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Kann ich mein Haus auf Erbpacht-Grundstück bei Privatinsolvenz irgendwie behalten?


11.06.2011 17:13 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler




Also ich habe folgendes Problem.
Aufgrund meiner Selbstsändigkeit von 2004-2008 habe ich vom FA eine Schätzung bekommen, die ich auch nicht im geringsten bezahlen kann! Wir reden hier insg. von ca. 250.000,-€! Im Jahr 2010 habe ich ein Häusschen geerbt das auf einen Erbpachtgrundstück steht!Es ist alles abbezahlt und ich steh jetzt im Grundbuch. Das Haus ist aus den 50er und soweit alles ok, keine Villa, aber auch kein Abrisshaus!
Im Sommer 2011 möchte meine Freundin mit 2 Kindern bei mir einziehen!Nun haben wir Angst, dass man uns das Haus nehmen wird.
Was habe ich für Möglichkeiten diese Situation zu umgehen? Ich möchte mit meiner Familie hier weiter wohnen bleiben können!
Wie wird es sein, wenn ich in Privatinsolvenz gehe?
Ich bin jetzt seit 06/2008 wieder in einem Beschäftigungsverhältniss und verdiene normales Gehalt, meine Freundin arbeitet halbtags!
Diese Situation belastet uns sehr gerade!
Bin um jede Hilfe dankbar!
Daaaanke!
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 210 weitere Antworten zum Thema:
11.06.2011 | 21:00

Antwort

von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
378 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst sollten Sie sich aus meiner Sicht steuerrechtlich beraten lassen, ob nicht gegen die Schätzung noch vorgegangen werden kann, insbesondere wenn Sie Steuererklärungen nachreichen, die Sie ja offenbar nicht abgegeben haben.

Sollte dies nicht möglich und das Finanzamt ihr einziger Gläubiger sein, besteht weiter noch die Möglichkeit, dass Sie sich auf eine Ratenzahlung einigen. Solange ein Gläubiger keinen Insolvenzantrag stellt, sind Sie selbst nicht verpflichtet in Insolvenz zu gehen.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass das Finanzamt aus dem Steuerbescheid die Zwangsvollstreckung gegen Sie betreibt, eine Zwangshypothek in das Grundbuch Ihres Hauses eintragen lässt und daraus die Zwangsversteigerung betreibt.

Im Falle einer Privatinsolvenz würde Ihr Haus in die Insolvenzmasse fallen und vom Insolvenzverwalter durch Verkauf verwertet werden.

Es bestünde weiter noch die Möglichkeit, dass Sie das Haus an jemanden verkaufen, der es an Sie zurückvermieten würde, und das Geld dazu benutzen, die Steuerschuld (ggf. teilweise) zurückzuführen. Wenn der Käufer dann aber Eigenbedarf gelten macht, müssten Sie ggf. auch ausziehen.

Im Vordergrund steht daher aus meiner Sicht daher die Reduzierung der Forderung aus der Steuerschätzung durch Erstellung der Steuererklärungen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!


Dr. Elke Scheibeler, Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 14.06.2011 | 11:33

Sehr geehrte Fragesteller,

einen Gedanken will ich Ihnen noch an die Hand geben, der mir nicht gleich bei der Beantwortung Ihrer Frage gekommen ist.

Es ist auch möglich, dass der Eigentümer des Grundstückes im Falle Ihrer Insolvenz aufgrund des Erbbaurechtsvertrags berechtigt ist, das Erbbaurecht zurück zu verlangen. Er müsste dann dem Insolvenzverwalter hierfür eine Entschädigung zahlen.

Ob dies der Fall ist, kann ohne Durchsicht des Erbbaurechtsvertrages nicht abschließend beurteilt werden.

Nach wie vor gilt mein Rat, die Steuerforderung des Finanzamtes zu prüfen und durch Abgabe von Steuererklärungen zu verringern.
ANTWORT VON
Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Wuppertal

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