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Körperverletzung - Beleidigung - Bedrohung


| 02.12.2013 16:09 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Zusammenfassung: Opfer einer Körperverletzung wird angezeigt - was nun?


Person A und Person B sind gute bekannte,

Sie treffen sich nachts an einer Tankstelle, wie immer, um zu quatschen. Person A muss den "dicken" markieren indem er im Beisein der Zeugin witze über Person B und dessen Familie macht. Person B sagt zu Person A sie soll es lassen da sie sonst keine Freunde mehr wären. Person A beleidigt wieder worraufhin Person B ein Gebäckstück in die Richtung von Person A wirft aber diese verfehlt. Person B dreht sich um und will nachhause gehen. Person A geht Person B wenige meter hinterher und schlägt sie dann nieder und lässt nicht von ihr ab als sie schon am boden liegt. Person B schlug nicht einmal zurück und Person A verrlässt fluchtartig die Tankstelle. Es ist alles auf der Überwachungskamera zu sehen. Die Zeugin hatte alles gehört aber nicht den Wurf des Gebäckstückes gesehen.

Person B erstattet Anzeige wegen Körperverletzung was auch richtig ist.

Jetzt hat Person A auch Anzeige wegen Bedrohung und Beleidigung erteilt.

Kommt Person A damit durch? Womit muss Person B rechnen und sollte Person B zu den Vorwürfen Bedrohung und Beleidigung Aussagen?



Einsatz editiert am 02.12.2013 16:12:42

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen im Rahmen einer anwaltlichen Erstberatung unter Berücksichtigung des von Ihnen gewählten Einsatzes gerne beantworte.

Sollte die Videoaufzeichnung des Geschehens, die Aussage der Zeugin, ggf. ein ärztliches Gutachten die Angaben des niedergeschlagenen B stützen, so erachte ich eine Verurteilung des A wegen Körperverletzung für wahrscheinlich. Da der A mehrfach Witze über B und seine Familie machte, sollte B gegebenenfalls darüber nachdenken, Strafantrag gegen A wegen Beleidigung zu stellen. Beleidigungsdelikte werden nämlich nur auf Antrag verfolgt.

Dass der A nun seinerseits den B wegen Bedrohung und Beleidigung angezeigt hat, ist wie folgt zu bewerten:

Nach Ihrer Schilderung war B recht passiv und hat lediglich ein Gebäckstück Richtung A geworfen. Eine Bedrohung kann ich hier nicht erkennen.

Eine Beleidigung könnte dies aber im Ergebnis darstellen. Eine Beleidigung ist die Kundgabe der Missachtung oder Nichtachtung gegenüber einem Dritten. Eine Beleidigung muss nicht zwingend mündlich oder durch Zeichen (z.B. Stinkefinger) begangen werden, auch die tätliche Beleidigung - wie der Wurf mit Gebäck - steht unter Strafe. Es lässt sich meines Erachtens aber gut vertreten, dass dieser Wurf nur als straflose Unhöflichkeit unter Eindruck der Beleidigung seitens des A zu werten ist. Jedenfalls ist diese Handlung auf unterster Schwelle der Beleidigungsdelikte einzuordnen. Sollte es dennoch zu einer einer Verurteilung kommen, ist daher mit einer Geldstrafe im Bereich von 10 bis 20 Tagessätzen zu rechnen.

Ob dem B die Beleidigung überhaupt nachgewiesen werden kann, lässt sich abschließend nur nach Kenntnis der Ermittlungsakte einschätzen. B als Beschuldigter muss sich hierzu nicht äußern und kann schweigen. Das ist sein gutes Recht, das Gericht darf aus dem Schweigen keine nachteiligen Schlüsse ziehen. Die Zeugin hat nichts beobachtet. Bleibt als Beweismittel nur die Aussage des Zeugen A. Nach Ihrer Schilderung ist aber fraglich, ob dem ,,Schläger A" überhaupt geglaubt wird.

Wie bereits angedeutet, sollte B einer polizeilichen Vorladung als Beschuldigter nicht Folge leisten und von seinem Schweigerecht Gebrauch machen. Eine Einlassung sollte - wenn überhaupt - erst dann erfolgen, wenn ein Strafverteidiger Einsicht in die Ermittlungsakten genommen hat. Denn als Beschuldigter weiß B nicht, ob die Polizei nicht doch andere Zeugen des Geschehens ermittelt hat und wie diese Aussagen zu bewerten. Eine einmal voreilig abgegebene Erklärung gegenüber den Strafverfolgungsbehörden hat weitreichende Konsequenzen auf die zukünftige Verteidigertätigkeit.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner ersten Einschätzung weiterhelfen. Bei Unklarheiten besteht selbstverständlich die Möglichkeit eine Nachfrage zu stellen.


Freundliche Grüße aus Berlin-Moabit

Martin Luft
Rechtsanwalt



www.kanzlei-luft.de



www.berlin-strafverteidiger.info




Nachfrage vom Fragesteller 02.12.2013 | 17:47

Also wegen der Gegenanzeige sollte B schweigen wenn ich dass richtig verstanden habe. In ihrer antwort haben sie vergessen dass alles über die Überwachungskamera aufgenommen wurde.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.12.2013 | 18:17

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage:

Richtig, B sollte unbedingt schweigen. Eine unbedachte Aussage ohne Aktenkenntnis kann kontraproduktiv sein.

Wenn der Wurf von der Überwachungskamera aufgezeichnet wurde, so ist eine Verurteilung wegen Beleidigung schon etwas wahrscheinlicher. Ob die Auswertung der Tankstellenkamera diese Handlung wirklich zeigt ist aber ungewiss. Wenn Ihr Strafverteidiger die Ermittlungsakte anfordert, wird er auch die Videoaufzeichnung in Augenschein nehmen. Gut möglich, dass dieses kleine Gebäckstück nicht zu sehen ist, zumal das Geschehen auch zur Nachtzeit stattfand. Auch lässt sich momentan nicht feststellen, ob etwaige beleidigende bzw. bedrohende Äußerungen aufgezeichnet wurden, evtl. hat die Kamera ein eingebautes Mikrofon.

Daher mein abschließender Rat: Nicht bei der Polizei aussagen, ehe ein Verteidiger die Ermittlungsakte samt Videoaufzeichnung begutachtet hat.


Sollten weiterhin Unklarheiten bestehen, kontaktieren Sie mich bitte per E-Mail, da diese Plattform nur eine einzige Nachfrage gestattet.

Freundliche Grüße aus Berlin-Moabit

Martin Luft
Rechtsanwalt



www.kanzlei-luft.de



www.berlin-strafverteidiger.info

Bewertung des Fragestellers 02.12.2013 | 17:49


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