schlecht aus, da unverheiratet, keine Kinder.

1. Ist es ratsam dieses Angebot anzunehmen oder sollte ich vllt noch warten ob evtl eine höhere Abfindungssumme gezahlt wird?

2. Können Sie mir sagen, ob ich Anrecht auf Unterstützung im Falle von Arbeitslosigkeit habe, wenn ich dieses Angebote annehme und freiwillig kündige?

Ich freue mich über eine zeitnahe Antwort, da es etwas dringlich ist!

Danke und Grüße


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bitte lassen Sie mich eingangs etwas ausführen, warum Fragen nach der Abfindungshöhe nur schwer zu beantworten sind:

Bei der Beurteilung der Abfindungshöhe spielen viele Faktoren eine Rolle, u.a.

- Wie sehr ist dem Arbeitgeber an einer schnellen Lösung ohne Gerichtsprozess gelegen
- Besteht ein Betriebsrat? Wie ist das Verhältnis zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber
- Was ist konkret geplant? Kompletter Abbau einer Abteilung zwecks Spezialisierung auf einen Bereich (Wegfall Karosseriearbeiten und Spezialisierung auf Sitze) oder Rasenmähermethode (es trifft von jeder Abteilung jemand)

Ganz wesentlich ist, ob eine Kündigung überhaupt wirksam wäre, bzw. auch welche Rechtsrisiken aus einer Kündigungsschutzklage entstehen würden.
Da hier aufgrund Beschäftigungsdauer und Mitarbeiterzahl das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) anwendbar ist, bedarf die Kündigung nach § 1 KSchG einer sozialen Rechtfertigung. Es gibt hierfür drei vom Gesetz anerkannte Gründe: verhaltensbedingte, personenbedingte und betriebsbedingte Gründe. Nach Ihren Schilderungen kommt allein die betriebsbedingte Kündigung in Betracht. Diese hat einige Voraussetzungen: Aufgrund einer unternehmerischen Entscheidung muss es zu einem dauerhaften Wegfall des Arbeitsplatzes kommen. Es dürfen keine milderen Mittel gegeben sein. Ein milderes Mittel zur Kündigung wäre z.B. eine Versetzung auf einen anderen gleichwertigen freien Arbeitsplatz. Stark vereinfacht gesprochen, wäre eine Kündigung vorliegend unwirksam, wenn z.B. die Abteilung „Heckflügelproduktion" stillgelegt werden sollte, aber in der Abteilung „Frontflügelproduktion" noch freie Arbeitsplätze verfügbar waren.

Als Faustregel lässt sich damit festhalten, dass die Abfindung umso höher ausfallen wird umso „unsicherer" die Wirksamkeit der Kündigung ist und umso schwieriger/aufwändiger das Vorgehen für den Arbeitgeber ist (Beispiel: unkooperativer Betriebsrat, Angst vor öffentlichkeitswirksamen Prozessen)
Üblicherweise orientiert sich die Abfindung an der Beschäftigungsdauer. Der Gesetzgeber geht in § 1a Abs. 2 KSchG von einer Abfindung in Höhe von 0,5 Monatsgehältern je Beschäftigungsjahr aus, wobei bei mehr als 6 Monaten Beschäftigung auf ein volles Beschäftigungsjahr aufgerundet wird.
Dies ist sozusagen die geringste gängige Abfindungshöhe. In der Praxis liegt ein üblicher Korridor zwischen 0,5 und 1 Monatsgehältern je Jahr Beschäftigungsdauer. Ohne Ihr Gehalt zu kennen, dürfte die Abfindung vorliegend daher – unter Berücksichtigung Ihrer Minusstunden – in einem ordentlichen Bereich liegen.
Ob diese in Zukunft noch steigen wird, vermag ich nicht zu beantworten.

Bezüglich des Bezugs von Arbeitslosengeld gilt:
Nach § 159 Abs. 1 Nummer 1 SGB III wird eine Sperrzeit von 12 Wochen (§ 159 Abs.3 Satz 1 SGB III) verhängt, wenn der Arbeitslose das Beschäftigungsverhältnis selbst gelöst hat und hierdurch vorsätzlich oder grob fahrlässig die Arbeitslosigkeit herbeigeführt hat. Allerdings wird bei einer Eigenkündigung dann keine Sperrzeit verhängt, wenn der Kündigende hierdurch einer betriebsbedingten arbeitgeberseitigen Kündigung zuvorkommt. Da hier regional teilweise unterschiedliche Anforderungen gestellt werden, empfehle ich Ihnen den Kontakt zu der zuständigen Agentur für Arbeit aufzunehmen und dort den Fall zu schildern.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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