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Kind zum Vater hinbringen ?


02.01.2017 11:41 |
Preis: 33,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Andrea Krüger-Fehlau



Folgende Fakten:
Trennung Mitte 2016; Mutter zieht nach München mit Kind ( 2,5 J), wo beide Großeltern leben + Onkel des Kindes. Vater bleibt vorerst am gemeinsamen Ort und zieht dann zum Kind aus seiner ersten Ehe nach Berlin.
Sieht den gemeinsamen Sohn seit August 2016 nicht und nimmt auch keinerlei Kontakt auf. Vater stellt Mutter eine schriftliche Vollmacht aus, in der alle Belange hinsichtlich Aufenthalt des Kindes und anderer Sorgerechtsbelange vollends der Mutter übertragen werden. Vater besteht jetzt auf plötzlich auf die einmal in den Raum gestellte Option, dass man ihm das Kind 1 Mal pro Monat bringt. Mutter ist berufstätig und zeitlich sehr eingespannt, hat daher nicht die Möglichkeit, die 12 Termine im Jahr = Bringen des Kindes nach Berlin "einzuhalten".
Wie ist die rechtliche Situation? Hat der Vater aufgrund des initialen "Wegzugs" der Mutter mehr Rechte, als die verbindlichen 2 Mal im Monat Besuchsrecht BEIM Wohnort des Kindes = München?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich sind Sie als betreuender Elternteil nicht dazu verpflichtet, Ihr Kind zum Vater nach Berlin zu bringen. Der umgangsberechtigte Elternteil muss sich selbst um die Abholung und das Zurückbringen des Kindes kümmern und auch die Kosten hierfür tragen. Ausnahmsweise kann der betreuende Elternteil hieran mitbeteiligt werden, wenn er z.B. finanziell sehr viel besser gestellt ist als der umgangsberechtigte Elternteil oder wenn er durch einen Umzug dafür gesorgt hat, dass der Umgang nunmehr erschwert wird.

Sie schrieben allerdings, dass der Vater zunächst am gemeinsamen Wohnort verblieb und erst später nach Berlin zog. Damit hat den erschwerten Umgang selbst verursacht, so dass die genannten Ausnahmen nicht greifen dürften.

Haben Sie allerdings mit dem Vater individuell vereinbart, dass Sie ihm das Kind einmal pro Monat bringen, müssen Sie sich an eine solche Vereinbarung auch halten. Es klingt Ihrer Beschreibung nach allerdings nicht so, als wäre hier bereits umgangsrechtlich verbindlich etwas vereinbart worden. Sie sprechen von einer einmal in den Raum gestellten Option. Bitte geben Sie mir hierzu noch ein paar mehr Details. Was genau wurde besprochen? War das vor oder nach dem Umzug nach Berlin?

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 02.01.2017 | 17:00

Vielen Dank, Frau Krüger-Fehlau, für Ihre Mühen!!
Umgangsrechtlich verbindlich wurde nichts vereinbart. Mündlich wurde ein paar Monate zuvor besprochen, dass es die MÖGLICHKEIT gäbe, dass einmal im Monat der Vater kommt und einmal im Monat die Mutter mit dem Kind zu dem dann aktuellen Wohnort innerhalb Deutschlands. Dann gab es allerdings einen Kontaktabbruch seitens des psychisch labilen Vaters und diese Optionen wurden verworfen, weil der Wunsch des Vaters nach Null Kontakt beherzigt wurde. Zuerst zog die Frau (wegen Gewalt, die aber praktisch nicht dokumentiert ist) mit dem gemeinsamen Kind im Sommer vom gemeinsamen Wohnort Frankfurt nach München. Im Winter zog dann der Vater zu seinem Kind aus erster Ehe nach Berlin. Verändert das die Sachlage? Die Mutter arbeitet weiterhin im Rhein-Main-Gebiet und lebt mit dem Kind in München. Ein Bringen nach Frankfurt wäre also einfacher gewesen als das Bringen an den neuen Wohnort des Vaters.

Eine Reise von München nach Berlin mit KLEINKIND erscheint auch sehr aufwändig. WIE OFT müsste Ihrer Einschätzung nach die Mutter das Kind nach Berlin bringen (was ist für das Kind und auch die Mutter zumutbar)? Wie oft sollte / dürfte der Vater das Kind gebracht bekommen? Und dann für wie lange? Der Vater verlangt Freitag 18:00 bis Sonntag 18:00 Uhr. Das ist mit der langen Reise schwer zu vereinbaren, wenn am Heimatort am Montag um 8 Uhr wieder die Krippe und die Arbeit starten. Am Freitag müsste die Mutter Urlaub nehmen um pünktlich um 18 Uhr in Berlin zu sein). Der Vater ist in psychischer Behandlung und arbeitslos - ändert dieser Fakt auch die Verhandlungsposition (Mutter viel beschäftigt, Vater hat mehr Zeit...)? Was wäre eine Standardlösung für so einen Fall? ;) Herzlichen Dank im Voraus...!!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.01.2017 | 21:18

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Eine Standardlösung gibt es selten. Jeder Fall muss immer individuell betrachtet werden.

Ich sehe hier nach Ihren Schilderungen überhaupt keine Verpflichtung Ihrerseits, das Kind zum Vater zu bringen. Es wurde nichts verbindlich vereinbart. Sie haben bisher lediglich die Möglichkeit in den Raum gestellt, die sich im Übrigen auch noch auf den alten Wohnort in Frankfurt bezog. Dann gab es zwischendurch sogar einen vollständigen Kontaktabbruch. Darüber hinaus ist Ihr Kind noch recht klein, die Entfernung hingegen sehr groß. Es muss also eine Lösung gefunden werden, die für alle Seiten tragbar ist.

Wichtig für Sie als betreuender Elternteil ist jedoch, dass es nicht Ihre Aufgabe ist, dem Vater das Kind zu bringen und es wieder dort abzuholen. Jedenfalls dann nicht, wenn Sie dies nicht verbindlich zugesagt haben. Auch die sonstigen Umstände (Entfernung, Alter des Kindes, Psychischer Zustand des Vaters etc.) lassen dies nicht zu. Gleichwohl hat der Vater natürlich trotzdem ein Umgangsrecht, dessen Ausübung Sie fördern müssen.

Insbesondere weil der Vater psychisch angeschlagen ist und zu Gewalt neigt, sollte der Umgang nicht unbeaufsichtigt, sondern zunächst begleitet in München stattfinden. Begleitet bedeutet, dass eine neutrale Person den Umgangskontakt überwacht. Das kann jemand aus der Familie oder aber auch jemand vom Jugendamt sein. Läuft hierbei alles gut, kann der Umgang zu einem späteren Zeitpunkt ausgedehnt werden und auch in Berlin stattfinden.

Sie sollten ihm also zunächst vorschlagen, dass er das Kind bei Ihnen zu Hause oder jedenfalls in München zunächst in Begleitung sehen kann. Möglicherweise können Sie ihn auch finanziell bei den Fahrtkosten unterstützen. Auf keinen Fall sollten Sie sich jedoch unter den derzeitigen Umständen darauf einlassen das Kind hin- und herzufahren.

Sollten sie bei der Regelung des Umgangs anwaltliche Hilfe benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Hierfür kontaktieren Sie mich einfach per E-Mail. Diese finden Sie in meinem Profil.


Mit freundlichem Gruß
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

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