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KFZ Unfall Vorhaltekosten


02.04.2012 00:36 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sven Kienhöfer



Wir sind der geschädigte eines Autounfalls. Die Versicherung des Gegners beglich den Schaden.
Der Sachverständigte schrieb in seinem Gutachten, dass uns ein Mietwagen zum Tagespreis von 95.-- € für die Reparaturzeit von 9 Tagen zu steht. Wir haben keinen Mietwagen genommen.
Die Versicherung schreibt: Es handelt sich um ein geschäftlich genutztes Fahrzeug. Demnach besteht nur Anspruch auf die Vorhaltekosten. Diese betragen 22,75 € pro Tag. Die 9 Tage a 22.75 haben wir erhalten. Unser KFZ Mechaniker sagt dass uns laut Schwackeliste 79.-- € zustehen.
Wer hat recht ? Wenn uns 79.--€ zustehen ist das incl. MWST oder ohne. Können die Kosten dieser Anfrage ebenfalls der Versicherung berechnet werden ?

M.f.G.
G. G.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Wenn Sie nach einem unverschuldeten Unfall einen Anwalt beauftragen, ist die gegnerische Versicherung immer verpflichtet die Kosten des Rechtsanwaltes zu übernehmen. In Ihrem Fall wurde der Schaden allerdings schon reguliert, so dass es nur noch um den Nutzungsausfall geht. Sollte die Kürzung des Nutzungsausfalle unberechtigt sein, muss die Versicherung die Kosten eines Rechtsanwaltes tragen.

Für gewerblich genutzte Fahrzeuge werden von der Versicherung meist nur die Vorhaltekosten gezahlt, da es in der Regel dort keinen Nutzungsausfall im Sinne der Nutzungsausfallentschädigung für Pkw gibt.

Mittlerweile ist aber eine differenzierte Betrachtung jedes Einzelfalles geboten, da einige Gerichte die Frage mittlerweile abweichend beurteilen.
So urteilt das OLG Naumburg wie folgt: " Der Geltendmachung von Nutzungsausfallentschädigung steht nicht entgegen, dass das beschädigte Fahrzeug nicht vollständig zu privaten Zwecken genutzt wird".

Ob in Ihrem Fall also die Kürzung der Nutzungsausfallentschädigung auf die Vorhaltekosten berechtigt ist, stellt wie gesagt eine sogenannte Einzelfallentscheidung dar.
Aus meiner Sicht sollten Sie die Versicherung aber auf jeden Fall durch einen Rechtsanwalt anschreiben lassen, welcher in Ihrem Auftrag eine Nachzahlung auf die 79 € (das ist der Endbetrag) junter Bezugnahme auf die genannte Rechtsprechung fordert.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt
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