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Kein Ehevertrag


| 10.11.2008 21:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Mein Mann und ich sind seit 15 Jahren verheiratet (und bleiben auch
noch zusammen). Wir haben keinen Ehevertrag. Er ist Arzt und hat eine Praxis und ich
arbeite als Informatikerin 20 Stunden im Angestelltenverhältnis in einer Unternehmensberatung und bin dann mit den Kindern nachmittags zu Hause.

Das Geld von der Praxis wird auf ein Konto überwiesen, welches allerdings nur auf sein
Name ist (da der Steuerberater uns sagt, dass die Praxis nur auf den Inhaber ein Konto führen darf, also auf ihn). Unsere Depots sind auch nur unter seinem Namen.

Bleibt alles immer noch uns beide, trotz dass die Sache/die Konten alle unter seinem Name sind?
Diese Konten haben wir auch nach der Ehe eröffnet. Die Praxis ist auch nach der Ehe entstanden.

Müssen die Konten unter beider Namen laufen oder gehört alles gesetzlich uns beiden?
Sehr geehrte Fragstellerin,

unter Berücksichtigung der von Ihnen gegebenen Sachverhaltsangaben beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Wenn Sie keinen Ehevertrag geschlossen haben leben Sie im sogenannten Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

In der Zugewinngemeinschaft bleibt jeder Ehegatte Alleineigentümer seines Vermögens. Die Vermögensmassen der Ehegatten sind also getrennt.

Nur wenn Sie als Ehegatten ausdrücklich gemeinsam etwas erwerben, haben beide Eigentum daran.

Ihr Ehemann ist also Eigentümer seiner Arztpraxis. Das Guthaben auf Konten, welche auf Ihren Ehemann laufen steht auch ihm zu.

Alles was Sie alleine erwerben oder alles was auf Konten, welche auf Ihren Namen laufen, ist gehört dahingegen alleine Ihnen.

Bei Geschäftskonten ist es üblich, dass der Inhaber des Geschäfts (hier der Arztpraxis) auch Kontoinhaber ist. Sie haben in diesem Sinne nichts mit der Praxis zu tun und werden deshalb auch nicht als Kontoinhaber geführt.

Sollte es zu einer Scheidung kommen wird ein Zugewinnausgleich durchgeführt.

Das bedeutet, dass bei beiden Ehegatten der Stand des Vermögens zu Beginn und am Ende der Ehe festgestellt und dann die Differenz errechnet. Derjenige der mehr Zugewinn hat muss dem anderen die Hälfte davon ausgleichen.

Bsp:

Ehefrau hat bei Beginn der Ehe 1.000,- € und am Ende 2.000,- €
Ehemann hat bei Beginn der Ehe 5.000,- € und am Ende 50.000,- €

Die Ehefrau hat 1000,- € Zugewinn der Ehemann 45.000,- €. Die Differenz zwischen den beiden Zugewinnen ist 44.000,- €. Davon müsste der Ehemann der Ehefrau die Hälfte, also 22.000,- € als Zugewinn bezahlen.

Hier würde auch die Arztpraxis und alle Konten berücksichtigt werden, soweit kein Ehevertrag vorhanden ist.

Für private Konten bieten Banken gemeinsame Konten an. Diesbezüglich sollten Sie sich bei Ihrer Bank erkundigen, ob und wenn ja welche Möglichkeiten es da gibt.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben. Eine abschließende Beratung kann im Rahmen dieses Forums nicht praktiziert werden, weil diese die Kenntnis des vollständigen Sachverhalts erfordert. Hier konnte ich mich nur auf Ihre Schilderungen stützen und somit nur eine erste Einschätzung der Lage abgeben. Eine persönliche Beratung kann hierdurch nicht ersetzt werden. Durch das hinzufügen oder Weglassen relevanter Tatsachen kann sich die Beurteilung des Falles maßgeblich ändern.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Im Falle der Beauftragung eines Rechtsanwalts ist zu beachten, dass weitere Kosten anfallen.

Mit freundlichen Grüßen



Christina Knur-Schmitt
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 11.11.2008 | 09:52

Also es macht kein Unterschied wenn wir unsere ganze Aktien oder Depots dann unter seine Name laufen lassen? Oder wäre das besser wenn wir die Depots oder weitere Kontos auf unsere beide Namen ändern lassen (hat aber Steuerliche nachteile).
Wir kaufen aber die Aktien / Fonds von die Praxis-Konto Geld. Wenn alles aber mit Zugewinnausgleich uns am Ende gehört ist das dann egal oder?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.11.2008 | 10:03

Sehr geehrte Fragestellerin,

im Falle einer Scheidung wird die Hälfte der Differenz der beiden Zugewinne ausgeglichen. Sollte diese Differenz nur gering sein, weil Ihr Mann keinen so hohen Zugewinn hat, wie in meinem Beispiel oder Ihr eigener Zugewinn den Ihres Mannes übersteigt, bekommen Sie eine geringe oder keine Ausgleichszahlung. Das müssen Sie auf jeden Fall berücksichtigen. Das kann in diesem Forum nur schwer beurteilt werden.

Außerdem wäre es im Falle des Todes einer der Ehegatten einfacher, wenn die Konten auf beide Ehegatten laufen, weil dann nicht erst alle Konten umgeschrieben werden müssen, damit der überlebende Ehegatte Zugriff auf die Konten hat.

Sie sollten einen Anwalt vor Ort mit der Prüfung beauftragen, da man die Frage ob der Zugewinnanspruch ausreicht um einen Ausgleich zu schaffen nur anhand der genauen Situation/konkreten Zahlen entscheiden kann. Auch sollten beide Ehegatten gehört und deren Belange berücksichtigt werden.

Mit freundlichen Grüßen

C. Knur-Schmitt
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 11.11.2008 | 10:06


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