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Krankentagegeld bei Abwesenheit vom Wohnort (private KV)


04.10.2017 16:26 |
Preis: 40,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,
ich habe bei meiner privaten KV auch eine Krankentagegeldversicherung. Diese beiinhaltet eine Karenzzeit von 28 Tagen, so dass eine Zahlung ab dem 29. Tag erfolgt. Ich war für 3 Wochen arbeitsunsunfähig und habe während dieser Zeit ein paar Tage Urlaub im Ausland gemacht, mit ausdrücklicher Genehmigung durch meinen Arzt. Nun hat mir die KV während meiner Abwesenheit einen "Ermittler" geschickt, der dummerweise einer Mitarbeiterin entlockt hat, dass ich im Ausland bin.
Daraufhin erhielt ich ein Schreiben, dass ich mich nicht an meinem Wohnort aufhalte und daher kein Leistungsanspruch besteht.
Telefonisch wollte man mir keine Auskunft geben und auch ein weiterer unangekündigter Besuch des Ermittlers brachte keine Klarheit. Er sagte mir, da ich nicht zu Hause war wäre ich ja wohl auch nicht arbeitsunfähig. Somit würde die AU dann erst ab der nächsten Bescheinigung (somit ab der 4. Woche) anerkannt. Eine schriftlliche Anfrage mit der Bitte um Stellungnahme und Mitteilung der entsprechenden Vertragsgrundlagen ist seit mehr als 2 Wochen ohne Antwort.
Ich habe die Bestimmung in § 5 (f) der Bedingungen so verstanden, dass nur für die Zeit der (in meinem Fall nicht genehmigten) Abwesenheit kein Leistungsanspruch besteht. Da ich der Annahme war, dass die AU nach den 3 Wochen beendet sei und ich aufgrund der Karenzzeit sowieso keinen Anspruch habe, sah ich keine Notwendigkeit die Versicherung zu unterrichten bzw. um Genehmigung zu bitten.
Inzwischen bin ich in der 7. Woche arbeitsunfähig und hätte meiner Ansicht nach ab dem 29. Tag Anspruch auf Zahlung des KTG, da wie gesagt während meiner Abwesenheit sowieso kein Anspruch bestand.
Darf die Versicherung mir die Zeit der ersten AU (3 Wochen) aberkennen und damit erst nach der dann beginnenden Karenzzeit von 28 Tagen zahlen? Somit hätte ich ja dann gar keinen Anspruch; es sei denn ich wäre über die 7 Wochen hinaus krank. Oder darf sie nur die eine Woche abziehen, so dass ich dann ab der 6. Woche (anstatt ab der 5. Woche) Anspruch auf mein KTG habe. Oder dar sie, so wie ich es sehe, gar nichts kürzen, da ich ja während der Zeit weg war, in der sowieso kein Anspruch bestand?
Mit freundlichen Grüßen
04.10.2017 | 17:34

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach der von Ihnen geschilderten Sachlage, haben Sie ab dem 29. Tag Anspruch auf das Krankentagegeld aus der privaten Krankenversicherung, sofern Sie weiterhin durchgängig arbeitsunfähig waren.

Ihre Abwesenheit innerhalb der 28-tägigen Karenzzeit hat keinen Einfluss auf Ihren Leistungsanspruch. Dieser setzt zunächst voraus, dass Sie arbeitsunfähig waren bzw. sind. Es ist nicht zutreffend, dass man durch einen Auslandsaufenhalt Ihrerseits darauf schließen kann, dass Sie nicht arbeitsunfähig waren. Sofern Ihnen die Arbeitsunfähigkeit schriftlich attestiert wurde, ist die Versicherung hieran gebunden, es sei denn, sie kann beweisen, dass Sie nicht arbeitsunfähig waren. Ihr Auslandsaufenhalt ist kein Beweis hierfür. Der Arbeitnehmer ist auch bei Arbeitsunfähigkeit je nach Erkrankung nicht gezwungen, an seinem Wohnort zu verbleiben.

Richtig ist allerdings, dass für die Zeit, für die Sie Krankentagegeld beanspruchen, dh. ab dem 29. Tag sich im Inland aufhalten müssen. Dies ist bei Ihnen der Fall.

Daher haben Sie den vollen Anspruch auf das Krankentagegeld aus der privaten Krankenversicherung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.
Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 04.10.2017 | 18:51

Hallo,
vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.
Demnach bestätigen Sie meine Auffassung, dass meine Abwesenheit während der Karenzzeit nicht zu einer Kürzung führt und die Versicherung ab dem 29. Tag zahlen muss.
Es spielt demnach auch keine Rolle, wie lange ich während der Karenzzeit weg war; selbst wenn ich 2 Wochen weg gewesen wäre, hätte dies keine Auswirkung auf meinen Anspruch. Die Versicherung wollte von mir bei dem Besuch des "netten" Herrn eine schriftliche Mitteilung, wie lange ich weg war und wo ich gewesen bin. Diese habe ich verweigert und auch bisher nicht beantwortet. Bin ich zur konkreten Auskunft verpflichtet oder reicht es, wenn ich der KV mitteile, dass ich vor Ende der Karenzzeit wieder zu Hause war oder stellt dies eine Verletzung der Auskunfts-/Mitwirkungspflicht dar? Welche Möglichkeit hat die KV, meine Angaben zu prüfen? Da ich im eigenen Ferienhaus war, gibt es keine Hotelrechnung, nur eine Automatenabhebung und einige Kreditkartenzahlungen habe ich dort getätigt.

Info: Ich bin durchgängig inzwischen in der 7. Woche AU.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.10.2017 | 21:42

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie müssen der Versicherung keine Auskunft darüber erteilen, wo und wann Sie in Urlaub innerhalv der 28tägigen Karenzzeit waren. Sie müssen lediglich der Versicherung Ihre Arbeitsunfähigkeit darlegen und diese beweisen, was Sie zunächst durch die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung getan haben.
Hiermit kommen Sie Ihren Auskunftspflichten nach.

Die Versicherungen beschäftigen Ermittler, wie Sie schon bemerkt haben, die allerdings Ihre Erkenntnisse überwiegend durch persönliche Gespräche mit Ihnen gewinnen. Des Weiteren kann die Versicherung Auskünfte bei Ärzten einholen und hierzu im Rahmen der Mitwirkung ggf. Ihre Zustimmung verlangen.

Weitergehende Möglichkeiten bestehen nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M. (Versicherungsrecht)
Rechtsanwalt

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