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KFZ Reparatur - Nachbesserung


30.12.2008 13:16 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte Sie, meine Fragen zu beantworten, damit ich meine Lage rechtlich richtig einschätzen kann.

Zur Sachlage:
Mein Auto wurde wegen eines Kupplungsschadens in die Werkstatt (AC - Autocheck) eingeliefert. Dort wurde eine neue Kupplung verbaut. Kosten ca. 580€ (Material 217€).
Am nächsten Tag (Samstag) stellte ich fest, dass mein Hofplatz voller Öltropfen ist. Daraufhin bin ich mit dem Auto in eine andere Werkstatt (A.T.U.) um nachzuschauen woher diese Öltropfen kommen. (Andere Werkstatt deshalb, da AC samstags nicht geöffnet ist.)
Der Werkstattleiter von A.T.U bestätigte mir dass die AC-Werkstatt beim Zusammenbauen der Kupplung nicht sauber gearbeitet hat und deshalb sehr viel Getriebe-Öl aus meinem Auto tropft. Des Weiteren wurde das Kupplungsseil komplett falsch verlegt (unter dem Motor durch, statt zwischen durch) und deshalb die Gefahr besteht das dieses abreißen könnte.

Die AC-Autocheck Werkstatt hat bis 07. Jan geschlossen

Ich benötige mein Auto aber dringendst.

Meine Fragen:

1. Kann ich nun zu der A.T.U. Werkstatt gehen und dort mein Auto Reparieren lassen? Sinnvoll oder nicht?

2. Kann ich den Rechnungsbetrag der A.T.U. Werkstatt dann von der Rechnung der Ursprünglichen AC-Werkstatt abziehen? Bzw. wann kann ich dies?

3. Mein Auto ist fahruntüchtig und ich habe auch keinen Ersatzwagen da die AC-Werkstatt geschlossen hat, kann ich pro Tag irgendwelche Geldsätze von der Rechnung abziehen?

4. Welche Möglichkeiten habe ich nun? Wie kann ich vorgehen?

Vielen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüße
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

Grundsätzlich ist dem Unternehmer zunächst die Möglichkeit der Nacherfüllung gem. § 635 BGB zu geben. Das Recht zur Selbstvornahme des Bestellers besteht gem. § 637 BGB erst nach Ablauf einer angemessenen Frist. Gem. § 637 II 2 BGB bedarf es der Bestimmung einer Frist bedarf dann nicht, wenn die Nacherfüllung fehlgeschlagen oder dem Besteller unzumutbar ist.

Die Frage der Zumutbarkeit, hier bis zum 07.01.2009 abzuwarten, wird entscheidend sein. Sie schildern die näheren Umstände insoweit nicht, sollten m.E. aber berücksichtigen, dass innerhalb dieser ohnehin wenigen Tage ein Feiertag und ein Wochenende liegen. Die Anforderungen an die Unzumutbarkeit sind streng. Eine sofortige Selbstvornahme in einer anderen Werkstatt halte ich daher für rechtlich riskant.

Bei einer unberechtigten Selbstvornahme versagt Ihnen die Rechtsprechung die Möglichkeit, die Kosten gegen den Vergütungsanspruch des Unternehmers zu rechnen, vgl. BGH, Urteil vom 23. 2. 2005 - VIII ZR 100/04 (LG Gießen).

Sie haben jedoch Anspruch auf Schadensersatz bzgl. solcher Schäden, die durch Nachbesserung nicht behoben werden können. Hierunter fällt m.E. der Anspruch auf einen Ersatzwagen; insoweit ist die Anmietung eines klasseniedrigeren Ersatzwagens berechtigt. Mit diesen Kosten kann aufgerechnet werden.

Da es sich bei dem Unternehmer zumindest um eine Kette von verbundenen Werkstätten handelt, sollten Sie sich zunächst einmal mit einer anderen Werkstatt des Anbieters in Verbindung setzen, um zu klären, ob die Werkstätten ggf. gegenseitig für Mängel in einem Serviceverbund einstehen. U.U. kann dadurch der Mangel ohne weiteren Rechtsstreit behoben werden. Von einem ergänzenden Reparaturauftrag rate ich aufgrund des geschilderten Risikos anhand Ihrer Informationen ab. Sollte dies nicht zu einer Lösung führen, ist dem Unternehmer eine kurze Frist zur Mängelbeseitigung zu setzen; zusätzliche Schadensersatzansprüche sollten dabei bereits angekündigt werden.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt
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