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Insolvenzrecht, wer kümmert sich um Verwertung und Verteilung der Erbmasse


| 11.11.2014 11:39 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Wird der Antrag auf Eröffnung einese Nachlassinsolvenzverfahrens mangels Masse abgewiesen, ist der Erbe zur Verwertung des Nachlasses zuständig. Ist dieser selbst insolvent, sollte die Bestellung eines Sonderinsolvenzverwalters oder aber eines Nachlassverwalters angeregt werden.


Als Verwalterin eines Regelinsolvenzverfahrens habe ich folgendes Problem:
Nachdem über das Vermögen des Schuldners das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, informierte mich dieser darüber, dass sein Vater verstorben sei, er alleiniger Erbe ist und das Erbe nicht ausgeschlagen hat. Das Erbe bestand aus einer kleinen Eigentumswohnung, die mit grundschuldgesicherten Verbindlichkeiten eines Kreditinstitutes belastet ist und aus sonstigen Kosten wie Hausverwaltung, Beerdigung, Kosten des Pflegenheimes ectr..

Nach Prüfung der Erbmasse war ich von einer Überschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit ausgegangen, sodass ich das Nachlassinsolvenzverfahren über den Nachlass des Schuldners
beantragt habe. Infolgedessen hat das Gericht einen Gutachter damit beauftragt zu prüfen, ob die Kosten des Insolvenzverfahrens gedeckt sind. Mit seinem Gutachten kommt dieser zur Auffassung, das der Antrag mangels einer die Verfahrenskosten deckenden Insolvenzmasse abzuweisen ist.
Im Falle dessen, dass das Gericht den Insolvenzantrag mangels Masse abweist, entsteht für mich die Frage, ob das Erbe dann wieder Bestandteil meines Regelinsolvenzverfahrens ist, oder das Erbe aufgrund der Haftungsbeschränkung des Erben mit meinem Regelinsolvenzverfahren nicht mehr zu tun hat. Sollte dies zutreffen, so bitte ich um Mitteilung, auf welcher rechtliches Basis dies beruht.
Auch würde mich interessieren, wer sich in diesem Falle um die Verwertung und Verteilung der Erbmasse zu kümmern hat.Ich gehe davon aus, dass das Kreditinstitut nach einer Verwertung keine Forderungen mehr hat und die übrigen Gläubiger danach leer ausgehen.

Für Ihre Mühe und baldige Nachricht bedanke ich mich.

Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn der Antrag auf Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens mangels Masse abgewiesen wird, bleibt der Erbe und damit Sie als seine Insolvenzverwalterin weiter verfügungsbefugt und müssten sich dann in Abstimmung mit der Bank um eine Verwertung der Immobilie kümmern.

Im Hinblick auf die sonstigen Schulden des Nachlasses und eine etwaige Restforderung der Bank müssten Sie für den Erben die Dürftigkeitseinrede des § 1990 BGB erheben und könnten die Befriedigung dieser Gläubiger aus der im Insolvenzverfahren des Erben erwirtschafteten Masse verweigern.

Letztlich liegt bei dieser Konstellation eine Interessenkollision vor, da Sie einerseits die Interessen der Nachlassgläubiger zu wahren hätten, die die unbeschränkte Erbenhaftung und Zugriff auf die dort erwirtschaftete Masse befürworten würden, andererseits auch die Interessen der Gläubiger im Erbeninsolvenzverfahren zu beachten haben, die eine Erhöhung der angemeldeten Forderungen und damit Verringerung der Quote ablehnen würden.

Aus diesem Grund sollten Sie Rücksprache mit dem Insolvenzgericht halten, ob nunmehr die Bestellung eines Sonderinsolvenzverwalters im Hinblick auf das Erbe angebracht ist. Sollte der Gedanke dort nicht befürwortet werden, sollten Sie beim Nachlassgericht die Nachlassverwaltung gemäß § 1981 BGB beantragen und so einen Nachlassverwalter bestellen lassen, der sich dann separat um die Verwertung des Nachlasses und die Befriedigung der Nachlassgläubiger kümmert.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 12.11.2014 | 15:29


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