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In wie weit darf sich Ex-Mann mit GSR einmischen?


| 02.06.2017 20:14 |
Preis: 65,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich benötige dringende Info, damit ich am Wochenende ruhig schlafen kann.

Folgende Hintergrundgeschichte, 3. Fragen folgen anschliessend.

Ich habe mich von meinem Mann im Oktober 2016 getrennt, wir haben eine gemeinsame Tochter, die 2 Jahre alt wird es besteht gemeinsames Sorgerecht.
Die Kleine wohnt bei mir, beim Vater ist sie alle 2 Wochenenden, im Moment sogar jedes Wochenende.

Ich habe nun einen Freund, der 400 km weit weg wohnt, von dem ich nun schwanger bin... war nicht geplant, nicht gewollt, aber kann man nun auch nicht ändern.
Das "Problem" an meinem Freund ist, dass er eine psychische Erkrankung hat, zuerst ging man von Schizophrenie aus, mittlerweile geht man von schwerer Depression aus. Er hatte sich in der Vergangenheit selbst verletzt, aber ist nie auffällig geworden oder ausgerastet und keine Gefahr für andere. Seit 8 Monaten hat er sich auch nicht mehr selbst verletzt, seitdem er mich kennt, gehts aufwärts. Er ist medikamentös eingestellt und besucht so eine Tagesstätte, damit er Beschäftigung hat, ist also so gesagt in keiner Therapie.

Ich bin mit seinen derzeitigen Betreuern etc im Kontakt, weil er hier zu mir ziehen will, weil sein Kind im September geboren wird. Wir haben ausgemacht, dass er vorher einen Probemonat zu mir kommt, um zu sehen, ob er mit neuer Umgebung, mit neuer Situation etc klar kommt. Oder ob ich mir noch mehr Arbeit aufhalse, denn dann wäre es auch nicht Sinn der Sache. Mir ist durchaus klar, dass es kein Zuckerschlecken ist und ich weiss, was auf mich zukommt. Aber er ist ein total lieber, vernünftiger Mensch, der nur sehr introvertiert ist.

Ich habe lange gehadert, meinem Ex überhaupt zu sagen, dass ich schwanger bin und dass er herkommt weil ich genau wußte, wie er reagieren wird. Das Kind wird noch während der Ehe zur Welt kommen, was die Sache nochmal verkompliziert, aber da ist alles geklärt und bedarf keiner Frage. Da weiss ich, wie ich vorgehen muss.

Mein Freund, mein Ex und ich arbeiten eng mit dem Jugendamt zusammen, die Dame hat die Schweigerechtsentbindung von meinem Freund und hat sich bereits mit den Betreuern und der Einrichtung auseinander gesetzt. Ist informiert über die Schritte, die wir hier gehen wollen. Da wäre ambulantes betreutes Wohnen, eine DBT Therapie, damit er mit Alltagssituationen besser klar kommt und eine Gesprächstherapie, die hatte er bisher noch nicht, könnte aber sinnvoll sein. In dem angedachten Probemonat wird er 1- 2 mal die Woche mit seinen Betreuern telefonieren, während wir uns hier Einrichtungen ansehen, Termine machen etc. Da er da noch nicht offiziell umgemeldet ist, können wir hier in der Zeit noch keine Behandlungen starten.

Seitdem mein Ex weiss, dass er kommt, baut er enormen Druck auf mich auf, befiehlt mir oder meinem Freund Dinge, ist respektlos und spricht von ihm wie ein Monster. Ich kann durchaus verstehen, dass er Angst um sein Kind hat, das ist ja auch in Ordnung so. Ich selber hätte wohl auch Angst.

Als er Bescheid wusste, tat er vor der JA Dame noch hilfsbereit, er würde uns helfen etc. Fand ich nett, hab ich geglaubt. Als er uns aber befahl, an einem bestimmten Tag zu einem Gespräch zu kommen und ich abblockte, weil mich sein Druck fertig machte "hat er alle Hilfsangebote gecancelt"... Ich bin schwanger und habe Angst um mein Baby, wenn er so weiter macht. Der Ton, den er anschlägt ist unter aller Würden, normale Kommunikation unmöglich

Er befiehlt folgende Sachen:
- er soll ihm sein Führungszeugnis zeigen
- er sollte zu seinem Psychologen gehen und dieser ihm am besten mitteilen, was so dabei raus kommt. Der Psychologe hatte allerdings abgelehnt, wegen Befangenheit und hatte ihm eine Nummer gegeben von so einer Koordinierungsstelle, wo mein Freund dann anzurufen habe
- er müsse ihm beweisen, dass er reif und erwachsen ist

Ich habe meinem Freund die Nummer nicht gegeben, denn meiner Meinung nach hat der Ex nicht vorzugeben, wie die Behandlungen von ihm auszusehen haben. Dazu arbeiten wir ja mit der Dame vom JA zusammen, sie weiss, was wir tun. Jetzt ist es so, dass er fordert, dass wir den Probemonat absagen, weil wir nicht das getan haben, was ER
wollte. Also bei dieser Nummer angerufen, er " bemühe sich, uns zu helfen, aber er bekommt nen Tritt in den A***, weil er da nicht angerufen habe" und " wenn er mich lieben würde, würde er selbstständig was unternehmen um das Problem zu lösen" ... wie gesagt, wir sind dran. Ohne jegliche Behandlung würde ich ihn auch gar nicht hier lassen, das wäre fahrlässig und ich will meine Kinder auch schützen, auch wenn ich weiss, dass da nichts passiert, kann ich trotzdem nicht die Hände für ihn ins Feuer legen.

Die Dame von JA hat uns einen Kontingentplatz in einer Krippe besorgt, lieber hätte ich mein Kind noch das dritte Jahr selbst betreut, aber ich möchte ja guten Willen zeigen, und ihm auch zeigen, dass ich seine Sorgen ernst nehme. Angedacht sind 6 Stunden, obwohl ich zuhause bin. Das ist mir eigentlich schon zu viel. Mein Ex hätte gern ganztags, aber das möchte ich nicht.
Ich bekomme Anfang September das Kind und ab Mitte September geht die dann Große in die Krippe. Bei einem Ganzzagsplatz würde ich sie vlt. 3 Stunden am Tag sehen, weil sie nach einem langen Tag schnell müde sein
könnte, an jedem Wochenende ist sie beim Vater ( seit dem Tag wo er es weiss, will er sie jedes Wochenende).

Dann habe ich erstens ja fast überhaupt keine Handhabe mehr in der Erziehung und zweitens, wie fühlt sich unser Kind, wenn sie über 2 Jahre immer bei Mama sein durfte, auf einmal ist ein Baby da und sie muss den ganzen Tag weg ? Das bricht mir mein Herz.

Jetzt komm ich zu meinen Fragen, ich wollte es so ausführlich wie möglich machen, damit Sie es besser bewerten können, denn mit psychischer Erkrankung ist es ja anders als als "normaler" Mensch

1. In wie weit kann er uns reinreden, was mein Freund für Behandlungen machen soll oder Konsequenzen androhen, wenn wir nicht die machen, die ER will ? Er hat ja keine Ahnung... Muss ich ihm alles offenlegen, oder reicht es, dass die JA Dame alles weiss?

2. Könnte er so einfach den Kontakt zwischen meiner Tochter und ihm verbieten, obwohl aktuell keine Kindeswohlgefährdung vorliegt? Wir gewährleisten ja, dass er in Behandlung ist und weiter Medikamente nimmt,

etc. Sobald irgendwas anders wäre, würde ich sowieso reagieren und ihn sofort einweisen lassen. Ich würde alles tun, um meine Kinder zu schützen. Ich kann ihm auch nicht vorgeben, mit wem er Kontakt hat und in seiner Umgangszeit kann er tun und lassen was er will.

3. Kann er so einfach bestimmen, wie lange unser Kind in die Krippe geht? In meiner Umgangszeit darf ich doch entscheiden, wie lange ich sie fremdbetreuen lasse?! Ganztags ist definitiv zu viel und entspricht meiner
Meinung nicht dem Kindeswohl, weil sie sich ganz sicher abgeschoben fühlt und keine Beziehung zu der Schwester aufbauen kann. Sie ist doch noch so klein :(


Danke für Ihre Mühe und schöne Pfingsten

Mit freundlichen Grüßen
J.K.
02.06.2017 | 21:18

Antwort

von


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Sehr geehrte Mandantin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

1.
Ihr Ex-Mann hat überhaupt keine Berechtigung dazu, Ihnen und Ihrem Partner vorzuschreiben, wo, wie und bei wem er sich in eine Behandlung begibt. Die Entscheidung über seine eigene Gesundheit und wie damit verfahren wird, trifft alleine Ihr Freund.
Wie Sie bereits selbst angemerkt haben: Eine Kindswohlgefährdung liegt derzeit weder vor, noch zeichnet sich diese ab. Auch das Jugendamt sieht offensichtlich keinen Handlungsbedarf, So dass Sie wirklich beruhigt sein können.
Natürlich kann Ihrem Ex-Mann niemand verbieten, zu eskalieren und gerichtlich vorzugehen. Hiermit wird er jedoch keinen Erfolg haben und nur zu einer weiteren psychischen Belastung bei allen Beteiligten und insbesondere auch Ihrem gemeinsamen Kind führen, was seine Erfolgschancen zusätzlich sinken lässt.

2.
Natürlich ist es so, dass ein Sorgerecht vom Grunde her auch beinhaltet, dass ein Umgangsrecht mit bestimmten Personen untersagt werden kann.
Rechtlich gesehen hat er aber keinen "Anspruch" darauf, dies einseitig durchzusetzen, wenn keine akute Gefährdung von Ihrem Freund ausgeht. Der Grundsatz lautet also immer, dass Sie sich mit Ihrem Ex-Partner einig sein müssen.
Sind Sie dies nicht, so muss er es auch "aushalten", dass Sie ein neues Privatleben mit einem Partner aufbauen, der ihm nicht recht ist.

3.
Auch bezüglich der Kinderbetreuung gilt, dass Sie einen Konsens finden müssen. Da Sie nicht berufstätig sind, oder es andere zwingende Gründe für eine möglichst lange Fremdbetreuung gibt, spricht diese in der Tat eher gegen das Kindswohl.
Der Übergang von "Vollzeit Familienzeit" zu "Teilzeit Kita-betreut" dürfte genau der Kompromiss sein, der sowohl Ihre Interessen, als auch die Ihres Ex-Mannes und der gemeinsamen Tochter bestmöglich berücksichtigt.

Ich hoffe, Ihnen Ihre Sorgen hiermit ein wenig genommen zu haben. Für eventuelle Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin


Bewertung des Fragestellers 03.06.2017 | 00:00


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