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Kann Gerichtsvollzieher oder Gläubiger von unterhaltspflichtiger Frau


24.11.2014 13:19 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von


Zusammenfassung: zur Pfändbarkeit und zur Berechnung des Trennungsunterhalts, wenn der berufstätige Elternteil ein Kind betreut


Meine Frau ist Lehrerin mit 2600 € netto im Monat. Ab 2015 erhöht sich ihr Gehalt noch weiter.
Ich bin Student mit mittlerem 5-stelligen Schuldenberg an Banken und kann die Gesamtraten von 650€ im Monat in keinster Weise mehr selbst aufbringen. Privatinsolvenz erst ab 2017 möglich, geprüft von Schuldenberatung.

Vor wenigen Wochen haben wir uns getrennt, bei meiner Frau wohnt unser 2-jähriges Kind. Ich wieder bei meinen Eltern.

Laut Unterhaltsrechner "müsste" mir meine Frau ca. 1200€ Unterhalt im Monat zahlen. Dieser Betrag liegt über der Pfändungsgrenze.

Aus persönlichen Gründen möchte ich in keinem Fall Unterhalt von meiner Frau beziehen.

Könnte ein Gerichtsvollzieher oder Gläubiger von meiner Frau die Unterhaltszahlung an mich erzwingen, damit ich mit dem Differenzbetrag (Unterhaltszahlung meiner Frau an mich minus pfändbarem Betrag) Gläubiger bedienen könnte?
24.11.2014 | 14:58

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Die Gläubiger können, wenn sie vollstreckbare Titel (z. B. einen Vollstreckungsbescheid oder ein Gerichtsurteil) haben, die Zwangsvollstreckung in alle Ihnen zustehenden Vermögenswerte betreiben. Dazu gehört auch ein Unterhaltsanspruch, soweit er betragsmäßig oberhalb der Pfändungsfreigrenze liegt.

Der Gläubiger kann Sie nicht zwingen, Unterhalt zu verlangen. Er kann aber den pfändbaren Teil des Unterhaltsanspruchs unmittelbar bei Ihrer Frau pfänden und an sich überweisen lassen.

Auf Trennungsunterhalt kann auch nicht wirksam verzichtet werden, so dass Sie diese Pfändung nicht durch Vereinbarungen mit Ihrer Frau umgehen können.

Allerdings: Sollte es zu einer Pfändung des Unterhaltsanspruchs kommen, sollte Ihre Frau (oder Sie beide gemeinsam, falls Sie sich insoweit einig sind) anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Solange Ihr Kind jünger als drei Jahre alt ist und Ihre Frau das Kind neben der Berufstätigkeit betreut, ist ihr Einkommen nach der Rechtsprechung überobligatorisch. Das bedeutet, dass es für die Unterhaltsberechnung allenfalls teilweise zugrunde gelegt wird. Dadurch könnt Ihr Unterhaltsanspruch deutlich sinken - ggf. unter den pfändbaren Betrag - oder sogar ganz entfallen. Um hier alle Einzelheiten abschätzen zu können, ist aber eine qualifizierte Beratung durch einen im Familienrecht erfahrenen Anwalt erforderlich.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-


Nachfrage vom Fragesteller 24.11.2014 | 17:32

Guten Tag Frau Holzapfel,

vielen Dank für Ihre rasche Antwort.

"Solange Ihr Kind jünger als drei Jahre alt ist und Ihre Frau das Kind neben der Berufstätigkeit betreut, ist ihr Einkommen nach der Rechtsprechung überobligatorisch. Das bedeutet, dass es für die Unterhaltsberechnung allenfalls teilweise zugrunde gelegt wird. Dadurch könnt Ihr Unterhaltsanspruch deutlich sinken - ggf. unter den pfändbaren Betrag - oder sogar ganz entfallen."

WER bzw. welche offizielle Stelle entscheidet letztendlich darüber, ob in meinem Falle "Unterhaltsanspruch deutlich sinken - ggf. unter den pfändbaren Betrag - oder sogar ganz entfallen" könnte?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.11.2014 | 18:35

Sehr geehrter Fragesteller,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:


Wenn Sie - was Sie ja nicht vorhaben - Unterhalt geltend machen würden, müssten Sie ggf. Ihre Frau verklagen, wenn diese nicht freiwillig zahlt. Ein Richter würde dann über den Unterhaltsanspruch und dessen Höhe entscheiden.

Im Rahmen der Pfändung müsste der pfändende Gläubiger die Ansprüche gegenüber Ihrer Frau geltend machen. Wenn Ihre Frau nicht zahlt, kann der Gläubiger dies entweder akzeptieren oder Ihre Frau auf Zahlung verklagen. Wenn er klagt, würde der zuständige Richter entscheiden, ob ein pfändbarer Unterhaltsanspruch besteht.

Aus diesem Grunde wäre es wichtig, dass Ihre Frau sich von einem Anwalt vor Ort, der sich im Familienrecht auskennen sollte, vertreten lässt, sobald jemand ihr gegenüber Ansprüche erhebt. Durch eine sachgerechte Vertretung lässt sich ein solches gerichtliches Verfahren möglicherweise verhindern.


Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung für das weitere Vorgehen gegeben zu haben und verbleibe



mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel

ANTWORT VON

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