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Kindesunterhalt - Unterhaltsberechtigter hat deutlich höheres Einkommen


08.12.2009 09:29 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag!

Meine Kinder sind zu ihrem Vater gezogen. Der Vater fordert jetzt von mir Unterhalt. Ich verdiene 1,300 € netto und der Vater verdient etwa 4.000 € netto. Er verdient also das Dreifache meines Einkommens!. Außerdem habe ich zur Zeit als Belastung noch die teure Wohnung (800 € Warmmiete). Die Kinder sind 15 und 18 Jahre alt und gehen beide noch zur Schule.

In welcher Höhe muss ich Unterhalt zahlen? Außerdem hab ich noch Bafög Schulden, die ich auch noch zurückzahlen muss. (monatlich 100,- Euro).

Vielen Dank für die Beantwortung der Frage.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Zu unterscheiden ist zunächst zwischen Ihrem volljährigen 18-jährigen und dem minderjährigen 15-jährigen. Volljährige Kinder haben Anspruch auch Barunterhalt durch beide Eltern, auch wenn sie bei einem Elternteil leben. Hier kann nur der eventuell erfolgende Naturalunterhalt (Essen, Unterkunft etc.) in Ansatz gebracht werden. Ihr 18-jähriges Kind hat daher gegen Sie und den Vater einen Anspruch auf Barunterhalt.
Anders sieht dies bei dem minderjährigen Kind aus. Dieses hat gegen den Vater, bei dem es lebt, nur einen Anspruch auf Naturalunterhalt. Der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, ist hingegen zum Barunterhalt verpflichtet.

Nach der Düsseldorfer Tabelle wären Sie grdsl zu folgendem Unterhalt verpflichtet:
Für das 18-jährige Kind beträgt der Unterhalt – grdsl. nur, wenn es sich noch in der Ausbildung befindet – 432 €. Für das 15-jährige Kind beträgt der Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle 377 €.
Allerdings steht Ihnen ein notwendiger Eigenbedarf in Höhe von 900 € zu. Weiter ist zu prüfen, inwieweit Sie leistungsfähig sind.
Zunächst sind von Ihrem Einkommen die berufsbedingten Aufwendungen in Höhe von 65 € (5% des Nettoeinkommens) abzuziehen. Danach sind berücksichtigungsfähige Schulden abzuziehen. Schulden, die bereits während des Zusammenlebens der Eltern gemacht wurden, sind abziehbar. Das gleiche gilt für Schulden, die vor Geburt des Kindes gemacht wurden. Demnach können Ihre Bafög-Schulden hier wohl in Abzug gebracht werden, so dass Sie unter Berücksichtigung des Selbstbehalts lediglich 235 € für die Unterhaltszahlungen zur Verfügung haben.
Dies muss entsprechend den Ansprüchen nach der Düsseldorfer Tabelle unter den Berechtigten aufgeteilt werden, so dass hiernach ein Unterhaltsanspruch in Höhe von 124,55 € bzw. 110,45 € besteht. Das Kindergeld kann hier nicht mehr in Abzug gebracht werden, da schon ein Mangelfall vorliegt.
Ihre Wohnung kann keine Berücksichtigung finden. Im oben genannten Eigenbedarf ist schon ein Betrag für die Wohnung in Höhe von 360 € enthalten. Alle darüber hinausgehenden Kosten sind als unangemessen anzusehen.
Dies wäre die Berechnung nach der Düsseldorfer Tabelle. Beachten Sie aber, dass die Düsseldorfer Tabelle nur eine Leitlinie ist und keine Gesetzeskraft hat. Sie ist vielmehr für normale Fälle gedacht. Ihr Fall ist aber anders gelagert, da hier ein erheblicher Einkommensunterschied zwischen dem Barunterhaltspflichtigen, also Ihnen, und dem anderen Unterhaltspflichtigen besteht. Deshalb besteht eine gute Chance, dass ein Gericht nicht nach der Tabelle entscheiden wird. Hierbei kann dann ggf. auch Ihre Wohnung berücksichtigt werden, falls Sie aus nachvollziehbaren Gründen gezwungen sind, in der Wohnung zu bleiben. Auch kann Ihnen eine angemessene Zeit zugestanden werden, um die Wohnsituation zu verbessern bzw. sich eine günstigere Wohnung zu suchen.
In jedem Fall rate ich Ihnen an, sich persönlich durch einen Anwalt beraten zu lassen, da hier doch gravierende Einschnitte bei dem Ihnen in Zukunft zur Verfügung stehenden Vermögen drohen können. Mit Hilfe eines Anwalts kann hier eine für Sie günstige Regelung getroffen werden; zudem kann auch noch überprüft werden, ob weitere abzugsfähige Posten vorhanden sind, die eventuell die Unterhaltszahlungen reduzieren können.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2009 | 13:23

Sehr geehrter Herr Müller!

Da ich zur Zeit absolut mittellos bin, kann ich mir einen Umzug nicht leisten. Wie lange wird mir noch zugestanden, in meiner jetzigen Wohnung zu bleiben? Außerdem verstehe ich nicht, warum meine Wohnungskosten als Außergewöhnliche Belastung nicht anerkannt werden würden? Wenn ich die Miete zahle und den Unterhalt zahle, kann ich von 0 Euro einen ganzen Monat lang leben. Wie soll das funktionieren???

Viele Grüße

Die Fragestellerin


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2009 | 14:02

Sehr geehrte Fragestellerin,

einen festen Zeitraum, der Ihnen für einen Umzug eingeräumt werden könnte, kann ich Ihnen natürlich nicht nennen. Die Wohnung wird nur zu einem Teil angerechnet; wird eine höhere Miete bezahlt, so gilt dies als Luxusausgabe, die nicht den Unterhaltsberechtigten schaden soll.
In erster Linie sollten Sie sich meines Erachtens an einen Anwalt vor Ort wenden. Die Kosten der Beratung können, wenn Sie nicht über ein genügendes Einkommen verfügen, über die sogenannte Beratungshilfe vom Staat übernommen werden. Einen Beratungshilfeschein können Sie beim örtlichen Amtsgericht beantragen oder über den von Ihnen aufgesuchten Rechtsanwalt beantragen lassen.
Der Gang zum Anwalt lohnt sich aus Ihrer Sicht insbesondere deshalb, da wohl davon auszugehen ist, dass Sie entweder gar keinen oder zumindest nur einen sehr geringen Unterhalt zahlen müssen.


Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

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