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Ideeller Wert, Aufgabegewinn


| 20.12.2008 18:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Hallo,
kann ein ideeller Wert (z.B. Rechte an einem ideellen Wirtschaftsgut, Lizenzen etc.) im Todesfall beim Aufgabengewinn erklärt und somit ins Privatvermögen überführt werden?

Gibt es von Seiten des FA ein "Verbot" der Überführung ideeller Werte durch Aufgabegewinn ins Privatvermögen. Wenn ja nach welchen §?

Der Wert der Rechte kann nur geschätzt werden, da der Erwerb von einer beruflichen Qualifikation eines Erwerbers abhängig wäre und die Erben die Rechte zwar besitzen - mangels beruflicher Qualifikation - nicht ausüben/nutzen können.

Könnten so die Rechte am Wirtschaftsgut durch Aufgabegewinn ins Privatvermögen überführt werden und später, falls sich denn ein Interessent der befähigt wäre die Rechte zu nutzen, finden würde, diese Lizenz als steuerfreier Privatverkauf veräußert werden.

Was, wenn der Preis niedriger oder höher anfällt als beim Aufgabegewinn angegeben?

Kann die Differenz nachversteuert bzw. zurückverlangt werden?

Was, wenn die Sache bereits verjährt ist?

Danke.

-- Einsatz geändert am 21.12.2008 10:03:43
Eingrenzung vom Fragesteller
21.12.2008 | 00:05
Eingrenzung vom Fragesteller
21.12.2008 | 10:02
Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie können den ideellen Wert mit dem Aufgabegewinn gegenüber dem Finanzamt erklären.
Der ideelle Wert wird damit ins Privatvermögen überführt (§ 16 III EStG). Es erfolgt (gegebenfalls) die Versteuerung von stillen Reserven.
Als ideeller Wert ist der `gemeine Wert` i.S.d. § 9 BewG anzusetzen = Marktwert (d.h. der geschätzte potentielle Kaufpreis ) anzusetzen, d.h. es kommt nicht darauf an, ob derjenige, der es im Privatvermögen führen wird, eine Berufsbefähigung besitzt.

Sobald die Wirtschaftsgüter im Privatvermögen sind, gilt bei einem späterem Verkaufe § 23 EStG.
D.h. eine Besteuerung ist nicht vorzunehmen, wenn zwischen dem Tage der Überführung ins Privatvermögen und dem Tage des Kaufvertrages mindestens ein Jahr liegt (§ 23 I Nr. 2 EStG). Vorsicht, falls zur Praxis auch eine Grundstück gehören sollte, gelten bzgl. des Grundstückes als Frist 10 Jahre (§ 23 I Nr. 1 EStG).
Bei Verständnisfragen betätigen Sie bitte die kostenlose Nachfrageoption.

Zur Verdeutlichung die Fassung des § 23 EStG in der Fassung ab 01.01.2009:

§ 23 EStG:
(1) Private Veräußerungsgeschäfte (§ 22 Nr. 2) sind

1. Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen (z.B. Erbbaurecht, Mineralgewinnungsrecht), bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt. Gebäude und Außenanlagen sind einzubeziehen, soweit sie innerhalb dieses Zeitraums errichtet, ausgebaut oder erweitert werden; dies gilt entsprechend für Gebäudeteile, die selbständige unbewegliche Wirtschaftsgüter sind, sowie für Eigentumswohnungen und im Teileigentum stehende Räume. Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden;

2. Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Bei Wirtschaftsgütern im Sinne von Nummer 2 Satz 1, aus deren Nutzung als Einkunftsquelle zumindest in einem Kalenderjahr Einkünfte erzielt werden, erhöht sich der Zeitraum auf zehn Jahre.


Als Anschaffung gilt auch die Überführung eines Wirtschaftsguts in das Privatvermögen des Steuerpflichtigen durch Entnahme oder Betriebsaufgabe. Bei unentgeltlichem Erwerb ist dem Einzelrechtsnachfolger für Zwecke dieser Vorschrift die Anschaffung oder die Überführung des Wirtschaftsguts in das Privatvermögen durch den Rechtsvorgänger zuzurechnen. Die Anschaffung oder Veräußerung einer unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligung an einer Personengesellschaft gilt als Anschaffung oder Veräußerung der anteiligen Wirtschaftsgüter. Als Veräußerung im Sinne des Satzes 1 Nr. 1 gilt auch

1. die Einlage eines Wirtschaftsguts in das Betriebsvermögen, wenn die Veräußerung aus dem Betriebsvermögen innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren seit Anschaffung des Wirtschaftsguts erfolgt, und

2. die verdeckte Einlage in eine Kapitalgesellschaft.


(2) Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften der in Absatz 1 bezeichneten Art sind den Einkünften aus anderen Einkunftsarten zuzurechnen, soweit sie zu diesen gehören.

(3) Gewinn oder Verlust aus Veräußerungsgeschäften nach Absatz 1 ist der Unterschied zwischen Veräußerungspreis einerseits und den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und den Werbungskosten andererseits. In den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nr. 1 tritt an die Stelle des Veräußerungspreises der für den Zeitpunkt der Einlage nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 angesetzte Wert, in den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nr. 2 der gemeine Wert. In den Fällen des Absatzes 1 Satz 2 tritt an die Stelle der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 oder § 16 Abs. 3 angesetzte Wert. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten mindern sich um Absetzungen für Abnutzung, erhöhte Absetzungen und Sonderabschreibungen, soweit sie bei der Ermittlung der Einkünfte im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 bis 6 abgezogen worden sind. Gewinne bleiben steuerfrei, wenn der aus den privaten Veräußerungsgeschäften erzielte Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 600 Euro betragen hat. In den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nr. 1 sind Gewinne oder Verluste für das Kalenderjahr, in dem der Preis für die Veräußerung aus dem Betriebsvermögen zugeflossen ist, in den Fällen des Absatzes 1 Satz 5 Nr. 2 für das Kalenderjahr der verdeckten Einlage anzusetzen. Verluste dürfen nur bis zur Höhe des Gewinns, den der Steuerpflichtige im gleichen Kalenderjahr aus privaten Veräußerungsgeschäften erzielt hat, ausgeglichen werden; sie dürfen nicht nach § 10d abgezogen werden. Die Verluste mindern jedoch nach Maßgabe des § 10d die Einkünfte, die der Steuerpflichtige in dem unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum oder in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus privaten Veräußerungsgeschäften nach Absatz 1 erzielt hat oder erzielt; § 10d Abs. 4 gilt entsprechend. Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften im Sinne des § 23 in der bis zum 31. Dezember 2008 anzuwendenden Fassung können abweichend von Satz 7 auch mit Einkünften aus Kapitalvermögen im Sinne des § 20 Abs. 2 in der Fassung des Artikels 1 des Gesetzes vom 14. August 2007 (BGBl. I S. 1912) ausgeglichen werden. Sie mindern abweichend von Satz 8 nach Maßgabe des § 10d auch die Einkünfte, die der Steuerpflichtige in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus § 20 Abs. 2 in der Fassung des Artikels 1 des Gesetzes vom 14. August 2007 (BGBl. I S. 1912) erzielt.


MfG

Bewertung des Fragestellers 29.12.2008 | 16:06


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