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Körperverletzung von Bruder


01.10.2004 11:50 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo!
Über 123recht.de bin ich auf diese Seite gestossen und hoffe auf Ihre Hilfe.
Ich steh grad vor einer schweren Entscheidung - zeige ich meinen Bruder an oder nicht?
Zur Sachlage:
Dienstag vor zwei Wochen (14.9.) hatten mein Bruder und ich einen Streit wegen einer Lapalie. Ich habe versucht mti ihm zu reden, er hat mich mal wieder angebrüllt (wie immer, er kann sich ja nicht beherrschen) und da ist mir leider der Kragen geplatzt. Ich habe ihm beim rauslaufen aus seinem Zimmer einen Klapps auf den Hinterkopf gegeben (mit der flachen Hand). Er behauptet das dies so weh getan hat, dass er eine Beule hatte die komischerweise am nächsten Tag wieder weg war (kann das sein?) und die Rechtfertigung und seiner Meinung nach Berechtigung für nächstes war: er stand auf, hat mich umgestossen und mir ins Gesicht geschlagen, als ich noch am Boden lag. Als ich versucht habe aufzustehen bin ich auf dem weg in mein Zimemr fast umgekippt,mir war total schwindelig. Wange ist dick geworden und hat unendlich geschmerzt. Nächster Tag: Arzt. Untersuchung, Röntgen, Prellung am Rücken und am Jochbein. Di (28.9.) war ich erneut beim Arzt, da ich ein "Loch" im Jochbein hatte. Der Tag hat damit geendet dass ich in der ZMK in Tübingen unter das Messer musste - falsche Diagnose,Jochbein gebrochen, musste sofort operiert werden weil das schon so lang her war.
Mein Bruder ist sehr stolz auf sich, hat sich bis heute nicht entschuldigt. Mitte Oktober ist er wieder in Aachen zum studieren und kommt dann nur noch am Wochenende. Weder von meinen Eltern, noch vom übrigen Umfeld kriegt er gesagt oder zu spüren,dass es falsch ist und man schon gar nicht stolz sein kann seine Schwester so zu schlagen. Meine Mutter sagt noch immer,dass ich selbst daran bin, weil ich ihm ja einen Klapps gegeben habe. Nun würde ich gerne wissen - welche maximalstrafe hat er zu erwarten, wenn ich ihn anzeige? Er hat schonmal eine Anzeige gekriegt (hat einem eine Ohrfeige gegeben, der dann ein kaputtes Trommelfell hatte). Ich bin 19. Er 22. Muss ich ihn in unserem Ort anzeigen oder auch am anderen Ende Deutschlands? (komme aus BaWü, mein Freund, der mich begleiten würde wohnt in Schleswig Holstein, fahre am 8.10. wieder zu ihm und würde meinen Bruder dann ev anzeigen) und hat es irgendeine Grenze, wann es zu lang her ist, dass ich ihn dann nicht mehr anzeigen kann? (will es gerne machen wenn ich nicht da bin oder Donnerstag bevor ich gehe, weil ich angst hab dass er womöglich ausrastet, wenn er die Anzeige bekommt)
Ich hoffe, Sie können mir meine Fragen beantworten und auch ein wenig helfen. Ich danke Ihnen vielmals schon im Voraus!
01.10.2004 | 12:05

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrter Rechtssuchender,

wir müssen hier unterscheiden, nämlich die juristische und die "emotionale" Seiten. Letzters können wir nicht beantworten, d.h. wir können nicht beantworten, ob Sie aus Gründen der Verwandschaft gegen Ihren Vater keine Anzeige stellen sollten.

Juristisch ist der Fall wie folgt zu beurteilen.
Zu überlegen wäre, ob Ihr Bruder nicht ggf. aus Notwehr gehandelt hat, denn Sie haben ihm immerhin - wenn auch leichten - Klapps gegeben. Innerhalb der Notwehr muß aber geprüft werden, ob Ihr Bruder nicht unverhältnismäßig reagiert hat. Aufgrund der Verletzung ist dies wohl zu bejahen.

Hier könnte dann ein sog. Notwehrexzeß vorliegen: Dieser liegt dann vor, wenn der Täter den Rahmen des ihm zur Verfügung stehenden Notwehrrechts überschreitet. Beruht diese allerdings auf Verwirrung, Furcht oder Schrecken des Angegriffenen, so bleibt er gem. § 33 StGB straflos.

Man unterscheidet zwischen dem intensiven Notwehrexzess und dem extensiven. Ersterer liegt vor, wenn zwar die einzelnen Notwehrvoraussetzungen vorliegen, der Täter überschreitet aber das Maß, er handelt zu intensiv. Extensiver Notwehrexzess ist dann gegeben, wenn objektiv gar keine Notwehrlage vorliegt. Der Täter schlägt das Opfer nieder, weil er glaubt, er werde von diesem angegriffen. Dabei hat es nur die Hand gehoben. Zwar ist hier eine Bestrafung wegen Vorsatz ausgeschlossen. In Betracht kommt aber eine Fahrlässigkeitstat

Die Frage wäre in Ihrem Fall, ob überhaupt ein Fall der Notwehr vorlag.

Für eine solche Straftat würde der Bruder nicht besonders hart bestraft. Wenn er nicht vorbestraft ist, könnte das Verfahren gegen eine Auflage (z.B. Geldbuße) eingestellt werden.

Grundsätzlich können Sie jederzeit und überall eine Strafanzeige stellen. Die Anzeige wird dann an die zuständige STelle weitergeleitet.

Ich hoffe Ihnen damit einige Hinweise gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
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Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

Köln

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