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Kindesunterhalt bei Ausbildung im Ausland


15.12.2008 14:48 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Wolfram Geyer



Meine Tochter (17 Jahre) macht eine Ausbildung in Österreich und wohnt demzufolge seit dem 01.09.08 auch dort. Ihre Ausbildungsvergütung beträgt rund 400 Euro. Für ihre Unterkunft muss sie 125 Euro pro Monat bezahlen. Da sie in einem Hotel arbeitet ist die Verpflegung zum Teil kostenlos gewährleistet. An ihren beiden freien Tagen in der Woche muss sie sich selber verpflegen. Pro Jahr hat sie 2 Monate Berufschule im Block. Dann ist sie in einem Internat untergebracht. Dies kostet für die 2 Monate rund 500 Euro, die sie selbst bezahlen muss. Die Miete für ihr Zimmer in der Hotelunterkunft läuft natürlich weiter. Einmal im Monat fährt sie nach Hause. Die Bahnfahrkarte kostet ca. 100 Euro.
Mein geschiedener Mann zahlt Kindesunterhalt lt. Düsseldorfer Tabelle in der höchsten Verdienstspalte. Um wieviel kann er ihr den Unterhalt nun kürzen. Bin jetzt auch ich zu Barunterhalt verpflichtet? Das Kindergeld erhalte ich.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

auch nach dem Umzug Ihrer Tochter nach Österreich kommt hier gemäß Art. 18 Abs. 5 EGBGB deutsches Unterhaltsrecht zur Anwendung, wenn sowohl die Unterhaltsberechtigte als auch beide Elternteile Deutsche sind und die Eltern ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, wovon ich hier ausgehe.

Da Sie das minderjährige Kind nicht mehr in Ihrem Haushalt betreuen, sind Sie in der Tat gegenüber Ihrer Tochter nunmehr neben Ihrem Ex-Ehemann zum Barunterhalt verpflichtet, und zwar anteilig nach dem jeweiligen (bereinigten) Erwerbseinkommen beider Elternteile, siehe § 1609 Abs. 3 BGB.

Je nachdem wie viel Sie verdienen, kann Ihr Ex-Ehemann somit eine entsprechende Kürzung seines Anteils am Kindesunterhalt verlangen, hier nach der Berechnungsformel

Bereinigtes Nettoeinkommen eines Elternteils (N1 oder N2) abzüglich € 900 mal (Rest-) Bedarf (R), geteilt durch die Summe der bereinigten Nettoeinkommen beider Eltern (N1+N2) abzüglich € 1.800 (= 900 + 900).
Haftungsanteil 1 = (N1 – 900) x R : (N1 + N2 – 1.800).

Nur wenn sich Ihr bereinigtes Nettoeinkommen auf nicht mehr als € 900 beläuft, also auf den Betrag des notwendigen Selbstbehaltes gegenüber dem minderjährigen Kind, müssen Sie sich nicht an dem Barunterhalt beteiligen.

Der Bedarf eines minderjährigen Kindes mit eigenem Haushalt wird im Normalfall ebenso wie bei einem Studenten angesetzt, also mit € 640 Euro (vgl. Anm. A 5 zur Düsseldorfer Tabelle). Hierin sind bis zu € 270 für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) bereits enthalten; wenn das Kind weniger Miete zahlt, ist dies in der Regel nicht zu berücksichtigen. Allerdings ist das Kindergeld (wenn Sie es an die Tochter weiterleiten) in voller Höhe und die Ausbildungsvergütung - abzüglich eines ausbildungsbedingten Mehrbedarfs von monatlich € 90, hier also in Höhe von ca. € 310 - auf den Bedarf anzurechnen.
Die Internatskosten sind in jedem Fall und die Fahrtkosten nach Hause in angemessenem Umfang (einmal monatlich dürfte angemessen sein) mit einem monatlichen Durchschnittswert dem Bedarf hinzuzurechnen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Rechtsfragen hinreichend und verständlich klären. Andernfalls können Sie gerne Rückfragen stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
Ergänzung vom Anwalt 15.12.2008 | 15:36

Sehr geehrte Ratsuchende,

die Düsseldorfer Tabelle finden Sie unter dem nachfolgend benannten Link:

http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?sessionid=7AA9C55C59B4496CA33F9C7111606242&toc=heibo.11101

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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