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Kostenvoranschlag für einen Umzug wurde überschritten


| 29.10.2014 15:03 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Für einen Umzug liess ich einen unverbindlichen Kostenvoranschlag erstellen. Der Umzugsunternehmer hatte sich die betroffenen Anwesen angesehen und ein Angebot abgegeben, dass sich auf ca. 2600,-- € belief.

Dabei wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass das "Zielanwesen" nur über einen Fußweg von ca. 70 m erreichbar ist. Es gibt zwar auch eine Anfahrtsmöglichkeit über einen Wirtschafts- und Radweg und den Garten des Anwesens, diese Nutzung wurde aber von uns ausdrücklich ausgeschlossen, da wir keinen Gartenschmutz durch die Umzugsmitarbeiter in unserem Anwesen haben wollten.

Der Kostenvoranschlag belief sich für das Einpacken auf 9 Stunden (tatsächlich waren zeitweise ca. 5 Personen beteiligt und die Personenstunden dürften eher bei 20 bis 30 Stunden gelegen haben).
Der Umzug am nächsten Werktag (Beladen, befördern und entpacken) wurde auf 56 Stunden veranschlagt. Beteiligt waren hier (ebenfalls zeitweise) bis zu 7 Personen von 09:00 Uhr bis 21:00 Uhr, der tatsächliche Aufwand in Personenstunden lag wohl bei ca. 90 Stunden)

Nach dem Umzug erhielt ich eine Rechnung in Höhe von 3500,-- €. Auf Nachfrage meinte der Unternehmer, dass wir Ihn erst nach Abgabe des Angebotes darüber informiert hätten, dass die Nutzung des Eingangs über den Garten nicht möglich sei.
Außerdem meinte er, dass meine alte Wohnung nicht im 4. Stock wie angeführt, sondern im 5. Stock liegt (er hatte den Sachverhalt wie gesagt selbst besichtigt). Dies wurde ihm bei der Zusage mitgeteilt. Außerdem gab es massive Verzögerungen für den Arbeitsbeginn, weil Parkverborsschilder vor den Häusern zu spät aufgestellt wurden und auch noch ein falsches Datum hatten.

Eine Überschreitung des Kostenvoranschlages bis zu einer Gesamthöhe von 3000 € hätte ich zwar akzeptiert, jedoch empfinde ich die tatsächliche Überschreitung als zu hoch.
Gibt es eine Möglichkeit, einen Teil des Betrages zurück zu fordern?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Hier kommt es darauf an, ob es sich um ein unverbindliches Angebot oder um ein verbindliches Angebot handelte. War es ein verbindliches Angebot, so müssen Sie nur die im verbindlichen Angebot angegebenen Kosten zahlen. Wurde hingegen ein unverbindliches Angebot abgegeben, mit dem Hinweis, dass die tatsächlichen Kosten von diesem Angebot abweichen können, so tragen Sie das Risiko der Mehrstunden. Entscheidend ist also, ob hier ein Festangebot Ihnen unterbreitet wurde oder ein Angebot für die zu berechnenden Stundensätze. Daher rate ich Ihnen, sich das Angebot genau anzuschauen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 29.10.2014 | 15:53

Vielen Dank für die Antwort.

Es handelt sich - wie im Text angegeben - um einen unverbindlichen Kostenvoranschlag.

Im Text des Voranschlages befindet sich keinerlei Hinweis auf Behandlungen von Abweichungen, der Unternehmer verweist nur auf seine AGB. In diesen ist folgender Passus enthalten:

... "Zusätzlich zu bezahlen sind besondere, bei Vertragsabschluss nicht vorhersehbare Leistungen und Aufwendungen. Gleiches gilt, wenn der Leistungsumfang durch den Absender nach Vertragsabschluss erweitert wird."

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.10.2014 | 16:37

Leider kommt es hier häufig vor, dass von einem unverbindlichen Angebot gesprochen wird, obwohl tatsächlich ein verbindliches Angebot gegeben ist. Daher bitte ich Sie, dies zu prüfen.

Ist tatsächlich ein unverbindliches Angebot im Sinne eines Kostenanschlages nach § 650 BGB gegeben, so gilt Folgendes:

Wird der geschätzte Preis um ca. 20 % (Höhe umstritten) überschritten, so ist eine wesentliche Überschreitung gegeben. Wenn eine wesentliche Überschreitung erkennbar ist, so muss der Unternehmer Sie als Auftragsgeber hierüber informieren. Informiert der Unternehmer Sie nicht, so macht er sich schadensersatzpflichtig. Hier ist eine wesentliche Überschreitung gegeben. Problematisch ist hier, ob Ihnen ein Schaden entstanden ist. Hier ist auf ein hypothetischen Verlauf abzustellen. Ein Schadensersatzanspruch besteht dann, wenn Sie die weitere Arbeit des Unternehmers bei der rechtzeitigen Anzeige gekündigt hätten. Wenn dies der Fall ist, ist der Schaden in dem überschreitend Lohn zu sehen. Hätten Sie das Unternehmen weiterhin beauftragt, die Arbeiten fortzuführen, so wäre kein Schaden entstanden. Erkannten Sie bei der Ausführung der Arbeit, dass der Kostenanschlag erheblich überschritten werden muss, so entfällt ein Schadensersatzanspruch. Hätten Sie die Überschreitung nur erkennen können, ohne dass Sie diese Überschreitung kannten, so müssen Sie sich einen Teil des Schadens als Mitverschulden nach § 254 BGB anrechnen lassen.

Unerheblich ist, warum der Kostenanschlag überschritten wurde.



Bewertung des Fragestellers 30.10.2014 | 09:36


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