Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
476.770
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Inwiefern wirken sich aus der Wahl des Studienortes und der Universität resultierende Studiengebühre


| 28.11.2008 14:13 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Ich habe ein Kind aus nichtehelicher Beziehung, lebe nicht mit ihm zusammen. Das Kind ist 20 Jahre alt, befindet sich im Studium, lebt nicht mehr bei der Mutter, sondern am Ort des Studiums. Mein Nettoeinkommen beträgt monatlich rund 1900€. Es gibt keine weiteren Unterhaltsverpflichtungen gegenüber anderen Personen für mich.

Meine zentrale Frage ist: Wie hoch ist der Unterhaltsbetrag? In der Beantwortung sollten folgende Unterpunkte mitbeantwortet werden, was vermutlich ohnehin notwendig ist:

Besteht eine Unterhaltspflicht und wie lange besteht sie noch?
In welcher Höhe wird das Kindergeld angerechnet, bzw. in welcher Höhe reduziert diese Anrechung den zahlbetrag? Stimmt es, dass bei volljährigen Kindern das volle Kindergeld von Zahlbetrag des Vaters nach Ddf. Tabelle abgezogen wird? Gilt die pauschale Reduktion von 5 % für berufsbedingte aufwendungen? Stimmt es, dass der Gesamtbedarf des kindes bei 640 Euro liegt und anteilig zwischen Mutter und Vater gemäss der Einkommensverhältnisse aufgeteilt wird? Wenn dieser Anteil unter dem aus der Ddf. Tabelle für den Vater errechneten liegt, was gilt dann? Spielt der Selbstbehalt bei dieser Berechnung eine rolle?

Spielt eigenes vermögen des Kindes eine Rolle? Spielt Vermögen der mutter / großeltern mütterlicherseits eine rolle?

Inwiefern wirken sich aus der Wahl des Studienortes und der Universität resultierende Studiengebühren auf die Höhe des Unterhaltes aus?

Es gab in der Vergangenheit Zeiträume, in denen der Vater seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommen konnte. Können diese Ansprüche rückwirkend geltend gemacht werden, und muss man sie demgemäß als „Schulden“ betrachten?

Unterfragen müssen nicht in allen Eventualitäten beantwortet werden, allgemeine Orientierung für den Regelfall würde genügen, Herzlichen Dank.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Da Ihr Kind nicht mehr minderjährig ist, sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Der Unterhalt wird dann, wie Sie richtig dargestellt haben, zwischen den Elternteilen nach den Einkommensverhältnissen aufgeteilt. Hier spielt dann auch das Einkommen der Mutter eine wichtige Rolle. Das volljährige Kind, das Unterhalt verlangt, ist verpflichtet, dem einen Elternteil über das Einkommen des anderen Elternteils Auskunft zu geben.
Auch ist der genannte Betrag von 640 € bei einem volljährigen Kind während des Studiums anzusetzen.

Bei der genauen Berechnung bildet der Betrag, den Sie bei alleiniger Unterhaltspflicht nach Ihrem Einkommen nach der Düsseldorfer Tabelle zu zahlen hätten, die Obergrenze Ihrer Unterhaltspflicht.
Bei der Ansetzung Ihres Einkommens könnten zunächst 5 % berufsbedingte Aufwendungen berücksichtigt werden, so dass bei einem Einkommen von 1900 € noch ein Einkommen von 1805 € anzusetzen wäre. Bei einem volljährigen Kind wäre dann wohl ein Betrag von 429 € der Düsseldorfer Tabelle als Obergrenze zu entnehmen.
Sollte der errechnete Betrag unter dem Betrag aus der Düsseldorfer Tabelle liegen, dann wäre nur der niedrigere Betrag zu zahlen.
Auch wäre Ihr Selbstbehalt bei der Unterhaltspflicht zu beachten. Dieser liegt gegenüber einem volljährigen Kind bei 1100 €.

Bezieht ein Elternteil kein eigenes Einkommen, aber dennoch das volle Kindergeld, so ist das Kindergeld in voller Höhe auf den Unterhaltsanspruch gegen den anderen Elternteil anzurechnen. Leisten beide Barunterhalt, so ist nur der hälftige Betrag in Ansatz zu bringen.

Ihre Unterhaltspflicht besteht grundsätzlich bis zum Ende der ersten Ausbildung des Kindes. Ob auch eine zweite Ausbildung noch finanziert werden muss bzw. bei einem Ausbildungswechsel die Unterhaltspflicht weiter besteht, ist eine Frage des Einzelfalls.

Studiengebühren sind, weil sie noch relativ neu sind, nicht in die pauschalierten Werte der Düsseldorfer Tabelle (bzw. den anderen OLG-Leitlinien) enthalten.

Eigenes Einkommen des Kindes spielt grundsätzlich eine Rolle, weil dann davon auszugehen ist, dass das Kind nicht mehr bedürftig ist bzw. die Bedürftigkeit verringert ist. Bei Kindern im Studium wird Einkommen jedoch von der Rechtsprechung weitestgehend als anrechnungsfrei angesehen, weil eine Tätigkeit neben dem Studium als unzumutbar angesehen wird.
Vorhandenes Vermögen ist im Einzelfall jedoch zu verwerten.

Vermögen oder Einkommen der Großeltern spielen keine Rolle, da die Eltern vorrangig unterhaltspflichtig sind. Zuwendungen der Großeltern an Ihr Kind werden auf den Unterhaltsanspruch nur angerechnet, wenn dies ausdrücklich so festgelegt wurde, grundsätzlich spielen Zuwendungen von Dritter Seite jedoch keine Rolle.

Unterhalt für die Vergangenheit kann grundsätzlich eingefordert werden. Dies hängt im Einzelfall davon ab, ob ein Unterhaltstitel besteht und ob die Unterhaltszahlungen eingefordert wurden und Sie sich somit in Verzug bezüglich der Leistungen befanden.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2008 | 16:07

Herzlichen Dank, nur kurze Verständnis-Nachfragen:

"Auch wäre Ihr Selbstbehalt bei der Unterhaltspflicht zu beachten. Dieser liegt gegenüber einem volljährigen Kind bei 1100 €."

wie fliest der denn ein? schon bei der berechnung der anteiligen unterhaltspflicht der beiden elternteile? oder nur für den fall, dass einer der beiden nach abzug des - vorab berechneten - zahlbetrages netto unter dem selbstbehalt liegt?

"Bezieht ein Elternteil kein eigenes Einkommen, aber dennoch das volle Kindergeld, so ist das Kindergeld in voller Höhe auf den Unterhaltsanspruch gegen den anderen Elternteil anzurechnen. Leisten beide Barunterhalt, so ist nur der hälftige Betrag in Ansatz zu bringen."

sie bezieht eigenes einkommen, leistet barunterhalt und bezieht aber das volle kindergeld. wird es dennoch bei mir nur hälftig angerechnet?

"Vorhandenes Vermögen ist im Einzelfall jedoch zu verwerten."

verfügt das kind also über eigenes vermögen, das für es von den eltern angelegt wurde und ihm übertragen ist, muss es das dann für lebenshaltungs- und ausbildungskosten verwerten und mindert das den unterhalt?


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2008 | 16:35

Sehr geehrter Fragesteller,

der Selbstbehalt kommt nur dann zum Tragen, wenn ein Unterhaltsverpflichteter nach Abzug des zu zahlenden Unterhalts von seinem bereinigten Einkommen unter der genannten Grenze von 1100 € liegt.

Wenn Ihre Frau ein eigenes Einkommen hat und auch Barunterhalt leistet, wird das Kindergeld bei Ihnen nur hälftig abgezogen. Das restliche Kindergeld wird dann bei Ihrer Frau berücksichtigt, da ja auch die Unterhaltspflicht zwischen Ihnen aufgeteilt ist.

Wenn Ihr Kind Vermögen hat, kann dies dazu führen, dass es sein Studium selbst finanzieren muss. Jedoch ist ein gewisser Anteil am Vermögen als „Notgroschen“ Ihrem Kind zu belassen. Bedürftigkeitsneutral sind bei einem Studenten etwa 5000 €.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 28.11.2008 | 17:15


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 28.11.2008 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59316 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnell, kurz und treffend beantwortet. ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Mir ist alles gesagt worden was mir wichtig war und ich bin jetzt auf der sicheren Seite. ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Alles Gut kann ich nur Empfehlen ...
FRAGESTELLER