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Krankenversicherung und Steuer


| 09.11.2014 12:03 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Die Position des "Adminstradors" einer span. S.L. ist grundsätzlich unentgeltlich außer der Gesellschaftsvertrag sieht etwas anderes vor. Für das Vorliegen einer hauptberuflichen Selbstständigkeit i.S.d. Familienversicherung kommt es nur auf den zeitlichen Umfang an.


Guten Tag.

Die Frage ist ueber Sozialrecht in Deutschland, obwohl in den ersten Zeilen mehr das Wort Spanien erscheint. Bitte lesen Sie es doch aufmerksam durch :)

Ich bin russisch, aber wohne mit meiner Familie in Spanien und moechte hier ein Unetrnehmen eroeffnen, dass sich mit grafischem Design und Polygraphie beschaeftigen wird. Es wird eine GmbH in Spanien. Um sie zu registrieren, muessen wir einen Direktor (er heisst hier "Administrador") ernennen. Das ist eine Person, die fuer das Unternehmen voellig verantworlich ist und alle Papiere unterschreibt. ABER wir (ich und meine Frau) duerfen die ersten 3 Jahre hier keine Arbeit ausfueren. Wir koennen Aktienhalter unserer GmbH sein, aber auch als Administrator sollen wir jemanden festsetzen, der Recht hat, in Spanien zu arbeiten. Unser Jurist hier in Spanien sagt, die beste Loesung waere ein Verwandter von uns, der ein Recht hat, in der EU zu arbeiten. Hier kommen wir endlich zu der deutschen Seite.

Meine Mutter (auch russisch, 59 Jahre) wohnt in Deutschland mit ihrem Ehemann. In ihrem Aufenthaltserlaubnis steht, dass ihr Erwerbstaetigkeit gestattet ist.

Unsere spanische GmbH waere damit voellig zufrieden, denn die Mutter ist eine Person, der wir voellig vertrauen, und sie muss sich nicht in Spanien aufhalten, um Administator der spanischen GmbH zu sein, aber sie und ihr Mann haben ein Paar wesentlichen Fragen.

Wir wissen, dass wenn wir sie zum Administrator machen, wird es "freiwillig" oder "ehrenamtlich" sein (ich weiss nicht die richtige Uebersetzung, aber dass heisst OHNE LOHN, unentgeltlich, das ist besser so fuer unser Unternehmen hier, dass von Grund auf startet und am Anfang keinen grossen Umsatz haben wird).

In Deutschland ist meine Mutter ohne eigenen Unterhalt, abhaengend von ihrem Ehemann (er ist Rentner), und sie beide gebrauchen eine soziale Versicherung, die einen Grossteil ihrer aertzlichen Kosten abdeckt.

Also, wenn sie zum Administrator ohne Lohn in unserer spanischen GmbH ernannt wird, um alle Papiere der GmbH zu unterschreiben (was wir jetzt hier nicht machen duerfen), koennte es irgendwie ihren Status in Deutschland beeinflussen oder nicht?

Es handelt sich zuallererst um ihre Krankenversicherung, aber auch um die Steuererklaerung, die ihr Ehemann jaerlich fuer seine Familie (das sind er und sie) ausfuellt. Kann diese Taetigkeit ihrem Status einer Person ohne eigenen Unterhalt irgendwie stoeren?

In Deutschland ist sie kein Rentner (sondern ein Rentner in Russland), mit Aufenthaltserlaubnis in Deutschland als Ehefrau von einem deutschen Staatsbuerger.
09.11.2014 | 12:52

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Basis des gegebenen Sachverhaltes wie folgt:

In ihrer deutschen Steuererklärung muss ihre Schwiegermutter alle Einnahmen und Ausgaben aus selbstständiger und unselbstständiger Tätigkeit weltweit angeben, wenn sie hier aufgrund Ihres Wohnsitzes unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig ist. Wenn Sie aus ihrer Tätigkeit als Administradora der spanischen S.L. keinerlei Einnahmen erzielt, muss Sie auch nur angeben, dass Sie aus dieser Tätigkeit keine Einnahmen erzielt.

Dass diese Konstruktion einer „administrador gratuita" nach spanischem Gesellschaftsrecht tatsächlich zulässig ist und sogar der gesetzliche Regelfall ist, ergibt sich aus Art. 66 des Ley de Sociedades de Responsibilidad Limitada. (Sie sollten Ihren spanischen Anwalt aber bitte noch einmal fragen, ob sie, um ins spanische Handelsregister als „Administrador" eingetragen zu werden, nicht doch auch einen Wohnsitz in Spanien braucht, nur um sicher zu gehen).

Falls sich die Teilfrage mit der Kranken-versicherung auf die Familienversicherung in der gesetzlichen, deutschen Krankenkasse des Ehemannes ihrer Schwiegermutter bezieht, ist hier allerdings ein Problem vorstellbar, da das nicht geht, wenn man „hauptberuflich selbstständig erwerbstätig" ist (§ 10 Abs.1 Ziff. 4 SGB V). Dabei kommt es nicht darauf an, ob Einkommen erzielt wird sondern auf den zeitlichen Umfang:
„Für die Ausübung einer hauptberuflichen selbstständigen Erwerbstätigkeit ist nicht zwingend die Einkommenslage entscheidend, sondern vielmehr der zeitliche Umfang; eine jedenfalls mehr als halbschichtige Tätigkeit (im Vergleich zu einem Arbeitnehmer) kann bereits zu Hauptberuflichkeit führen." (Dalichau, SGB V –Kommentar, § 10 SGB V, Ziff.5). Da nun aber beabsichtigt ist, dass Ihre Schwiegermutter praktische gar keinen zeitlichen Aufwand durch die Tätigkeit als administradora der S.L. hat, liegt auch insoweit keine „hauptberufliche" Tätigkeit vor.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn


Bewertung des Fragestellers 11.11.2014 | 00:46


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