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Ist der Deutschförderkurs Pflicht für alle Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache?


27.09.2017 20:39 |
Preis: 25,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Deutschförderkurse in Bayern und deren Verpflichtung dazu


Ich würde gerne wissen, ob Deutschförderkurse in der Grundschule 1. Klasse (Bayern) für alle Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache verpflichtend sind.

Mein Kind, mit dem ich mich hauptsächlich in Deutsch unterhalte wurde seitens Einrichtung auch in der Kindergartenzeit zum Vorkurs Deutsch angemeldet. Schon damals war die Verständigung in deutscher Sprache kein Problem für ihn und ich konnte erfolgreich den unnötigen Besuch zum Vorkurs verhindern.

Mein Sohn geht jetzt in die 1. Klasse. Nun bekamen wir letzte Woche ein Papierschnipsel von der Lehrerin, darauf stand, dass unser Kind an dem Deutschförderkurs teilnehmen "wird" (1 Unterrichtseinheit/Woche).

Ich habe die Lehrerin am nächsten Tag angesprochen, warum denn unser Kind daran teilnehmen soll, wenn es sich doch gut verständigen kann und auch ohne Vorkurs klar kam und ohne Zurückstellung im gewöhnlichen Schuleintrittsalter die Schule besuchen durfte, so gab sie an, dass sie noch nicht genügend Zeit hatte, um zu sehen ob er es tatsächlich nötig hat. Die Teilnahmeankündigung sei "ja kein Gesetz", aber "sie! entscheide über den Bedarf" und mein Kind soll doch diesen Tag teilnehmen und sie werde sich dann melden. Es sind nun 2 Unterrichtsstunden vergangen, gehört habe ich von ihr nichts.

Eine Weitergabe von Informationen durch den Kindergarten an die Grundschule hatte ich damals abgelehnt. Wie kommt die Schule dann zum Beschluss, dass eine Förderung nötig ist? Erfolgt eine Sprachstanderhebung in der Grundschule? Ich denke eher, dass ausnahmslos alle! Kinder nichtdeutscher Herkunft unabhängig ihrer Sprachkenntnisse willkürlich zu diesem Kus verdonnert werden. Kann das sein, sieht das Gesetz das so vor?

Ich möchte nicht, dass mein Sohn sich benachteiligt fühlt und denkt, er sei "anders" als seine deutschstämmigen Klassenkameraden. Darum möchte ich ihm den für ihn unnötigen Kurs ersparen.

Ist der Deutschförderkurse in der Grundschule 1. Klasse (Bayern) für alle Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache verpflichtend (wenn ja, was ist die rechtliche Grundlage hierzu)?

Wenn keine Verpflichtung besteht, die Lehrerin aber nicht einlenkt, was für standfeste Argumente könnte ich noch vorbringen?

Sollte ich mich etwa schriftlich an die Schulleitung wenden, wenn die Lehrerin nicht entgegenkommt?
27.09.2017 | 21:15

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Verpflichtend ist das nicht, denn Deutschförderkurse verstehen sich in erster Linie als begleitende Fördermaßnahme.

Nach der Schulordnung für die Grundschulen in Bayern (Grundschulordnung – GrSO), § 8
Unterricht für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache, gilt:

Abs. 2
Für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache, die keiner Übergangsklasse zugewiesen werden und ohne ausreichende Deutschkenntnisse deutschsprachige Klassen besuchen, werden vom Staatlichen Schulamt andere Deutschfördermaßnahmen eingerichtet. Die Anzahl der Unterrichtsstunden richtet sich nach dem Förderbedarf und den Lernfortschritten der Schülerinnen und Schüler.

Das heißt aber nicht zugleich, dass es irgendwie grundsätzlich verpflichtend wäre.
Daher ist nach sachgerechten Ermessen der Schule darüber zu entscheiden. D.h., es muss geprüft werden, ob ausreichende Deutschkenntnisse bei jedem einzelnen Schüler vorliegen oder nicht. Das kann also nicht verpflichtend für alle sein und Ihr Argument ist, dass ein Vorkurs bisher gar nicht notwendig war. Wenn Sie damit bei der Lehrerin nicht durchkommen sollten, richten Sie sich an die Schulleitung und notfalls auch an das staatliche Schulamt, wo man Ihnen weiterhelfen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

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