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Ich bin 23 und bin mit einer 14jährigen zusammen


| 11.06.2009 22:50 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von



hi ich bin 23 und liebe eine 14jährige. ich bin mit ihr seit neun monaten zusammen.
jetzt darf ich sie auf einmal nicht mehr sehen ihr vater verbietet es mir darf er das?
12.06.2009 | 02:51

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Anfrage, die ich Ihnen auf Grundlage Ihrer Informationen wie folgt summarisch beantworten möchte:

1. Vorliegend stellt sich die Frage, ob Sie sich durch die Ihrerseits geschilderte Situation strafbar machen. Das Strafgesetzbuch verbietet sexuelle Handlungen mit einem Jugendlichen unter 18 Jahren, wenn der Jugendliche durch Ausnutzung einer Zwangslage dazu gebracht wurde. Dies dürfte vorliegend nicht der Fall sein, da ich davon ausgehe, dass Ihre Freundin sich im Rahmen Ihrer Beziehung mit Ihnen wohl kaum im Bereich des Zwanges befindet, den Sie ausnutzen. Vielmehr erfolgt Ihre Beziehung im freiwilligen Rahmen.

2. Daneben werden sexuelle Handlungen von Erwachsenen ab 21 Jahren mit Jugendlichen unter 16 Jahren unter Strafe gestellt, wenn der Erwachsene dabei eine fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung ausnutzt. Diese fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung kann nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs aber nicht allein aus dem Alter des Jugendlichen abgeleitet werden, sondern muss im Einzelfall festgestellt werden.

3. Aus Sicht der Rechtssprechung gilt dies nur dann, wenn ein gesetzlicher Vertreter des Jugendlichen Strafantrag stellt und im Strafverfahren das Gericht – bspw. mit Hilfe eines Sachverständigen - feststellt, dass der Erwachsene eine fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung des Jugendlichen ausgenutzt hat. Die individuelle Fähigkeit oder Unfähigkeit des Jugendlichen (vorliegend Ihrer Freundin) zu sexueller Selbstbestimmung und gegebenenfalls das Ausnutzen (vorliegend wäre dies durch Sie) muss also jeweils im Einzelfall überprüft werden und kann nicht pauschalisiert werden.

4. Falls die Eltern Ihrer Freundin keinen Strafantrag stellen, kann die Staatsanwaltschaft im Übrigen trotzdem ein Strafverfahren einleiten, für den Fall, dass ein besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht, z. B. weil der Erwachsene bereits einschlägig vorbestraft ist. Dies dürfte in Ihrem Fall aber in keiner Weise denkbar sein.

5. Abschließend ist evtl. interessant für Sie, dass in jüngster Zeit nur sehr wenige Verurteilungen in diesem Bereich in der Statistik auftauchen. Dies erklärt sich nicht dadurch, dass die Zahl der Sexualkontakte Erwachsener mit Jugendlichen zurückgegangen ist, sondern dass solche Kontakte gegenwärtig gesellschaftlich weitgehend toleriert werden und Erziehungsberechtigte nur noch selten Strafanträge stellen. Dies kann bei den Eltern Ihrer Freundin aber natürlich anders sein.

6. Im Ergebnis geht es vorliegend - wie bereits telefonisch ausgeführt - um die Frage, ob Ihre Freundin durch den Kontakt mit Ihnen die sexuelle Selbstbestimmung verliert, d.h. ob sie reif genug ist, in diesem Zusammenhang bereits eigene Entscheidungen treffen zu können. Sofern die Eltern Ihrer Freundin dies nicht so sehen, besteht die Gefahr einer Anzeige gegen Sie. Dies führt aber per se nicht dazu, dass Sie verurteilt werden. Vielmehr wird dann im Einzelfall geprüft, wie weit die Entwicklung Ihrer Freundin tatsächlich schon ist. Auch wenn Ihre Freundin erst 14 Jahre alt ist, heißt dies also nicht, dass Sie sich strafbar machen, wenn Sie den Kontakt weiter pflegen. Nachdem, was Sie mir bereits telefonisch mitgeteilt haben, gehe ich in Ihrem Fall nicht davon aus, dass Sie sich durch den Umgang mit Ihrer Freundin strafbar machen. Zwar wäre es - wie bereits telefonisch ausgeführt - der sicherere Weg, den Kontakt erst in zwei Jahren wieder aufzunehmen. Allerdings halte ich beim Vorliegen der nötigen Reife Ihrer Freundin, die ich naturgemäß schlecht einzuschätzen vermag, eine Beziehung mit Ihnen auch bereits jetzt für durchaus denkbar, auch wenn natürlich die Gefahr einer Anzeige durch die Eltern droht. Eine solche muss aber keinesfalls bedeuten, dass Sie sich tatsächlich strafbar gemacht haben. Dies würde ja dann erst geprüft werden. Evtl. könnte Ihre Beziehung daraus dann sogar gestärkt hervorgehen aber natürlich auch negativ belastet werden. Dies sollten Sie (zusammen mit Ihrer Freundin) abwägen.


Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ergänzungen zu der telefonischen Auskunft einen hilfreichen Überblick gegeben zu haben und Ihnen nun doch ein wenig die Angst genommen zu haben. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Freundin alles Gute!

Mit besten Grüßen

Dipl.-Jur. B. Alexander Koll
- Rechtsanwalt -


Rechtsanwalt B. Alexander Koll

Bewertung des Fragestellers 14.06.2009 | 01:49


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