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Ist Sorgerecht auch das Recht, sich zu sorgen?


| 05.12.2008 09:02 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Lieber Rechtsexperte,

hier meine Frage an Sie -- in anonymisierter Form, um niemanden unabsichtlich zu verletzen, aber durchaus real:

Karla trennt sich von Peter, mit dem sie lange Jahre verheiratet war. Das gemeinsame Kind Susanne (8) wohnt einvernehmlich mal bei Peter, mal bei ihr. Das klappt soweit gut und zuverlässig.

Bald darauf lernt Karla Gottfried kennen. Gottfried ist Landwirt von Beruf. Er ist -- im Gegensatz zu Peter -- wahrlich nicht der Klügste. Aber er sieht gut aus, und seine kognitiven Defizite macht er im täglichen Umgang durch seine ausgesprochen sympathische Art mehr als wett.

Schon bald hat Karlas Familie und Freundeskreis "unsern Gottfried" ins Herz geschlossen. Gottfried jedoch realisiert durchaus, dass er in Karlas Familie (durchweg hoch gebildet und erfolgreich) als "dumm aber nett" gilt. Er will aber kein "willkommener Außenseiter" sein. Er will es ihnen zeigen, was er drauf hat! Und so fasst er einen Entschluss.

Er fährt zum Autohändler und kauft sich einen Sportwagen mit über 400 PS. (Den könnte er sich als Landwirt eigentlich nie leisten, klar, aber er hat etwas Geld geerbt. Und er gibt ja auch seinen alten Trecker in Zahlung.)

Alle schütteln nur den Kopf, als sie Gottfried so vorfahren sehen. Was soll's, wenn's ihn denn glücklich macht. Peter jedoch ist entsetzt. Es ist ihm sofort klar: Alles, was sich jenseits einer Geschwindigkeit von ca. 140 km/h abspielt, liegt außerhalb von Gottfried's kognitivem Tellerrand. Und dieses Auto läuft locker doppelt so schnell!

Mit anderen Worten: Er erkennt die potentielle GEFAHR, die Gottfried für sich selbst, seine Insassen und andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Wenigstens für Susanne, an deren Wohlergehen ihm sehr gelegen ist, will er das Risiko minimieren.

So verbietet er ihr, jemals in dieses Auto einzusteigen!

Mit Recht?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Stellungnahme.
05.12.2008 | 10:41

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender!

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Informationen wie folgt beantworten möchte.

Nach Ihren Schilderungen gehe ich davon aus, dass die Eltern das gemeinsame Sorgerecht für das Kind innehaben.

Das bedeutet, Entscheidungen werden zunächst gleichrangig getroffen.
In konkreten Fallsituationen ist dies oft jedoch nicht möglich, so dass gemeinsame Entscheidungen vor allem bei Angelegenheiten mit erheblicher Bedeutung zu fällen sind.
Hierunter fallen z. B. Kindergarten- und Schulwahl, Schulwechsel, Operationen, Aufenthalt, etc.

In Situationen des täglichen Lebens entscheiden die Sorgeberechtigten allein, ohne den anderen Sorgeberechtigten fragen zu müssen.

Die Mitnahme in einem Kfz, gleichgültig ob Sportwagen oder Familienwagen, fällt wohl in den Bereich des täglichen Lebens.
Hier kann also die Kindesmutter situativ entscheiden, ob das Kind evtl. vom neuen Lebensgefährten auch im Sportwagen mitgenommen werden kann.

Ich gebe auch zu bedenken, dass der "Gottfried" , wie andere Führerscheininhaber, diesen in einer ordentlichen Prüfung erworben hat und daher geeignet zum Führen von Kfz zu sein scheint.
Eine Motorleistung von über 400 PS besagt des weiteren nicht, dass das Kfz auch tatsächlich in den erreichbaren Geschwindigkeiten ausgefahren wird.

Auch der sorgeberechtigten Kindesmutter liegt vermutlich das Wohl des Kindes am Herzen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass sie das Kind nicht unnötigen Gefahren aussetzen wird.

Ein generelles Verbot der Mitfahrt durch den Vater dürfte in der Praxis jedenfalls nur schwierig durchzusetzen sein.

Ich bedaure, Ihnen keine erfreulichere Antwort geben zu können und hoffe, Ihre Fragen zunächst beantwortet zu haben.

Bitte beachten Sie, dass die Beantwortung der Frage auf Ihren Angaben beruht. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann sich die rechtliche Bewertung ändern. Dieses Forum ist nicht geeignet, eine umfassende Beratung durch einen Rechtsanwalt zu ersetzen, sondern soll nur eine erste juristische Tendenz aufzeigen. Bei Rückfragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion auf dieser Seite.

Sollten Sie eine Interessenvertretung aus dem Bereich von frag-einen-Anwalt.de heraus wünschen, so kontaktieren Sie mich bitte unter der angegebenen e-mail-Adresse.

Gerne bin ich Ihnen im Rahmen der Mandatserteilung behilflich.

Mit freundlichem Gruß,
Rechtsanwältin Wibke Schöpper.

E-Mail: kanzlei-schoepper@alice-dsl.net


Rechtsanwältin Wibke Türk

Bewertung des Fragestellers 07.06.2009 | 09:51


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""Dem Einsatz angemessen" freundlich, sachlich und verständlich. Gleichwohl etwas unbefriedigend, da nur reaktiv, nicht konstruktiv. Denn ein Hinweis, wie der beabsichtigte Zweck eventuell auf andere Art erreicht werden könnte, wäre sehr begrüßt worden."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 07.06.2009
3,6/5.0

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