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Kindesunterhalt bei Volljährigen mit eigener Wohnung


02.11.2004 12:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag!
Ich lebe von meinem Ehemann im "Innenverhältnis" getrennt, bisher haben wir eine einvernehmliche Regelung zum Unterhalt getroffen, ein Kind (15 J.) lebt bei mir. Das zweite Kind (20 J.) hat eine eigene Wohnung, ist Student und nicht BaföG berechtigt.

Da die Großeltern (meine Schwiegeltern) wünschten, das dieses Kind studiert, boten Sie an, für seinen Unterhalt/Miete aufzukommen. Dies geschieht seit 6 Monaten. Nachdem mein Ehemann nun einen PKW im Wert von € 22.000 von seinen Eltern geschenkt bekam, sehen sie sich außerstande, weiterhin den Unterhalt zu übernehmen.

Mein Mann erwartet nun von mir, dass ich die Hälfte des nunmehr von uns Eltern zu leistenden Kindesunterhalts trage (Kindergeld erhalte ich und gebe es an das Kind weiter). Natürlich ist mir klar, dass die Großeltern höchstens eine moralische Verpflichtung zum Unterhalt haben. Jedoch erscheint mir fragwürdig, wie Geld für ein Auto vorhanden sein kann und nicht für Unterhalt, der von Ihnen zugesagt wurde.Weiter ist mir nicht klar, ob es rechtens ist, dass ich 50% übernehmen soll (ich habe weniger Einkommen zur Verfügung als mein Mann).

Zusätzlich habe ich Einnahmen aus Haus- und Grundbesitz, gehe eine geringfügigen Honorartätigkeit nach, da das in meinem Haushalt befindliche Kind erweiterter Betreuung bedarf (bisher unstrittig zwischen uns Eltern). Nun erwartet mein Mann allerdings, dass ich meine Berufstätigkeit ausbaue, um mehr eigenes Einkommen zu erzielen. Begründet dies mit dem Alter des 15 jährigen Kindes. Leider habe ich bei meinem Arbeitsgeber momentan weniger zu tun, aufgrund der allgemeinen Kürzungen im Sozialbereich.

Muss ich die Hälfte des Unterhalts für das 20 jährige Kind übernehmen und meine Berufstätigkeit ausbauen?

Danke!

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Sehr geehrte Ratsuchende,

man kann die gesamte Unterhaltspflicht nicht einfach durch zwei teilen, weil ja zwei Elternteile unterhaltspflichtig sind. Vielmehr gilt das Prinzip der Leistungsfähigkeit.
Daraus folgt, daß die Einkommens- und ggf. Vermögensverhältnisse der beiden Elternteile jeweils isoliert zu betrachten sind und sich daraus das Verhältnis ergibt, zu dem jeder der beiden sich am Unterhalt zu beteiligen hat. Also keine simple Halbe-Halbe-Regelung.

Was Ihren Unterhalt angeht, so ist zu unterscheiden, ob Sie "offiziell" getrennt lebe, also im Hinblick auf eine Ehescheidung oder nicht. Denn im ersten Fall greift der Trennungsunterhalt ein, im zweiten der Familienunterhalt. Im wesentlichen verlangen aber beide Formen, daß jeder der beiden Ehegatten nach Kräften zum Unterhalt beiträgt. Das bedeutet beim Trennungsunterhalt, daß Sie sich selbst nach Kräften bemühen, Ihren Unterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten. Spätestens nach Verfestigung der Trennung (Richtschnur: 1 Jahr) bedeutet das, daß Sie im Rahmen des möglichen auch eine bestehende Erwebstätigkeit erweitern müssen. In Ihrem Falle also ein Wechsel von der geringfügigen mindestens in eine darüber hinausgehende Teilzeitbeschäftigung. In Anbetracht des Alters des Kindes von 15 Jahren kann sogar eine Vollzeitbeschäftigung als zumutbar angesehen werden.

Mit freuundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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