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Kindergeld im nicht-europäischen Ausland


19.10.2006 09:00 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jana Laurentius


| in unter 1 Stunde

Ich bin Deutscher, wohne im nicht-europäischen Ausland (Japan) und habe Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit. Ich bin in Deutschland nicht gemeldet und nicht steuerpflichtig.
Deswegen ging ich immer davon aus, daß für mich deutsches Kindergeld nicht in Frage käme. Die gleiche Auskunft gibt mir die Botschaft.

Deswegen wunderte es mich sehr, von einem ebenfalls in Asien wohnenden Bekannten zu hören, daß er für seine Tochter Kindergeld in Deutschland beantragt und erhalten hat.
Entsprechendes lese ich in dem Spiegel-Artikel über Jürgen Hass, der in Paraguay 500(!) Kinder adoptiert hat (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,414906,00.html). (Zitat: "...Von deutschem Kindergeld könne in Paraguay eine achtköpfige Familie leben, sagt Hass.")

Meine Frage: Welche Gesetzeslücke nutzen mein Bekannter und der im Spiegel erwähnte Jürgen Haß aus?
Denn offensichtlich ist es trotz gegenteiliger offizieller Aussage möglich, auch mit Wohnsitz im Ausland Kindergeld aus Deutschland zu beziehen.
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 119 weitere Antworten zum Thema:
19.10.2006 | 09:23

Antwort

von

Rechtsanwältin Jana Laurentius
289 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Ausgangspunkt für die Frage nach dem Kindergeldanspruch von Deutschen, die im Ausland leben, ist § 62 Abs. 1 EStG, der folgenden Wortlaut hat:

Für Kinder im Sinne des § 63 hat Anspruch auf Kindergeld nach diesem Gesetz, wer
1. im Inland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat oder
2. ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland
a) nach § 1 Abs. 2 unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist oder
b) nach § 1 Abs. 3 als unbeschränkt einkommensteuerpflichtig behandelt wird.


Jedenfalls der von Ihnen zitierte Herr Hass - wie es bei Ihrem Bekannten aussieht, weiß ich naturgemäß nicht, aber wahrscheinlich vergleichbar - fällt unter die Nr. 2b dieser Vorschrift. Denn ausweislich des Zeitungsartikels bezieht er eine von der deutschen Rentenversicherung gewährte Frührente, ansonsten hat er wohl kein Einkommen. Bei der Frührente handelt es sich um Einkünfte im Sinne von §§ 49 Abs. 1 Nr. 7, 22 Nr. 1 Satz 1 Buchstabe a EStG. Als Bezieher derartiger Einkünfte fällt Herr Hass unter die Vorschrift des § 1 Abs. 3 EStG, auf dessen Grundlage er beantragen darf, dass er als in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig behandelt werden soll. Dies wird er getan haben, weshalb ihm nach § 62 Abs. 1 Nr. 2b EStG ein Kindergeldanspruch zusteht.

Es handelt sich hierbei in der Tat um einen bestaunenswürdigen Vorgang, der wie beschrieben nach der deutschen Rechtslage jedoch tatsächlich zulässig ist. Für Sie wird dieser Weg jedoch nicht möglich sein, da Sie nach eigenen Angaben nicht in Deutschland steuerpflichtig sind.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)


ANTWORT VON
Rechtsanwältin Jana Laurentius
Bonn

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