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Kindesunterhalt bei Volljährigkeit und BedarfsGemeinschaft Alg2


02.12.2014 12:22 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel



Sehr geehrte Damen und Herren, ich beziehe leider zur Zeit Alg2. Mein Sohn wird demnächst 18. Vom KV bin ich getrennt, wir waren auch nicht verheiratet. Der KV zahlt Unterhalt, seit mein Sohn 6 ist , ist der Unterhalt tituliert. Mein Sohn besucht die gymnasiale Oberstufe und macht 2016 Abitur. -- Was ändert sich jetzt mit Eintritt der Volljährigkeit? Tritt das Jobcenter an meinen Ex heran und verlangt ggfs mehr Unterhalt? Mein ex weiß nicht, dass ich zur Zeit Alg 2 beziehe und ich möchte auch nicht, dass er das erfährt! Unterliegt das dem Datenschutz oder habe ich als Alg 2 Empfänger tatsächlich kaum Rechte auf Datenschutz? Oder ändert sich vielleicht erstmal nichts? Vielen Dank vorab.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Mit Eintritt der Volljährigkeit ändert sich der Unterhaltsanspruch Ihres Sohnes. Dieser muss seinen Unterhaltsanspruch nun selbst im eigenen Namen gegen den Vater geltend machen. Grundsätzlich sind ab Volljährigkeit beide Elternteile unterhaltspflichtig. Bei Ihnen mangelt es aber zur Zeit an finanzieller Leistungsfähigkeit, so dass der Vater doch allein unterhaltspflichtig bleibt.

Der gezahlte Unterhalt wird dann auf den Bedarf der Haushaltsgemeinschaft angerechnet. Der neue Unterhalt muss der ARGE also bekannt gegeben werden. Sie sollten daher mit der ARGE sprechen und mitteilen, dass Ihr Sohn den Unterhalt selbst geltend macht, sofern der KV nicht vom ALG II Bezug erfahren soll.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 02.12.2014 | 13:53

Vielen Dank für die Antwort. Ich habe das so verstanden, dass mein Sohn dann schnellstmöglich an den Kindesvater herantreten soll, um mehr Unterhalt zu fordern, wahrscheinlich laut Düsseldorfer Tabelle. Dies würde ich dann noch vor Eintritt der Volljährigkeit dem Amt mitteilen, dass mein Sohn dies tun wird und ich teile dem Amt mit, dass ich nicht möchte, dass sich das Amt mit dem KV in Verbindung setzt, da ich niet möchte, dass der KV weiß, dass ich zzt alg 2 erhalte. Dieses Recht habe ich? -- Sollte ich das schleifen lassen, muss ich damit rechnen, dass das Amt sich mit dem KV in Verbindung setzt. Ist das so richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.12.2014 | 14:32

Sie haben richtig verstanden.
Da Ihr Sohn ja bei Ihnen wohnt, kann der Bedarf der Düsseldorfer Tabelle entnommen werden. Auf den Tabellenbetrag wird das Kindergeld allerdings ab Volljährigkeit voll ( nicht mehr nur zur Hälfte ) angerechnet.

Wenn Sie anwaltliche Hilfe benötigen, kann Ihr Sohn Beratungshilfe beim örtlichen Amtsgericht beantragen und mit dem Berechtigungsschein einen Rechtsanwalt aufsuchen, der dann den Unterhalt für Ihn außergerichtlich geltend macht.

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