Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.339
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Insolvenz GU und Gewährleistung


19.12.2011 07:37 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben im Jahr 2010 mit einem Franchise-Nehmer der Firma KernHaus (AL Massivhaus GmbH)gebaut. Der Bau wurde von uns am 13.12.2010 abgenommen (rechtsverbindliche Bauabnahme nach § 640 BGB) und die noch offenen Rechnungen beglichen.

Glücklichweise haben wir bisher mit dem Bau keine größeren Probleme. Als wir uns jedoch mit einer gerissenen Fliese an die Baufirma gewendet haben, teilte man uns mit, dass sich die AL Massivhaus GmbH seit Anfang Dezember 2011 im Insolvenzverfahren befindet.

Der Bauvertrag war ein Standard KernHaus Bauvertrag (wohl nach BGB). Zum Thema Gewährleistung steht im Vertrag lediglich: Für die Abnahme und die Gewährleistung gelten, soweit nicht nachstehend abweichend geregelt, die gesetzlichen Bestimmungen. Abweichende Regelungen wurden von uns nicht getroffen.

Die meisten Bauleistungen waren im KernHaus Paket enthalten und wurden per Werkvertrag von der AL Massivhaus GmbH an verschiedene Subunternehmen vergeben. Vergabe und Bezahlung erfolgte direkt durch die Fa. AL Massivhaus GmbH.
Lediglich für 2 Bauleistungen erfolgte Vergabe und Bezahlung direkt durch uns.

Uns interessiert, welche rechtlichen Möglichkeiten wir im Falle von auftretenden Baumängeln in der Gewährleistungszeit (wohl 5 Jahre) haben. Können wir ggf. gegen die beteiligten Subunternehmen Gewährleistungsansprüche geltend machen?
Müssen wir jetzt handeln und bereits jetzt im Insolvenzverfahren irgendwelche Ansprüche geltend machen?

Vielen Dank bereits im Voraus für Ihre Antworten.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,


sofern keine Gewährleistungsbürgschaft oder eine sonstige Gewährleistungsabsicherung gesondert vertraglich vereinbart worden ist, werden Sie Probleme habe, mögliche Gewährleistungsansprüche wirtschaftlich durchzusetzen.


Zwar haftet das Unternehmen theoretisch noch wegen der Schlechterfüllung des Vertrages für die Mangelbeseitigung - in der Praxis wird das Unternehmen diese Ansprüche nicht erfüllen können, so dass Sie auf den Kosten "hängen bleiben" werden.


Daher wäre es sicherlich besser gewesen, den Bauvertrag auch auf dieses Risiko hin VORAB von einem Fachmann prüfen zu lassen - leider ist das nun nicht mehr zu ändern.


Eine geringe Chance würde dann bestehen, wenn die möglichen Gewährleistungsansprüche gegen die Subunternehmer im Vertrag abgetreten worden sind, Sie sich also direkt mit den ausführenden Handwerksunternehmen bei Gewährleistung auseinandersetzen sollten.

Dann, aber auch nur dann könnten Sie direkt gegen die Subunternehmer vorgehen und die Insolvenz des Hauptunternehmes würde keine Rolle spielen.

Aber dieses muss ausdrücklich vertraglich vereinbart worden sein, so dass der Vertrag auf diese Besonderheit hin zu prüfen wäre.


Leider kann ich Ihnen keine bessere Information zukommen lassen.



Bereits bestehende Mängel können zur Insolvenztabelle angemeldet werden; allerdings werden Sie dann (wenn überhaupt) eher bescheidenen Quote rechnen können. Aber anmelden sollten Sie die Ansprüche schon.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

Nachfrage vom Fragesteller 19.12.2011 | 11:09

Vielen Dank Herr Bohle für Ihre Antworten.

Ich denke, da haben wir wohl schlechte Karten. Da haben wir in der Abschlussphase des Vertrages schlicht nicht dran gedacht.

Für die Bauleistungen selber werden wir daher wohl keine Gewährleistung mehr haben.

Wie sieht es mit der Herstellergarantie für eingebaute Geräte / Sanitärobjekte aus? Ich denke hier vor allem an die Heizung oder die Badewanne. Was wäre, wen diese jetzt den Geist aufgeben würde.

Gäbe es dafür Gewährleistungsansprüche? Wenn ja, welche Fristen würden da gelten? Würden wir da von den Firmen noch Unterlagen anfordern müssen?

Mit besten Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.12.2011 | 11:16

Sehr geehrter Ratsuchender,


nach Ihrer Sachverhaltsschilderung befürchte ich auch, dass Sie Pech haben könnten.


Sofern es eine selbständige Garantieerklärung der Hersteller gibt, hätten Sie gegen den Hersteller einen Direktanspruch - die Insolvenz des Bauunternehmers hätte dann keinen Einfluss auf diese Art der Garantieansprüche.


Dazu sollten Sie sich alle Unterlagen, die Garantieurkunde und einen Auszug der Garantiebedingungen aushändigen lassen, da viele Garantieerklärungen unter gewisse Bedigungen (Wartung etc.) stehen. Diese Garantiebedingungen müssten dann von Ihnen nachweisbar erfüllt worden sein.


Die Fristen ergeben sich aus der Garantieerklärung, da diese meistens genau zeitlich begrenzt abgegeben werden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Rasche und kompetente Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr umfassende und hilfreiche ausfuehrungen, vielen dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare verständliche Antwort - und besonders sehr zeitnah. Danke! ...
FRAGESTELLER