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Kauf ausserhalb von ebay


11.12.2012 19:55 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab



Ich habe einen Privatverkäufer bei ebay wegen eines Sofortverkauf angeschrieben, erst dann habe ich gesehen, das die Auktion vom Verkäufer schon vorzeitig beendet wurde, mit der Meldung: Dieses Angebot wurde vom Verkäufer beendet, da der Artikel nicht mehr verfügbar ist. Als ich das gesehen hatte, schrieb ich ihm: da hab ich wohl Pech gehabt, da war jemand schneller als ich.
Es ging um ein Designerteil, ich frage wie alt dieses sei und ob noch eine Rechnung vorhanden sei.
Daraufhin erhielt ich folgende Antwort: das Teil sei 4Jahre alt aber eine Rechnung sei nicht mehr vorhanden.
Ich schaute mir nochmal die Bilder in ebay an und dachte das stimmt schon, der schreibt ja Original und seine Bewertungen sind ja auch gut, (über 1100positive) also hab ich ihm ein Angebot für einen Sofortkauf gemacht.
Er schrieb dann, er hätte jetzt einen Interessenkonflikt, da dieses Teil jetzt an eine Bekannte verschenkt werden sollte, deshalb hat er auch die Auktion vorzeitig beendet.
Aber er wäre bereit mir das Teil, nicht über ebay, zu verkaufen.
Da ich dachte dieses Teil sei ein Original wie er ja auch ausdrücklich in der Artikelüberschrift geschrieben hatte, ging ich darauf ein.
Das Teil kam an und ich musste leider feststellen, das ist eine Fälschung.
Ich bin mir 100%sicher, da stimmen einfach die Details nicht, sowie das Material.
Ich schrieb ihn an, daß das Teil ein Fake sei und ich mein Geld zurück will,
nach Erhalt schicke ich das Teil retour.
Ich erhielt keine Antwort.
Einen Tag später schrieb ich ihn nochmal an, wieder kam keine Antwort.
Ich wartete dann einen Tag ab, nix kam.
Dann schrieb ich nochmal etwas massiver, mit Setzung einer Zahlungsfrist, sowie Androhung rechtlicher Schritte sowie Meldung beim Hersteller betreffend Markenrechtsverletzung.
Darauf schrieb er mir folgendes: (ich habe den Text von ihm Orginalgetreu reinkopiert)

Das von Ihnen erworbene Teil war nicht Bestandteil einer ebay Auktion; die Auktion, in der das Teil angeboten wurde, ist von mir wegen eines Fehlers in der Beschreibung beendet worden. Ihr Angebot für dieses Teil kam erst später,
das lässt sich eindeutig im Verlauf der mails nachvollziehen. Deshalb gibt
es keinerlei Vertrag oder Zusicherungen meinerseits, die zu erfüllen wären.
Da Sie ja, wie Sie selber erklären, Fälschungen gut erkennen können, denke
ich, das Sie sehr genau wussten, was Sie bei mir für ein Schnäppchen machen
können und deshalb auch sehr schnell zugeschlagen haben. Mir nun auch noch
anzubieten, ein Teil zurückzunehmen, von dem ich nicht weiss ob es noch
das Original ist, finde ich schon bedenklich.

Daraufhin hab ich ihm geschrieben, daß er natürlich sein geliefertes Teil
zurückbekommt, mir liegt nix dran das Teil zu behalten.
Und auch ein Kauf ausserhalb von ebay sei ein Kaufvertrag.
Ich habe alle Mails, teilweise hatte ich ihn auch über ebay angeschrieben.
Es geht hier um 500EUR, die Teile gehen im ebay Europa zwischen 300EUR bis.....
weg.
Ich möchte das Geld wieder, 500EUR sind einfach zuviel für ein Fake.
Bitte um Auskunft wie es da aussieht, Chancen für mich?
Reicht es da wenn ich behaupte das Teil sei eine Fälschung oder wie läuft das ab?



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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Nach Ihrer Schilderung des Sachverhalts mußte dem Verkäufer klar sein, daß Sie jenes Teil erwerben wollten, das Gegenstand der Ebay-Auktion gewesen ist. Damit kann die Einlassung des Verkäufers, das Teil sei nicht Bestandteil einer Ebay-Auktion gewesen, diesen nicht entlasten.

D. h. ich gehe bei der rechtlichen Würdigung davon aus, daß für beide Vertragsparteien klar war, daß jenes Designerstück, das Gegenstand einer Auktion gewesen ist, auch Vertragsgegenstand sei. Damit wäre der Verkäufer an seine Zusicherung, es handele sich um ein Original, gebunden.


2.

Wenn es sich nicht um ein Original, sondern um eine Fälschung handelt, haben Sie die Möglichkeit, den Kaufvertrag wegen Irrtums und wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Die Anfechtung erfolgt dem Verkäufer gegenüber schriftlich mit Einschreiben und Rückschein mit dem Hinweis, daß Sie den Kaufvertrag aus allen rechtlichen Gesichtspunkten anfechten, insbesondere wegen Irrtums und wegen arglistiger Täuschung.

Zur Begründung führen Sie kurz aus, daß Sie aufgrund der Beschreibung des Objekts von einem Original ausgegangen seien und auch nur ein Original erwerben wollten. Da es sich aber um eine Fälschung handele, die Sie nicht erwerben wollten, seien Sie einem Irrtum erlegen.

Im übrigen habe der Verkäufer das Objekt als Original beschrieben. Damit habe er über eine wesentliche Eigenschaft getäuscht. Das berechtige Sie auch zur Anfechtung wegen Irrtums.

Ferner steht Ihnen ein Rücktrittsrecht zu, da Sie nicht das erhalten haben, was Vertragsgegenstand ist.

Sodann fordern Sie den Verkäufer unter Fristsetzung auf, den Kaufpreis zurückzuzahlen. Die Frist sollte dem Datum nach bestimmt sein, z. B. bis zum 20.12.2012.

Wenn der Verkäufer nicht zahlt, müßten Sie klagen.


3.

In dem Prozeß wäre zu klären, ob es sich um eine Fälschung oder ein Original handelt. Das gilt jedoch nur dann, wenn sich der Verkäufer damit verteidigt, er habe Ihnen ein Original verkauft. Stellt der Verkäufer unstreitig, daß es kein Original sei, ist diese Frage auch nicht zu klären.

Streit kann natürlich auch darüber entstehen, welches Teil Vertragsgegenstand ist: das bei Ebay angeboten oder das, welches Sie erhalten haben.

Hier müßte man also abwarten, wie sich der Verkäufer in einem eventuellen Rechtsstreit verteidigt.





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt
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