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Krankenschein wird von der IKK nicht anerkannt


| 13.12.2013 21:09 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Weise-Ettingshausen



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich heute an Sie, weil es um unsere Existez geht. Ich beginne von vorn:

Seit dem 14.6.2013 ist mein Mann kankgeschrieben nach einem Unfall. Dabei verlor er einen Zeh, da die Operationswunde wegen Diabetis nicht heilte. Diese Krankschreibung zog sich aufgrund des Zuckers bis zum 15.11.2013 hin.
Meinem Mann wurde kurz nach der Krankschreibung gekündigt, so dass er das Krankengeld von seiner Krankenkasse, der IKK Nord bekam.
Nun war es so, dass aufgrund des Diabetis meines Mannes auch Sehprobleme dazukamen.
Akut wurde es ab dem 11.11.2013. An dem Tag ging mein Mann zum Hausarzt, dieser wurde deshalb mit Überweisung zum Augenarzt geschickt.
Dort wurde am 12.11.2013 festgestellt, dass eine starke krankhafte Veränderung da war. So wurde ein Termin vom Augenarzt in der Universitätsklinik Lübeck gemacht. Der Augenarzt fragte, ob eine Krankschreibung nötig sei. Mein Mann antwortete darauf, dass er ja eh schon krank geschrieben sei wegen seines Zehes.
Am 18.11.2013 war ein erneuter Termin beim ansässigen Augenarzt. Da dfie Augenerkrankung in den wenigen Tagen sich weiterhin verschlechtert hatte, wurde ein früherer Termin an der Uniklinik besorgt. An diesem 18.11. schrieb der Augenarzr meinen Mann rückwirkend vom 16.11.2013 krank,. da eine Arbeitsaufnahme mit diersen Sehproblemen ja nicht möglich war.
Diese Krankschreibung sendete mein Mann wie gewohnt an die Krankenkasse.
Am 05.12. nahm ich dann den Termin in Lübeck in der Uniklinik wahr. Nach mehreren Untersuchugen wurde festgestellt, dass dringende medizinische Behandlungen notwendig sind. Und da diese wirklich dringend sind, wurde an die IKK Nord ein Eilantrag zwecks Kostenübernahme gestellt.

Darauf hin kam einige Tage später ein Anruf der IKK Nord, in dem mitgeteilt wurde, dass mein Mann ja gar nicht versichert sei.
Ein Blick auf das Konto zeigte, dass auch kein Krankengeld überwiesen wurde, wovon unsere Miete bezahlt werden muss.

Die IKK ist der Meinung, dass mein Mann sich arbeitslos melden sollte. Die Agentur für Arbneit jedoch lehnte das ab, da mein Mann keine Gesundschreibung vorlegen konnte.
Nun bezweifelt die IKK Nord, dass die Augenerkrankung schon vor dem 16.11.2013 bestanden hat. Und das, obwohl mein Mann eine Überweisung deshalb zum Augenarzt hatte und auch schon dort war.
So eine Augenerkrankung kommt ja nicht plötzlich, denn es handelt sich um größere Wassereinlagen im Auge, zu dicht an der Iris, um lasern zu können.
Dass die Sicht eingeschränkt ist, konnte die Oberärztin in der Uniklinik bestätigen.

Es geht sogar so weit, dass die IKK Nord der Meinung ist, dass mein ja evt. im Museum als Wegweiser arbeiten könne, dazu brauchte er kein gutes Augenlicht.
Dass mein Mann oft gar nicht fahrtauglich ist, spielt keine Rolle...

Die Krankenkasse meinte sich im Recht, mein Mann müsse seine Unschuld beweisen. D.h. er muss beweisen, dass seine Augenerkrankung schon vor dem 15.11. bestand.
Der Krankenschein wegen des Zehs ging einschließlich bis zum 15.11.2013, anschließend folgte ab 16.11. der Schein für die Augen.

Nun soll der MDK erst prüfen, ob diese Diagnose des Augenarztes und der Uniklinik Lübeck wirklich zur Arbeitsunfähigkeit führt, also ob der der Krankenschein überhaupt gerechtfertigt ist.

Ich denke, damit möchte die IKK Nord sich vor der weiteren Krankengeldzahlung drücken und vor allem vor der Kostenübernahme der weiteren dringend notwendigen med. Behandlung.

Am ärgerlichsten ist ja, dass die Krankenkasse den Original- Krankenschein hat und 4 Wochen später der Meinung ist, dass mein Mann zum Arbeitsamt müsse.

Ich erhielt heute ein Schreiben der IKK Nord, in dem mir ein Antrag auf Familienversicherung nahegelegt wird.
Ich selbst verste das alles nicht, ich weiß nur aus eigener Erfahrung, dass die IKK Nord sich grundsätzlich vor Zahlungen drückt. Denn als schwerstbehinderter Rollstuhlfahrerin hatten sie mir sogar schon einmal einen Rollstuhl gestrichen, den ich nicht bräuchte....

Sehr geehrte Damen und Herren, nun hoffe ich auf Ihren Rat. Die Miete ist zum 15. fällig, ich weiß nicht, wovon. Ich habe ja auch nur eine kleine EU- Rente, davon leben wir.
Momentan bin ich am Ende und weiß nicht mehr weiter.
Steht man nun wirklich allein dieser Willkür der Kassen gegenüber???

Im Voraus danke ich Ihnen recht herzlich für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Martha




Sehr geehrte Fragestellerin,

die von Ihnen gestellte Frage beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Offensichtlich ist die Krankenkasse der Auffassung, dass Ihr Mann nicht mehr arbeitsunfähig sei, obwohl der behandelnde Arzt dies anders sieht und deswegen eine Krankschreibung für notwendig erachtet hat.

Die Agentur für Arbeit lehnt Ihren Mann ab, weil dieser krankgeschrieben ist. Er ist bei einer Krankschreibung nicht vermittelbar. Allerdings kann er nicht auf der einen Seite gesund (für die IKK) und auf der anderen Seite gleichzeitig krank (für die Agentur) sein. Dies bedeutet, dass eine der beiden Stellen zahlen muss.

In Ihrem Fall dürfte dies nach Ihren Angaben die Krankenkasse sein, da es einen Krankenschein gibt und darüber hinaus eigentlich bekannt sein sollte, dass eine Augenerkrankung aufgrund von Diabetes nicht mit einem kleinen Husten gleichzusetzen ist.

Für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich von der zuletzt ausgeübten Tätigkeit auszugehen. Kann sie nicht in vollem Umfang ausgeübt werden, muss gemäß der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie weiterhin Krankengeld gezahlt werden.

Sie sollten gegen den ablehnenden Bescheid der Krankenkasse (einen solchen müssten Sie bekommen haben) Widerspruch innerhalb eines Monats nach Erhalt einlegen. Sinnvoll ist es, zum einen, dass Sie diesen per Fax oder Einschreiben versenden und zum anderen, diesen zu begründen.

Parallel dazu sollten Sie nochmals bei der Agentur für Arbeit vorstellig werden. Soweit diese eine Zahlung weiterhin ablehnt, verlangen Sie unbedingt einen schriftlichen Ablehnungsbescheid mit welchem Sie dann zum Jobcenter gehen, um dort Leistungen zu beantragen. Den Ablehnungsbescheid kann Ihnen die Agentur sofort ausstellen.

Da das Widerspruchsverfahren bei der Krankenkasse einige Zeit in Anspruch nehmen wird, Sie aber dringend auf Geld angewiesen sind, ist es unumgänglich bei der Agentur und dem Jobcenter vorzusprechen. Dort können Sie auch die Eilbedürftigkeit der Sache darlegen und um dringende Bearbeitung bitten. Setzen Sie hierzu am besten eine kurze Frist und teilen mit, dass Sie sich bei nicht fristgerechter Bearbeitung mit einem Eilverfahren an das Sozialgericht wenden werden.

Hierzu wird es sinnvoll sein, wenn Sie einen auf Sozialrecht spezialisierten Anwalt aufsuchen, damit dieser den Eilantrag stellt. Es macht zudem Sinn, dass der Anwalt den Widerspruch gegen die ablehnende Entscheidung der Krankenkasse begründet. Sie haben sehr wahrscheinlich Anspruch auf Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe, sodass Sie keine weiteren Kosten befürchten müssen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und einen Sieg gegen die Krankenkasse.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniela Weise, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2013 | 08:30

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin Weise,

zuerst möchte ich mich recht herzlich für Ihre ausführliche Antwort bedanken.
Nun habe ich jedoch dazu noch eine Frage:

Ihrer Antwort habe ich entnommen, dass die Krankenkasse einen ablehnenden Bescheid hätte schicken müssen.
Da kam leider gar nichts, im Gegenteil, die IKK besitzt zwar den Krankenschein noch immer, aber die Ablehnung der Krankengeldzahlung wurde nicht schriftlich angezeigt.
Das kam nur nebenbei telefonisch heraus, als eine Mitgarbeiterin der Krankenkasse wegen des Eilantrages auf mediz. Behandlung anrief und meinem Mann mitteilte, dass er gar nicht mehr versichert sei.
Hat die IKK etwas versäumt? Wir haben nichts Schriftliches in der Hand au0er dem gestern angekommenen Antrag auf Familienversicherung unter meinem Namen. D.h., dass mein Mann nun nicht mal versichert ist.
Wäre das evt. ein Grund, auch gegen die IKK vor dem Sozialgericht vorzugehen?

Nocheinmal bedanke ich mich im Voraus für Ihre Antwort.

Da das nun meine erste und letzte Nachfrage dazu war, wünsche ich Ihnen ein besinnliches und ruhiges Weihnachtsfest.

Mit freundlichen Grüßen
-Martha-

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2013 | 15:36

Gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Fordern Sie die Krankenkasse auf, Ihnen die Ablehnung der Zahlung des weiteren Krankengeldes schriftlich zu übermitteln.

Sie können auch gegen die Krankenkasse vor dem Sozialgericht vorgehen. Warum die Krankenkasse die Auffassung vertritt, dass Ihr Mann nicht mehr versichert sei, erschließt sich mir nicht.

Ich wünsche auch Ihnen ein schönes Weihnachtsfest.

Mit freundlichen Grüßen


Daniela Weise
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 17.12.2013 | 08:57


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