Das Original seit 2000:
Erste Hilfe in Rechtsfragen.
340576
zufriedene Nutzer
Frage geschrieben am 01.03.2009 21:25:06

Innländische Kindesentziehung

Rechtsgebiet: Strafrecht | Einsatz: € *** | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1774
Entspricht es §235 STGB wenn eine Mutter gegen den Willen des Vaters mit der gemeinsamen Tochter über Weihnachten 2008 für 6 Tage an einen unbekannten Ort verschwindet. Damals war das Sorgerecht noch gleichmäßig verteilt.


Hinweis:
Achtung Archiv!
Diese Antwort ist vom 1.3.2009 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.
Antwort geschrieben am 01.03.2009 22:04:00
Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch
Schillerstraße 8, 79102 Freiburg, Tel: 0761/2967880, Fax: 0761/29678810
Fachanwalt Steuerrecht, Strafrecht, Zivilrecht, Erbrecht, Vertragsrecht
Bewertungen: 209
Frag-einen-Anwalt.de Antworten von diesem Anwalt als RSS-Feed abonnieren!
Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Anfrage anhand des von Ihnen geschidlerten Sachverhalts und des von Ihnen ausgelobten Einsatzes wie folgt beantworten:

1. Grundsätzlich kann auch ein gemeinsam Sorgeberechtigter Täter des § 235 StGB sein. Die Entziehungshandlung bzw. Vorentgaltungshandlung muss zwar von einer gewissen Dauer sein, die Rechtsprechung lässt hier im Einzelfall und je nach Alter des Kindes bereits mehrere Stunden bis mehrere Tage genügen.


2. Fraglich ist jedoch ob die Mutter des Kindes, die Tathandlung durch Gewalt, Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List begangen hat. Fehlt diese Voraussetzung ist der Tatbestand nicht erfüllt.

3. Letztlich ist auch der subjektive Tatbestand nur erfüllt wenn die Täterin vorsätzlich hinsichtlich aller Tatbestandsmerkmale gehandelt hat. Dies kann insbesondere fraglich sein, wenn die Täterin irrtümlich hinsichtlich der Berechtigung oder anderen Tatbestandsvoraussetzungen handelte. Die Verteidigungsstrategien sind praktisch unzählig.

Letztlich ist zu sagen, dass die Tat nur auf Antrag verfolgt wird, es sei denn es besteht ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung, was bei einer Ersttäterin nicht der Fall sein wird.
Die Strafantragsfrist beträgt gem. § 77b StGB 3 Monate und beginnt mit dem Ende der Entziehung des Kindes.

Sollten Sie erwägen Strafanzeige zu erstatten, so sollten Sie der aufnehmenden Polizeidienststelle sachlich den Sachverhalt der sich ereignet hat schildern und ausdrücklich Strafantrag stellen.


Holger J. Haberbosch
Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Steuerrecht

Tel. 0761/2967880

Fax 0761/29678810

Haberbosch@hs-rechtsanwaelte.de

www.erbfall.eu
www.doppelbesteuerung.eu
www.umsatzsteuerkanzlei.de
www.hs-rechtsanwaelte.de

So einfach geht das!
1.
Frage stellen

2.
Preis selbst ausloben

3.
Antwort von einem Anwalt  



Im Strafrecht letzten Monat:

39
beantwortete Fragen

 
durchschnittl. Bewertung
123recht.net ist Rechtspartner von:

340576
registrierte
Nutzer

durchschnittl. Bewertung

97884
beantwortete Fragen
10
Anwälte jetzt
online
Mehr zum Thema:
Innländische   Kindesentziehung