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Kindesunterhalt nach Heirat und Geburt neu berechnen?


| 20.11.2008 10:59 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag, ich würde mich über die Beantwortung folgender Frage freuen:

Mein Mann zahlt für seinen sechsjährigen Sohn aus einer früheren Partnerschaft zur Zeit 185 Euro Unterhalt, der nun gemäß DD Tabelle um 50 Euro steigen sollte. Dies wird so auch von der Mutter eingefordert.

Wir sind seit einem Jahr verheiratet und haben einen einjährigen Sohn.
Ich beginne jetzt nach der Elternzeit langsam wieder mit meiner freiberuflichen Tätigkeit. Meine Einkommenssituation ist sehr offen, da erst wieder neue Kunden gewonnen werden müssen. Also kein festes Einkommen, aber schon einige Betriebs- sowie Kinderbetreuungskosten. Wahrscheinlich ist für das Jahr 2009 ein Gewinn von 8000 Euro. Absetzbar davon wären noch einmal etwa 2700 Euro Kinderbetreuung sowie meine eigenen Absicherungskosten in Höhe von etwa 3000 Euro (KSK etc).

Mein Mann verdient 25000 brutto; mtl waren das 1250 netto in Steuerklasse 1, in diesem Jahr 1480 in Steuerklasse 3.

Wieviel Unterhalt muss mein Mann nach neuer Berechnung zahlen, und wie hoch sind die Existenz-Freibeträge für unsere Familie (ihn selbst, meinen Sohn und auch mich) anzusetzen?

Ist mein zukünftiger Gewinn mitentscheidend für die Berechnung des Unterhalts für den ersten Sohn?

Ist ein Wechsel der Steuerklasse zur II für meinen Mann im nächsten Jahr möglich und zu empfehlen?

Wenn wir eine Neuberechnung des Unterhalts erwirken möchten - welches Verdienstjahr wird zur Berechnung herangezogen?


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Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Ihr Mann hat seinem sechsjährigen Sohn nach der Düsseldorfer Tabelle bei einem Nettoeinkommen bis 1.500 € einen Unterhalt in Höhe von 322 € zu zahlen. Hiervon wird noch das hälftige Kindergeld abgezogen, sodass sich ein Unterhalt in Höhe von 245 € ergibt.

Da Ihr gemeinsames Kind auch bei Ihnen beiden lebt, leistet Ihr Mann diesbezüglich Naturalunterhalt. Ein Barunterhalt ist nur dann geschuldet, wenn die Eltern getrennt leben.
Der so genannte Selbstbehalt ist das, was dem Unterhaltsverpflichteten gegenüber seinem Kind verbleibt. Es kommt also nur auf den Selbstbehalt Ihres Mannes an. Die Höhe des Selbstbehalts geht aus den amtlichen Anmerkungen zur Düsseldorfer Tabelle hervor. Danach beträgt der notwendige Selbstbehalt eines erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen gegenüber einem minderjährigen unverheirateten Kind 900 €.
Hat Ihr Mann demnach ein Einkommen in Höhe von 1.480 € und muss 245 € Unterhalt an seinen sechsjährigen Sohn leisten, so verbleiben ihm nach Abzug von 5 % für berufsbedingte Aufwendungen (74 €) 1.161 €.

Ihr Einkommen bleibt bei der Berechnung des Kindesunterhalts für den Sohn Ihres Mannes unberücksichtigt. Der Berechnung des Kindesunterhalts wird lediglich sein Nettoeinkommen zugrunde gelegt.

Bei der Ermittlung des unterhaltsrelevanten Einkommens werden die Steuern zuvor vom Einkommen abgezogen. Es ist also vom tatsächlichen Nettoverdienst auszugehen.
Eine Ausnahme von diesem Grundsatz wird nur beim Ehegattenunterhalt gemacht.
Wenn der Unterhaltspflichtige in der neuen Ehe die Steuerklasse III annimmt, so wird für die Berechnung des Ehegattenunterhalts weiterhin die Steuerklasse I berücksichtigt.
Dies betrifft aber nicht den Kindesunterhalt. Hier ist immer die tatsächliche Steuerklasse maßgeblich, in Ihrem Fall die Steuerklasse III. Die Wahl der Steuerklasse wirkt sich also immer auf die Höhe des zu zahlenden Kindesunterhalts aus.

Ein Wechsel in die Steuerklasse II kommt bei Ihnen nicht in Betracht, da diese Steuerklasse für Alleinerziehende gilt. Ehegatten, die nicht dauernd getrennt leben, werden grundsätzlich beide nach Steuerklasse IV besteuert, wenn sie beide ein Einkommen haben. Verdient der eine Ehegatte aber deutlich mehr als der andere, so können noch die Steuerklassen III/IV gewählt werden.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 20.11.2008 | 12:27


rechne ich also richtig, dass auch bei einem nettoverdienst von 1250 in der steuerklasse IV noch die gesamten 245 Euro zu zahlen wären? oder gibt es noch mehr abzugsmöglichkeiten als die 5% berufsbedingte aufwendungen?


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.11.2008 | 13:45

Sehr geehrte Fragestellerin,

Tatsächlich ist es so, dass bei einem Nettoeinkommen bis zu 1.500 € ein Kindesunterhalt von 245 € zu zahlen wären, vorausgesetzt, dass der Selbstbehalt in Höhe von 900 € verbleibt.

Vom Bruttoeinkommen werden die Steuern und Vorsorgeaufwendungen (Renten-, Arbeitslosen-, Krankenversicherungs-, und Pflegeversicherungsbeiträge) abgezogen. Von dem so errechneten Nettoeinkommen sind dann die berufsbedingten Aufwendungen abzuziehen. Sollte der konkret nachweisbare Betrag höher sein als die 5% Pauschale, könne Sie auch diesen abziehen, höchstens jedoch 150 €.

Unter Umständen kann Ihr Mann auch Schulden abziehen. Diese sind jedoch nur dann berücksichtigungsfähig, wenn die Verbindlichkeit noch während der ersten Ehe eingegangen wurde und es sich auch um Schulden der Familie handelt, die der Unterhaltspflichtige tilgt. Ob es sich aber um berücksichtigungsfähige Schulden handelt, unterliegt einer Interessenabwägung, die im Zweifel nur durch ein Gericht vorgenommen werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 24.11.2008 | 11:02


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