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Kann ich Grundstückskauf im Ausland steuerlich geltend machen?


| 10.12.2012 19:23 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe eine Baufirma in Hamburg und plane, ein Grundstück im Polen zu kaufen, um dort
eine Produktionshalle zu bauen.
Meine Frage:
Kann ich die Anschaffungskosten für das Grundstück und die Baukosten für die Halle steuerlich geltend machen?
Wenn ja, dann im welchem Zeitraum?
Gesamtsumme der Investition ca. 30.000,00 Euro
Mit freundlichem Gruß
Bogdan Saj
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Vielen Dank für die eingestellte Frage. Diese möchte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben und in Ansehung des Einsatzes wie folgt beantworten.
Beachten Sie bitte, dass auch kleinste Veränderungen durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben im Sachverhalt kann die rechtliche Beurteilung wesentlich verändern. Darüber hinaus ersetzt diese nicht die persönliche Beratung bei einem Anwalt ihrer Wahl.

Grundsätzlich sind betriebliche Aufwendungen steuerlich ansetzbar, soweit diese an Wert verlieren können. Grundstücke gehören insoweit nicht dazu. Nach allgemeiner Auffassung nutzen diese sich nicht ab. Die Anschaffungskosten und die Anschaffungsnebenkosten sind also nicht steuerlich absetzbar.

Die Herstellung von Bauwerken ist hingegen in jedem Fall steuerlich ansetzbar. Bei Gebäuden im Betriebsvermögen, die nicht Wohnzwecken dienen, ist ein Abschreibungssatz von 4 % zulässig, wenn für sie der Bauantrag zwischen dem 31.3.1985 und dem 1.1.2001 gestellt wurde. Für Gebäude im Betriebsvermögen, für die danach der Bauantrag gestellt wurde, gilt ein Abschreibungssatz von 3 %. Das ergibt einen AfA Zeitraum für 33 Jahre.

Dieses betrifft jedoch nur das deutsche Steuerrecht. Gemäß dem deutsch-polnischen Doppelbesteuerungsabkommen vom 14.05.2003, in Kraft seit dem 01.01.2005 wäre die Errichtung einer Betriebshalle auf polnischen Grund und Boden nach Art. 5 des Abkommens als Betriebsstätte einzuordnen.
Nach Artikel 7 Unternehmensgewinne Absatz 1 können Gewinne eines Unternehmens eines Vertragsstaats können nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn, das Unternehmen übt seine Tätigkeit im anderen Vertragsstaat durch eine dort gelegene Betriebsstätte aus. Übt das Unternehmen seine Tätigkeit auf diese Weise aus, so können die Gewinne des Unternehmens im anderen Staat besteuert werden, jedoch nur insoweit, als sie dieser Betriebsstätte zugerechnet werden können.
http://www.ihk-ostbrandenburg.de/file/559-Deutsch.pdf oder http://www.ihk-ostbrandenburg.de/file/6981-Doppelbesteuerungsabkommen_PL_D_Polnisch.pdf

Grundsätzlich wäre danach die Betriebsstätte in Polen den polnischen Steuerrecht zu unterwerfen, jedoch berechtigt Absatz 3 von Artikel 7 den Ansatz sämtlicher entstandener Aufwendungen unabhängig von der Lage der Betriebsstätte.
Mit der Folge, dass im Rahmen der Gewinnermittlung sämtliche Kosten, egal wo sie entstanden sind, steuerlich angesetzt werden können.

Die Betriebstätte unterliegt somit in jedem Falle dem polnischen Steuerrecht.
Daher rate ich Ihnen einen im polnischen Steuerrecht versierten polnischen Kollegen zu konsultieren. Er dürfte Ihnen sicherlich genauere Auskünfte zum dortigen Steuerrecht geben können.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick gegeben zu haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 11.12.2012 | 20:05


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Stellungnahme vom Anwalt:
Ich bedanke mich vielmals. Gern stehe ich Ihnen auch künftig in rechtlichen Angelegenheiten zur Verfügung. Ait freundlichem Gruß Rechtsanwalt Andreas Wehle Aachen info@rechtsanwalt-andreaswehle.de