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Klage gegen mich und meine Versicherung als Gesamtschuldner.


| 28.02.2009 00:56 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dipl.-Jur. Susanne Schorn


| in unter 1 Stunde

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,

ich bitte um eine Antwort zu folgendem Sachverhalt:

Ich hatte vor einiger Zeit einen Verkehrsunfall, bei dem mein Unfallgegner einen Schaden an seinem Fahrzeug erlitt. Die Klärung der Schuldfrage und Regulierungspflicht der Versicherung ist unstreitig zwischen den Parteien. Inzwischen wurde der eigentliche Schaden (Reparaturkosten) von meiner Versicherung reguliert. Nur in der Frage der Höhe der Nutzungsausfallentschädigung gibt es unterschiedliche Meinungen zwischen dem Geschädigten und meiner Versicherung.

Nun erhielt ich eine Klageschrift vom Amtsgericht über eine Restforderung bezüglich des Nutzungsausfalls.
Die Gegenseite hat die Klage gegen mich und meine Versicherung als Gesamtschuldner gerichtet.

Meine Fragen:

Wieso wird die Klage auch gegen mich erhoben, obwohl doch meine Versicherung die Regulierung übernommen hat und für die Abwehr unberechtigter und Begleichung berechtigter Forderungen zuständig ist?

Kann der Geschädigte seine Restforderung auch gegen mich durchsetzen, wenn meine Versicherung nicht zur Zahlung bereit ist?

Muss ich gegen die Klage selbst Widerspruch einlegen, wie in der Rechtsbehelfsbelehrung angegeben, da sonst ein Versäumnisurteil ergeht?

Wie muss ich mich nun weiter verhalten?

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 1195 weitere Antworten zum Thema:
28.02.2009 | 01:13

Antwort

von

Rechtsanwältin Dipl.-Jur. Susanne Schorn
74 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen.

Nun aber zu Ihrer Frage, welche ich auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Wenn nach einem Verkehrsunfall die Versicherung nicht oder nur teilweise regulierungsbereit ist und der Gegner Klage erhebt, stellt es einen prozessualen Trick dar, auch den Halter bzw. Fahrer zu verklagen. Der Halter bzw. Fahrer wird mitverklagt, damit er in einem Prozess nicht als Zeuge zur Verfügung steht.

Nach dem Gesetz haften nämlich Versicherung, Fahrer und Halter als Gesamtschuldner. Dies bedeutet aber nicht, dass Sie später zahlen müssen oder mit Kosten belastet werden, da Ihre Versicherung im Falle eines Prozessverlustes alles tragen muss. Sollte Ihr Gegner gewinnen und tatsächlich den Anspruch gegen Sie durchsetzen wollen, haben Sie einen Anspruch gegen Ihre Versicherung auf Zahlung bzw. Freistellung. In der Praxis würde jedoch niemals gegen den Halter die Zwangsvollstreckung betrieben werden, da die Versicherung immer der erste Ansprechpartner ist. Daher brauchen Sie sich hier nicht zu sorgen.

Bezüglich der Verteidigungsanzeige setzen Sie sich bitte unverzüglich mit Ihrer Versicherung in Verbindung und beachten Sie die gesetzten Fristen, da diese auch von Ihnen eingehalten werden müssen. Regelmäßig wird von der Versicherung ein Rechtsanwalt beauftragt, welcher sich um alles - auch für Sie - kümmert. Die Kosten werden hierbei von Ihrer Versicherung getragen.

Ich hoffe, ich konnte eine hilfreiche erste Einschätzung geben und wünsche Ihnen in dieser Sache viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen



S. Schorn
Rechtsanwältin


Dipl.-Jur. Susanne Schorn, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 01.03.2009 | 01:22

Vielen Dank für Ihre schnelle und kompetente Antwort.

Ich bitte noch um die Beantwortung folgender Rückfrage zur Frist:
Da die Versicherung ebenfalls Beklagte ist, erhält diese doch auch eine Abschrift der Klage.
Angenommen die Klage geht bei der Versicherung 2-3 Tage später ein als bei mir. Dann könnte es doch sein dass meine Einspruchsfrist bereits abgelaufen ist, während die Versicherung noch 2-3 Tage Zeit zur Erwiderung hat. Wenn sie dies dann am letzten Tag ihrer Frist tut, hat die Versicherung noch rechtzeitig reagiert, während ich die Frist bereits versäumt hätte. Es wäre mir dann ja gar nicht möglich die gesetzte Frist einzuhalten!

Hätte ich dadurch irgendwelche Nachteile?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.03.2009 | 21:52

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Gegenüber jedem Beklagten laufen eigene Fristen, deren Versäumnis für Sie rein theoretisch nachteilig sein könnte. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen - wie bereits ausgeführt - eine unverzügliche Kontaktaufnahme mit Ihrer Versicherung, damit diese auch in Bezug auf die Klage gegen Sie genaue Kenntnis hat.

Im Zweifel machen Sie selbst eine eigene Verteidigungsanzeige.

Im Normalfall besteht dieses Problem aber nur theoretisch, da Ihre Haftpflichtversicherung ein Interesse an der Verteidigung hat und somit auch die Fristen einhalten wird.

Mit freundlichen Grüßen



S. Schorn
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 2009-03-03 | 00:18


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 2009-03-03
5/5.0

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ANTWORT VON
Rechtsanwältin Dipl.-Jur. Susanne Schorn
Regensburg

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