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Katastrophaler Umzug


07.12.2015 19:31 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch



Sehr geehrte Frauen- und Herrn –Rechtsanwälte

Am 24. und 25.November hatte ich einen katastrophalen Umzug.
Unten werden der Hergang sowie die zerstörten Sachgegenstände und nicht erbrachte Leistung geschildert.
Ich habe Herrn P. bereits mehrfach angerufen und Ihm eine Mail geschrieben in dem ich Ihn auffordere seine Versicherung zwecks Schadenregulierung zu kontaktieren und habe ihm die Chance zur Nachbesserung gegeben mit Frist zum 07.12.2015.
Leider hat Herr P. weder meine Telefonate entgegen genommen, noch hat er auf meine Mail reagiert, so daß ich mich gezwungen sehe den Rechtsweg zu gehen.

Ich möchte dass das Unternehmen „Umzüge P." mir den vollen Preis für den Umzug zurückerstattet sowie für den entstandenen Schaden aufkommt.

Umzug durch die Fa. „P. Umzüge" am 24. Und 25. November 2015 (über My Hammer)
(Herr P. und zwei weitere Personen)

Von Wohnung

51067 Köln
Nach Zweifamilienhaus

51647 Gummersbach (Berghausen)

Die Leute erschienen am Morgen des 24. November gegen 9:30 Uhr mit einem 3,5t Fahrzeug mit einem Ladevolumen von 18m ³ und nicht wie vereinbart mit einem 7,5t mit 26m³ Ladevolumen.
Auf Nachfrage wo der LKW mit den 26m³ Ladevolumen sei wurde mir erklärt, daß dieser zurzeit nicht zur Verfügung stehe.
Die Leute fingen an meine Möbel abzubauen, ich brachte während dessen schon einmal meine Frau mit unserer acht Monate alten Tochter und unserem Kater in die neue Wohnung nach Gummersbach.
Als ich nach ca. zwei Stunden zurückkam mußte ich mit Entsetzen feststellen, daß die Küche nicht wie vereinbart demontiert wurde und Schrank für Schrank auf den LKW geladen wurde, nein die Küche wurde in alle Einzelteile zerlegt wovon ich viele Ausbrüche auf dem Boden fand. Der Fliesenspiegel in der Küche wurde beschädigt. Mehrfach bat ich die Monteure und Herrn P. dass bitte darauf zu achten ist, daß keine Möbel beschädigt werden.
Auf Nachfrage wurde mir erklärt man versuche den LKW so zu laden, dass das gesamte Umzugsgut mit einer Ladung Transportiert werden könne. Gegen 13:30 Uhr sagte man mir es müsse doch zweimal gefahren werden. Um ca. 14:30 Wurde der LKW mit dem Umzugsgut in Gummersbach das erstemal entladen.
Ein Monteur blieb in Gummersbach und fing mit dem Aufbau des Schwebetürenschrank im Schlafzimmer an. Ich fuhr wieder mit meinem PKW nach Köln und demontierte noch in der Küchenwand verbliebene Schrauben.
Gegen 15:00 Uhr fing es an zu schneien.
Gegen 18:30 Uhr war dann der LKW ein zweites Mal voll beladen und der Transport nach Gummersbach startete. Ich fuhr mit meinem PKW ca. eine halbe Stunde später los da ich noch Lampen demontierte, als ich in Gummersbach Berghausen ankam lagen dort ca. 6 cm Schnee.
Ca. 500 m vordem Ortseingang von Berghausen Stand der Umzugs LKW auf einer Anhöhe, da dieser noch mit Sommerreifen ausgestattet war kam der LKW den Berg nicht hoch. Herr P. rief mich an und informierte mich über die Lage und teilte mir mit, daß man nach einer Lösung suche.
Als ich im neuen Heim ankam erklärte ich meiner Frau die Situation.
Beim Betrachten des aufgebauten Schwebetürenschrank mußte ich dann mit Entsetzen feststellen dass dieser nicht nur völlig zerkratzt war sondern auch völlig falsch zusammen gebaut wurde. Die äußeren Türen wurden vertauscht, der gesamte Schrank wurde schief zusammen gebaut so daß die Türen nicht schließen bzw. diese selbständig auf oder zu fahren.
Gegen 22:00 Uhr teilte mir Herr P. mit, daß man den Umzug am nächsten Tag fortsetzen werde.
Ich mußte mit meiner Frau und unserer acht Monate alten Tochter die Nacht auf der Matratze auf dem Boden verbringen.
Am nächsten Tag gegen 10:30 Uhr kamen die Leute dann mit dem LKW, die restlichen Sachen wurden entladen. Unser Sofa wurde nicht in den ersten Stock in unsere Wohnung gebracht da dieses angeblich aus Platzmangel nicht über die Treppe transportiert werden könne. Die Wickelkommode wurde erst nach mehrmaligerer Aufforderung aus dem Carport geholt, demontiert und im Kinderzimmer wieder montiert. Als ich Herrn P. fragte wann die restlichen Möbel aufgebaut werden, erwiderte er dieses sei nicht Bestand des Vertrages, seine Arbeit wäre fertig.
Auf die Frage was mit dem Schwebetürenschrank sei, sagte er, er könne nichts dafür, daß mein Fußboden so schief sei, ich sagte er soll eine Wasserwaage benützen und wie üblich die Stellfüße einstellen oder gegebenenfalls Möbelkeile unterlegen, eine Wasserwaage ist nicht im Werkzeug des Umzugsunternehmen enthalten, er habe aber mit seinem iPhone mit einer Wasserwaagen App gemessen.
Die Möbel wurden mit brachialer Gewalt teilweise mit den Dübeln aus der Wand gerissen, Möbel wurden auf Grund nicht Fachmännischer Demontage unter Gewalt Einwirkung Demontiert und dabei zerstört. Das gesamte Umzugsgut wurde nicht oder nur unzureichend verpackt bzw. geschützt. Der gesamte Umzug wurde nicht Fachmännisch ausgeführt.
Auf die Frage wer die ganzen zerstörten Möbel ersetze sagte Herr P., er könne seine Versicherung damit nicht belasten, da diese Ihm unter Umständen den Vertrag kündige.

Aufstellung zerstörter Möbel Diele:

-Besenschrank Diele wurde stark beschmutzt und zerkratzt
-Schuhschrank abgeplatzte Ecke



Aufstellung zerstörter Möbel Küche:
Die Küche wurde in ihre Einzelteile zerlegt und nicht wieder zusammen gebaut.

-Fliesenspiegel in Küche alter Wohnung beschädigt
-Fliesenspiegelabdeckung mit Cuttermesser bei Demontage beschädigt
-Hochschrank für Kühl/Gefrierkombi Ausbruch
-Boden von Hochschrank Herd/Mikrowelle wurde herausgebrochen
-Füße der Hochschränke wurden abgerissen
-Spülenunterschrank wurde nicht von Arbeitsplatte getrennt sondern herausgerissen und so zerstört
-Die Schubladen wurden vor Demontage nicht entriegelt sondern mit Gewalt aus den Gleitkufen gerissen, Schublade muss gefallen sein eine Ecke der Frontplatte ist beschädigt.
-Seitenwand Hängeschrank strark verschmutzt und verkratzt
-Kühl/Gefrierkombi oben rechts beschädigt
-Spülmaschine Blechgehäuse verbogen
-Verstrebungen der Unterschränke wurden Herausgebrochen
-Tür von Oberschrank wurde auf dem Asphalt fallen gelassen

Aufstellung zerstörter Möbel Schlafzimmer:

-Matratze wurde ohne Schoner Transportiert, Loch in Matratzenbezug und stark beschmutzt
-Schwebetürenschrank wurde nicht fachgerecht aufgebaut steht schief, die Türen lassen sich nicht öffnen bzw. schließen und öffnen von selbst. (Muß abgebaut werden und Fachmännisch neu aufgebaut werden).
-Kratzer an den Türen des Schwebetürenschrank
-Der gesamte Schrank weist diverse Kratzer auf
-Innenseiten der Rückwände des Schwebetürenschrank zerkratzt und gebrochen
-Kleiderstangenhalterung gebrochen
-Stellfüße des Spiegelmitteschrank ausgebrochen (Spiegelschrank wurde nicht Aufgebaut)

Aufstellung zerstörte Möbel Wohnzimmer:

-Ledercouch wurde an unterer Ecke zerkratzt
-Füße der Couch wurden nicht wieder montiert
-Couch wurde nicht in den ersten Stock transportiert

Aufstellung zerstörte Möbel Balkon
-alle „Teakholzmöbel" weisen erhebliche Kratzer auf.

Desweiteren mußten wir Lebensmittel des Gefrierschrank im Wert von ca. 70 € vernichten.

Welcher Rechtsanwalt mit welchem Fachgebiet kann mir da weiterhelfen



Mit freundlichem Gruß, Marcus A. Wilke





Sehr geehrter Mandant,

gerne gebe ich Ihnen einige Hinweise zur rechtlichen Einordnung Ihres Falles.

Insgesamt ist die Angelegenheit in der Tat sehr unschön abgelaufen und es scheint einige berechtigte Beanstandungen zu geben.

Bitte beachten Sie zunächst, dass sich der geschuldete Vertragsinhalt nach Ihrem Auftrag auf Myhammer richtet, soweit dieser von dem Umzugsunternehmen angenommen worden ist. Die entsprechenden Dokumente dürften sich über das Portal nach wie vor nachweisen lassen, so dass der Umzugunternehmer mit seinen gegenteiligen Behauptungen nicht weit kommen wird.
Sofern Sie den Auftrag also so ausformuliert haben, waren der Auf- und Abbau der Möbel auch Teil des geschuldeten Werks.

Soweit Sie eine umfangreiche Mängelliste erstellt haben, müssen Sie wissen, dass Sie bezüglich aller Schäden voll beweispflichtig sind. Sie müssen für die Geltendmachung eines Schadensersatzanspruches also exakt nachweisen können, welche Kratzer umzugsbedingt entstanden sind und welche vielleicht schon vorher vorhanden waren.

Ich gehe davon aus, dass dies nicht im Detail möglich sein wird. Deshalb müssen Sie sich mit einer Entschädigung zum Zeitwert einverstanden erklären. Das Stichwort lautet hier - ähnlich wie bei einem Verkehrsunfall mit einem PkW, der Vorschäden aufweist - "Abzug neu für alt". Der Rechtsgedanke dahinter ist, dass Sie als Geschädigter nicht besser gestellt werden sollen, als Sie ohne das schädigende Ereignis gestanden hätten.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass Sie selbstverständlich einen Anspruch auf Ersatz des Ihnen entstandenen Schadens haben. Ob der Unternehmer sodann dazu bereit ist, seine Haftpflichtversicherung einzuschalten oder nicht, ist die Entscheidung der Gegenseite und darf nicht zu Ihren Lasten gehen.

Wenn Sie möchten, können Sie sich mit Ihrem Fall an einen Fachanwalt für Transport- und Speditionsrecht wenden. Genau genommen handelt es sich aber um einen einfachen Anspruch auf Schadensersatz wegen mangelhafter Ausführung eines Werkvertrages. Hierbei kann Ihnen jeder Rechtsanwalt behilflich sein, der im allgemeinen Zivilrecht tätig ist.

Ich hoffe, Ihnen hiermit eine ersts Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin
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