Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.339
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Immobilien-Makler-Provision


28.12.2012 16:26 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack



1.) Ein Verkäufer eines Anwesens erteilt einem Makler den Auftrag zur Vermittlung etc.
2.) Der Makler findet einen Kaufinteressent im Sept 11
3.) der Kaufinterressent unterschreibt im Sept. 2011 bei einer Besichtigung eines
Anwesens(KP-300TE) dem Makler eine Provisionsvereibarung 4.75%, wenn es zum
Abschluss kommt.
4.) Der Abschluss mit diesem u. anderen I. kommt nicht zustande
5) Der Verkäufer kündigt zum 30.4.12 den Auftrag an den Makler.

6.) Nun erhalten wir den Auftrag des Verkäufers zur Vermittlung.
7.) Wir finden den gleichen Interessenten von Punkt 3.) und schliessen im Janaur 13
mit Notarvertrag die Vermittlung ab.

Frage nun:
kann der erste Makler noch Anspruch auf seine Provision geltend machen, gibt es
Urteile dazu??

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes beantworte ich die Frage gerne wie folgt:

Beim Maklervertrag nach § 652 BGB entsteht ein Provisionsanspruch, wenn ein Maklervertrag zustande gekommen ist, die Leistung entsprechend dem Vertrag erbracht wurde und aufgrund der Mitwirkung des Maklers der beabsichtigte Vertrag zustande gekommen ist.

Die Kündigung des Verkäufers nach Ziffer 5 spielt grundsätzlich keine Rolle, solange die Tätigkeit des ersten Maklers für den nachfolgenden Kauf ursächlich war (so etwa Zweibrücken NJW-RR 99,1502).

Entscheidend ist eben, daß es einen Zusammenhang zwischen der Maklerleistung und dem Immobilienkauf gibt. Die Tätigkeit des ersten Maklers muß zumindest mit ursächlich für den Abschluß des Kaufvertrages gewesen sein.

Soweit ich Ihre Schilderung deute, könnte man zunächst davon ausgehen, daß die Tätigkeit des Maklers – Information über das Objekt, Besichtigung etc. zumindest die Kaufabsicht für dieses konkrete Objekt gefördert hat und sein Tun mitursächlich für den Kauf ist.

Wenn der Käufer nun den Provisionsanspruch des Maklers abwehren will, wäre er in der Beweispflicht um nachzuweisen, daß die Tätigkeit des Maklers in keiner Weise den konkreten Kauf gefördert hat.

Für die Ursächlichkeit ist zunächst eine zeitliche Komponente relevant:

Der BGH geht davon aus, daß bei einem Zeitabstand von bis zu einem Jahr zwischen der Maklertätigkeit und dem Kaufabschluß eine Kausalität vermutet wird (BGH NJW 06, 3062).
Dies bedeutet: In diesem Zeitraum geht die Rechtsprechung normalerweise davon aus, daß die Tätigkeit des Maklers zumindest mitursächlich für den Abschluß war.

Allerdings dürfen Sie sich 12 Monate nicht als starre Grenze vorstellen, auch ein danach abgeschlossener Vertrag kann auf die Tätigkeit des ersten Maklers zurückgehen.

Der von Ihnen geschilderten Fall liegt sicherlich im Grenzbereich: Es ist zwar über ein Jahr vergangen, allerdings handelt es sich um das gleiche Objekt und den gleichen Interessenten.
Entscheidend dürfte sein, warum der Interessent damals den Vertrag nicht abgeschlossen hat und nun der Vertrag doch zustande kommt.

Nach dem BGH liegt keine Kausalität mehr vor, wenn die Verhandlungen endgültig abgebrochen werden und der Kauf später aufgrund geänderter Umstände – und ohne Mitwirkung des Maklers – doch noch zustande kommt (BGH NJW 08, 651).

Daher kann der Interessent die Forderung des ersten Maklers abwehren, wenn er sich auf den Abbruch der Vertragsverhandlungen oder vergleichbare Umstände berufen kann, wobei der große zeitliche Abstand zwischen Besichtigung und Kauf ein zusätzliches Argument ist, daß die Tätigkeit des ersten Maklers nicht ursächlich für den Kauf ist.

Ich möchte Sie noch einmal darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben und eine vollständige und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann.
Das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung ergeben.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung bieten und stehe Ihnen für eine persönliche Rechtsberatung auch über die angegebene E-mail Adresse gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de


FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Rasche und kompetente Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr umfassende und hilfreiche ausfuehrungen, vielen dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare verständliche Antwort - und besonders sehr zeitnah. Danke! ...
FRAGESTELLER