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Kredit unter Freunden


| 03.01.2017 13:16 |
Preis: 58,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn



Guten Tag,
im Januar 1995 habe ich einen zinslosen Kredit von 33.500 DM von einer Bekannten erhalten, den ich mit einer Quittung quittierte. Diesen Betrag wollte Sie möglichst bald zurück, da Sie ein Haus kaufen und eine Australienreise durchführen wollte und dies auch tat. Da ich wusste, dass meinerseits Festgelder bald frei werden, habe ich die Schuld innerhalb eines Jahres zurückbezahlt und diese Angelegenheit war für uns beide erledigt. Sie hat mir zugesichert, die Quittung zu vernichten. Wir haben uns mit der Zeit aus den Augen verloren.
Nun ist diese Bekannte im Juli 2016 verstorben und die Erben fanden meine Quittung in den Unterlagen der Verstorbenen.
Ein beauftragter Anwalt der Erben hat den Darlehensvertrag nach §488 Absatz 3 Satz 2 BGB mit einer Dreimonatsfrist gekündigt und fordert den bereits bezahlten Betrag nebst Zinsen nun nochmals von mir.
Da ich den Gesamtbetrag bereits im gleichen Jahr beglichen habe, versuchte ich die Belege dafür von meiner Bank einzufordern. Die Bank erklärte mir aber, dass Unterlagen laut Gesetz nur 10 Jahre aufbewahrt werden. Somit habe ich nichts in der Hand, um die erfolgten Zahlungen im Jahr 1995 zu belegen.
Dieses habe ich auch in groben Zügen dem gegnerischen Anwalt mitgeteilt.
Da die Angelegenheit sich schon vor 21 Jahren abspielte, möchte ich nur ungern einen Freund als Zeugen bitten, dies zu bestätigen.
Außerdem ist mir die Sache mit der Verjährung unklar ?
Was raten Sie mir ?

Mit freundlichem Gruß

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage beantworte ich wie folgt.

Es wurde ein Darlehensvertrag geschlossen. Es existiert eine Quittung über die Auszahlung. Mit der Rückzahlung des Darlehensbetrages erlischt zwar der Anspruch auf Rückzahlung des Darlehens.

Dies haben Sie sich aber nicht quittieren lassen. Mit dieser Quittung (§ 368 BGB) hätten Sie die Rückzahlung, auf juristisch: die Erfüllung, beweisen können.

Ohne den Beweis der Erfüllung, gilt das Darlehen als noch nicht zurückgezahlt. Mangels Kündigung besteht der Vertrag auch noch und Sie sind zur Zahlung verpflichtet (§ 488 Abs. 1 S. 2, 2. Variante BGB „[…] das zur Verfügung gestellte Darlehen zurückzuzahlen.")

Daher können die Erben, die von Gesetzes wegen in den Darlehensvertrag eintreten, die Zahlung auch fordern.

Die Auszahlungsquittung beweist das Entstehen der Darlehensforderung.
Das Erlöschen der Forderung müssen Sie beweisen.
Haben Sie einen Zeugen, der die Rückzahlung bestätigen kann und sich auch glaubhaft daran erinnert, können Sie die Forderung zu Fall bringen.

Verjährung wäre bei Nichterweislichkeit der Rückzahlung aber nicht gegeben, da diese erst nach Fälligkeit des Rückzahlungsanspruchs nach der Kündigung des Vertrages zu laufen beginnen kann.

> Benennen Sie (einen) Zeugen für die Rückzahlung bzw. für Verhalten der Bekannten, dass sie das Geld bereits zurückerhalten hat oder jedenfalls nicht mehr zurückhaben wolle (Schenkung).

> Sie könnten sich hilfsweise aber auf Verwirkung berufen mit dem Argument aus dem Verhalten der Bekannten schließen zu können, nach so langer Zeit nicht mehr mit einer Rückforderung rechnen zu müssen.

Sollte dass alles nicht durchgreifen, könnten Sie bei Nichtzahlung verklagt und verurteilt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.01.2017 | 17:31

Danke für die Antwort, sie hat mir sehr geholfen.
Ist es ratsam, dem Anwalt jetzt schon mitzuteilen, dass ich eventuell einen Zeugen habe, oder soll ich warten bis eine Klage eingereicht oder das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet wurde?
Tu ich nichts, muss ich ein zweites Mal zahlen. Wehre ich mich dagegen, hab ich eine kleine Chance.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.01.2017 | 18:02

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ich rate dazu, die Tatsache, dass es einen Zeugen gibt, jetzt schon mitzuteilen.

Eine Klage, auch wenn sie gewonnen wird, ist zumindest zeitaufwändig.

Teilen Sie auch mit, wie es sich damals zugetragen hat, am besten so genau wie möglich.

Ob die Gegenseite wirklich klagt oder nur droht, steht jetzt noch nicht fest.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 24.01.2017 | 17:02


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FRAGESTELLER 24.01.2017 4,2/5.0
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