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Kindesunterhalt an den Stiefvater nach dem Tod der Kindesmutter?


| 13.12.2013 09:51 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Carolin Richter


Zusammenfassung: Es war die Frage zu beantworten, wer die Beerdigungskosten zu tragen hat und wer vertretungsberechtigt zur Geltendmachung von Kindesunterhalt ist.


Guten Tag,
kürzlich verstarb meine von mir geschiedene Frau, die nach unserer Scheidung wieder geheiratet hatte und mit unseren 3 gemeinsamen Kindern und ihrem neuen Mann zusammenlebte. Ich habe den Unterhalt für die Kinder für den auf den Tod folgenden Monat auf das übliche Konto überwiesen mit dem Hinweis, dass dieses Geld für die Kinder und anteilig für die anfallenden Begräbniskosten aufgewendet werden soll. Ebenso habe ich eine kurz zuvor geleistete Sonderzahlung in Höhe von einigen hundert Euro mit dem gleichen Vermerk auf besagtem Konto belassen.

Die Kinder sind dann im zweiten Monat nach dem Tod ihrer Mutter zu mir gezogen.

Nun tritt der hinterbliebene Mann meiner verstorbenen geschiedenen Frau mit einer Forderung über mehrere hundert Euro für Begräbniskosten u.a. an mich heran. Meiner Argumentation bzgl. der für den auf den Tod folgenden Monats noch überwiesenen 1.000,- und der vereinbarten Verrechnung folgt er nicht. Vielmehr argumentiert er, dass ihm der Unterhalt zugestanden hätte und ich die Begräbniskosten anteilig bwz zusätzlich zu tragen hätte.

Meine Frage; Hat dem Stiefvater der Kindesunterhalt für den einen Monat tatsächlich zugestanden? Wie sind hier die gesetzlichen Bestimmungen?

Vielen Dank

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Sehr geehrter Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsangaben und Ihres Einsatzes wie folgt:

Die Beerdigungskosten sind nach § 1968 BGB immer vom Erben zu tragen. Sofern der Stiefvater Ihrer Kindern alleiniger Erbe geworden sein sollte, fallen bei ihm die Kosten allein an. Sollten die Erben nach Ihrer Exfrau der Stiefvater und ihre Kinder gemeinsam sein, so sind diese als Erbengemeinschaft Schuldner und haften gemeinsam für die Beerdigungskosten. Diese Beerdigungskosten sind dann bei der Aufteilung des Erbes zunächst von der positiv vorhandenen Nachlassmasse abzuziehen und der Rest aufzuteilen. Eine Forderung an Sie persönlich ist daher nicht berechtigt. Der unberechtigten Forderung kann entgegengehalten werden, dass Sie zum Einen nicht Schuldner sind und zum Anderen die Beerdigungskosten im Rahmen der Verteilung der Nachlassmasse vorab aus dieser zu bezahlen sind. Sollte keine Nachlassmasse vorhanden sein, haften die Erben mit ihren jeweiligen Erbquoten. Dies muss aber zunächst geklärt werden.

Hinsichtlich des Unterhaltes sind die Kinder Anspruchsinhaber. Nur der sorgeberechtigte betreuende Elternteil kann die Kinder bei der Geltendmachung des Kindesunterhaltes wirksam vertreten. Der Stiefvater war wohl nicht sorgeberechtigt, sondern die Sorge müsste nach dem Versterben Ihrer Exfrau allein Ihnen zugefallen sein. Der Stiefvater ist daher nicht berechtigt die Kindesunterhaltsansprüche im Namen der Kinder gegen Sie geltend zumachen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen Überblick verschaffen. Bitte beachten Sie, dass geringfügige Sachverhaltsabweichungen zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen können. Bitte beachten Sie weiter, dass eine Onlineberatung keine Beratung vor Ort ersetzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Carolin Richter
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 13.12.2013 | 12:23

Herzlichen Dank für die umfassende Antwort. Bin ich als gesetzlicher Vertreter meiner minderjährigen Kinder denn nicht letztlich doch in der Haftung?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.12.2013 | 13:02

Sehr geehrte Fragesteller,

gern beantworte ich Ihnen Ihre Nachfrage wie folgt:

Die Verpflichtung zur Tragung der Beerdigungskosten richtet sich gegen die Kinder, soweit diese Mitrerben geworden sind. Zwar vertreten Sie die Kindern, aber die Forderung muss an die Kinder gerichtet sein. Des Weiteren sind die Beerdigungskosten vorab vom Nachlass zu begleichen. Lediglich dann, wenn kein Nachlass vorhanden ist, können die Kinder im Wege eines Ausgleichsanspruchs vom Stiefvater in Anspruch genommen werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Carolin Richter
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 13.12.2013 | 12:06


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