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Kredit über 40000 Euro für einen Rentner mit 1200 Einkommen


17.06.2004 19:31 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von



Mein Schwiegervater hat von einem Institut einen Kredit über 26000 Euro aufgenommen, und muß inkl. Zinsen 40000 über 78 Monatezurückzahlen. 480 Euro im Monat. Sein Einkommen beträgt 1200 ( Rentner) dann gehen jeden Monat 450 Euro Miet und 90 Euro Strom und Gas und noch PKW hat er auch.
Jetzt hat er Probleme zu zahlen

Darf ein Mann mit einem Einkommen einen Kredit in dieser Höhe bekommen ??
17.06.2004 | 23:13

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrter Rechtssuchender, sehr geehrte Rechtssuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst fehlen uns natürlich einige Informationen, um Ihnen endgültig eine Antwort zu geben. Wichtig ist u.a., den Vertrag zu kennen und die einzelnen Umstände.

Trotz allem kann ich Ihnen schon einen gewissen Leitfaden geben.

Zunächst gilt der Grundsatz, daß Verträge eingehalten werden müssen. Nur im Ausnahmefall gilt dies nicht.

Sie fragen sich, ob ein Mann ein solchen Kredit erhalten kann. Hier könnte u.U. fraglich sein, ob es sich um ein sittenwidriges Geschäft oder um ein wucherähnliches Geschäft handelt.

Hier ist insbesondere § 138 BGB zu beachten.

1. Ein wucherähnlicher Kreditverträg wäre nichtig, wenn die Bank unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren läßt, die in einem auffälligen Mißverhältnis zu der Leistung stehen.

HIer muß zunächst ein auffälliges Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorliegen. Wann ein solches Mißverhältnis auffällig ist, war lange Zeit umstritten. Dies liegt in der Regel nur dann vow, wenn die von Ihrem Schwiegervater zu erbringende Leistung um 100 % oder mehr über dem Markpreis liegt. Diese Grenze des Doppelten ist mittlerweile anerkannt.

M.E. ist bei Ihnen dieser Wert noch nicht erreicht. Dabei muß aber betont werden, daß uns die Einzelinformationen fehlen. Man u.a. auch wissen, welche Umstände es waren, daß Ihr Schwiegervatger den Vetrag geschlossen hat.

Die Frage ist - neben der m.E. zu verneinenden Fragen, des Mißverhältnisses -, ob und welche Zwangslage durch die Bank ausgebeutet wurde.Dies bedeutet auch, daß die Bank die Zwangslage (welche ?) kennen mußt und sich diese gerade zunutze gemacht hat.

2. § 138 I hält dagegen ein Rechtsgeschäft für nichtig, wenn es gegen die "guten Sitten verstößt". Die Juristen sagen, daß ein Rechtsgeschäft gegen die guten Sitten verstößt, wenn es gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstößt. Wann dies der Fall ist, ist Einzelfallabhängig.

Auch wird überprüft werden, ob eine auffälliges Mißverhältnis zwischen Kreditgewährung und Rückzahlung vorliegt.

Der maßgebliche Beurteilungszeitpunkt für die Beurteilung de Rechtsfrage ist die Vornahme des Kreditvertrages, d.h. es ist auf die Verhältnissse im Zeitpunkt des Vertrages abzustellen. Wie waren die bei Ihrem Schwiegervater? War er zum Vertragsschluß Rentner oder noch in einer Anstellung? Wieviel Geld hat er verdient? Ich gehe davon aus, daß die o.g. Daten der Jetztzustand sind.

Auch hier wird man eine Vergleich zwischen Vertrags - und Marktzinsen anstellen müssen.

Dies sind einige Grundlinien wie ein solches Rechtsgeschäft beurteilt wird. Um die Frage genau zu beurteilen, muß man aber sowohl den Vertrag als auch die o.g. Einzelumstände kennen.
Daher sollten Sie sich nicht scheuen eine Anwalt in dieser Angelegenheit zu betrauen, der die Unterlagen einsehen wird.

Für etwaige Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt

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Rechtsanwalt Klaus Wille
www.anwalt-wille.de
Breite Str. 147 - 151
50667 Köln
anwalt@anwalt-wille.de
Telefax: 0221/ 272 4747


Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

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